Oma und Opa

Bei uns in der Villa Geisterbund gibt es jede Menge Großeltern. Manche Omas und Opas haben ein „Ur“, manche haben sogar mehrere „Urs“. Interessanter Weise habe ich aber entdeckt, dass nicht alle von ihnen durch die Geburt der Kinder ihrer Kinder zu Großeltern wurden. So manch einer von ihnen hatte nämlich im Leben gar keine Kinder. Auch Frauchen hat sich nicht an die Regel „Man hat im Leben zwei Omas und zwei Opas“ gehalten. Im Gegenteil. Neulich haben wir erst wieder Tränen gelacht, als Ur-Oma die Geschichte von Frauchen als Fünfjährige und ihrer Begegnung mit der Nachbarin Frau Hocke erzählt hat. Auf Frauchens Frage, ob Frau Hocke nicht vielleicht ihre Oma sein wolle, hat diese ganz mitleidig gefragt: „Du armes Kind. Hast du denn keine Oma mehr?“ Frauchens strahlendem Gesicht folgte dann diese Antwort: „Doch – zehn, aber dich finde ich auch sehr nett.“

„Ja dein Frauchen hat schon als Kind gewusst, wie wichtig Omas und Opas fürs Leben sind und das man nie genug davon haben kann.“ …Aber Ur-Oma, warst du da nicht eifersüchtig? Schließlich bist du doch ihre „richtige“ Oma!? „Ach Herr Cater, warum sollte ich? Mir fehlte im Leben stets die Geduld fürs Stricken. Dank ihrer von den Nachbarn „ausgeliehenen“ Oma Hocke hat dein Frauchen es aber ganz gut gelernt. Ich seh` schon, als deine „geliehene“ Ur-Oma sollte ich dir das Geheimnis das hinter Großeltern steckt besser mal erklären.“

Wenn aus Kindern Eltern werden, entdeckt man als Oma oder Opa das Leben nochmal neu

Großeltern zu werden, besteht gefühlsmäßig in der Regel aus einer Mischung aus heiß ersehnt und doch viel zu früh. Aus einem jugendlichen „Ich habe Kinder“ wird ein im Zeitraffer alterndes „Oh Gott, wo ist die Zeit geblieben, jetzt habe ich schon Enkel.“

Hat man sich bis vor kurzem noch auf die Neuorientierung seiner eigenen Wertigkeiten im Leben konzentriert – die Kinder sind ja jetzt schon erwachsen, schwingt der Focus nun um auf die Enkel und deren möglichst guten Start ins Leben. Unterstützen und Beschützen, animieren und zügeln. Man erkennt sich in den Enkeln wieder und weiß wie wichtig es ist von Klein an für die eigene Persönlichkeitsentwicklung alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Kind sein beinhaltet viele Unsicherheiten. Eingebunden in den Alltag bieten Großeltern Stabilität dort wo Eltern es zeitlich oder den Lebensumständen geschuldet nicht können. Sie sind Bindeglied und Vermittler zwischen den Generationen.

Großeltern sind die Lehrer des Lebens

Sie zeigen den Enkeln wie man Lösungen findet auch wenn man sie auf Anhieb nicht sieht. Enttäuschungen mildern sie, indem sie durch ihre Lebenserfahrung wichtige Tipps und Hinweise geben wie man die Hoffnung nicht verliert. Sie helfen das zu erreichen was man sich vornimmt, indem sie den Enkeln lernen wie man nach dem Hinfallen wieder aufsteht.

Auch sind sie das stützende Band, das selbst nach Streit und Missverständnissen auch innerhalb der Familie wieder Einigkeit schafft. Sie sind die tröstende und helfende Hand in Zeiten von Krankheit, Not und Sorgen. Immer da und der beste Freund.

Dennoch lassen sie den Enkeln die Freiheit eigene Erfahrungen zu machen und durch Misserfolge und emotionale Verluste ihren eigenen Weg zu finden. Auch wenn sie sich einmal notgedrungen aus unserem Leben zurückziehen oder von den Enkeln verbannt werden, wenden sie ihren schützenden, liebevollen Blick nie wirklich ab um im Notfall, ohne großes Tamtam wieder da zu sein, wenn sie gebraucht werden.

Großeltern helfen Lebensziele zu entwickeln

Egal wie gut man als Eltern auch ist, Kinder groß bekommen ist nicht leicht. Essen, Kleidung, Bildung oder Sport, die schier endlose To-do-Liste für Eltern ist lang und kostet Geld. Kein Wunder also, dass neben Arbeit und dem Geld verdienen meist nur wenig Zeit für die emotionale Beschäftigung mit den Kindern bleibt. Genau dafür gibt es die Großeltern. Sie zeigen, was neben fleißig sein, Arbeiten und Geld verdienen, das Leben sonst noch so bereithält.

Durch den Generationsbedingten Abstand ist ihr Blick klarer. So erkennen sie die individuelle Persönlichkeit eines Kindes eher. Dadurch sind sie oft leichter wie die Eltern in der Lage, Wünsche und Träumereien der Kinder in eine Richtung zu lenken, aus denen im Laufe der Entwicklung dann auch einmal Ziele werden können.

Für alles im Leben gibt es eine Oma oder einen Opa

Man muss nur wissen wie man sie findet. Leibliche Großeltern hat man im Besten Fall zwei. Familienbedingt, liegen die Interessen meist nicht weit von denen der Eltern entfernt. Wer kennt ihn nicht den Spruch: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Doch gibt es auch Kinder, die lebensbedingt, z.B. durch den frühen Tod der Großeltern, das zu weit entfernt wohnen voneinander oder anderer Gründe keine Möglichkeiten haben mal schnell Oma oder Opa um Rat zu fragen. In solch einem Fall sollte man sich stets an den Spruch „Dem Apfelbaum ist es egal ob eine Birne darunter liegt“, halten.

Das ist das Geheimnis von Großeltern. Jeder, egal ob er eigene Enkel hat oder nicht, kann für ein Kind eine wertvolle Oma oder Opa sein. Großeltern sein bedeutet sein Wissen und seine Erfahrung über das, was man gut kann an die junge Generation, die noch am Anfang ihres Lebens steht, weiterzugeben, sie anzuleiten und zu unterstützen.

…Ach so …!… jetzt versteh` ich warum Frauchen so viele Omas und Opas hatte. Immer wenn sie im passenden Alter einen netten Menschen getroffen hat, der etwas konnte über das sie etwas erfahren oder lernen wollte, hat sie gefragt ob sie oder er ihre Oma oder Opa sein wollte… „So ist es, mein Lieber. Deshalb hatte sie neben ihrer „Strick-Oma“ Frau Hocke auch einen „Kriegsgeschichten-Opa“, eine „Wie koche ich aus Resten etwas Gutes-Oma“, einen „Wie mach ich aus einfachen Dingen die tollsten Spielsachen-Opa“, einen „Mal-0pa“, eine „Vorlese-Oma“ und natürlich uns, ihre leiblichen Großeltern. Da fällt mir ein, eine „Rumänien-Oma“ hatte sie auch. „Die macht das beste Kraut im Fass der Welt“, hat dein Frauchen immer gesagt. Davon schwärmt sie noch heute.“

…schleck… jetzt hab` ich Hunger… mal sehen wo die „Beste Steaks der Welt-Oma“ wieder steckt…

Das Buch vom Bild zum Bestellen, findet Ihr hier: jowi-verlag.de

Warum Ihr dieses Buch mit Kindern lesen solltet? Weil es eine wahre Geschichte ist, man viel daraus lernen kann und nicht zuletzt weil der Junge aus dem Buch mittlerweile auch schon stolzer Opa geworden ist… ach wie die Zeit vergeht…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater