Mobbing Teil 2

Letzte Woche hat uns Ur-Opa bei Erdbeerkuchen…schleck… erklärt, wie ein Mensch zum Mobber wird. Mit Mobbern ist das allerdings ähnlich wie mit einer fiesen Erkältung – nur weil man weiß was eine Erkältung ist, bleibt man noch lange nicht von Ansteckungsversuchen verschont. Ur-Oma hat da aber ein gutes Hausmittel um jede Erkältung im Keim zu ersticken oder sie zumindest möglichst schnell und unbeschadet wieder los zu werden – Hühnersuppe. …Mhhh?… ob sie auch ein gutes Hausmittel gegen Mobbing kennt?…

„Ja auch das gibt es mein Lieber.“ …Huch…Ur-Oma… du bist heute wieder schnell… „Na beim Thema Mobbing-Abwehr sollte man das auch sein. Denn wer zu lange wartet einen Mobber in seine Schranken zu verweisen, wird ihn oft nicht mehr so schnell los.“ …Wohl ganz nach dem Motto: „Unsicherheit macht anhänglich?!“… „Ja, Herr Cater, gut erkannt.“ …Und wie lautet dein Anti-Mobbing Rezept?… „Gnibbom!“ …????… „Ich erkläre es dir“:

Im Judo gibt es eine Technik, mit der man die Energie des Angreifers so umlenkt, dass man sie gegen ihn verwenden kann – ich nenne es Gnibbom.

Zum Gnibbom – Meister in sieben Schritten

  1. Schritt

Wer ein Meister im Gnibbom werden will, sollte sich immer bewusst sein, dass Neid und Eifersucht, die einem im Leben entgegengebracht werden, stets zwei wichtige Informationen für das eigene Wohlbefinden enthalten.

  1. Man hat etwas, dass die anderen gerne hätten aber nicht haben.
  2. Der Mobber macht einen auf die Lebensschublade aufmerksam, in dem sich die lange als verschollen geglaubte Lösung für ein Problem befindet.
  1. Schritt

Ein Mobber ist ein sehr selbstunsicherer Mensch. Deshalb sollte man den Angriff seinerseits nie überbewerten. In seiner Unsicherheit stellt er einem letztendlich nur die Frage, wie sicher man sich selbst mit seinen Zielen, Erfolgen und dem was man im Leben gelernt hat, ist.

  1. Schritt

Während der selbstsichere Mensch die Verzweiflungstat des Mobbers eher mit Humor und einer passenden Antwort nimmt, sollte der unsichere Mensch folgende Punkte fest in Gedanken haben:

  1. Auch Lügen und Intrigen haben ein Verfallsdatum – meist ein kurzfristiges. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit immens hoch, dass der Mobber an dem Ast sägt, auf dem er selbst sitzt.
  2. Schwierige Zeiten sind in jedem Leben normal. Auch in der Natur folgt auf Regen wieder Sonne
  1. Schritt

Man sollte sich stets bemühen, Kontakte mit Menschen zu pflegen, die einen mögen und einem Stabilität geben. Sie sind diejenigen, die den Fels in der Brandung bilden, wenn das Leben wieder einmal Geduld von einem verlangt. Sie bieten einem den Schutz sich zu einem eigenständigen Wesen entwickeln zu können, auch wenn es manchmal „nur“ in kleinen Schritten voran geht. Sie sind die Energietankstelle, die dafür sorgt, dass einem die Kraft nie ausgeht.

  1. Schritt

Nur als passiver Mensch muss man ertragen. Eigene Aktivität ist die beste Abwehr gegen Mobbing. Als aktiver Mensch bestimmt man sein Leben selbst. Man kann klare Entscheidungen treffen und stärkt sein Selbstwertgefühl. Auch ist man so in der Lage, die richtigen Vorbilder zu finden, die einem Ansporn sind, sich treu zu bleiben, Neuanfänge zu wagen und selbst in kleinen Schritten, persönliche Erfolge zu sehen.

  1. Schritt

Es ist nicht immer leicht Mobbing auf den ersten Blick zu erkennen. Doch körperliche Beschwerden oder depressive Verstimmungen, die im Zusammenhang mit bestimmten Situationen auftauchen, sollte man als Warnsignal betrachten. In solch einem Fall ist das oberste Gebot: Die eigene Gesundheit steht an erster Stelle! Deshalb sollte man sich der Situation mit dem Mobber möglichst schnell und konsequent entziehen. Nein, das ist kein Weglaufen. Denn statt mit Ausdauer und Zähigkeit den Mobber zu ertragen, was verschwendete Energie ist, kann man sich jetzt mit aller Energie auf seine eigenen Dinge konzentrieren – langfristig der bessere Weg.

  1. Schritt

Der wohl wichtigste Schritt, ist das Reden mit anderen, über seine Erfahrungen mit dem Mobber. Der beste Weg um die Lügen und Intrigen, in die der Mobber versucht seine Opfer einzuspinnen, unschädlich zu machen. Es ist der Moment, in dem man beginnt die Energie des Mobbers gegen ihn selbst zu lenken.

…Ur-Oma hat schon irgendwie Recht. Da Hühnersuppe eine furchtbar leckere Angelegenheit ist, isst man sie viel leichter auch als Vorbeugung. Na und Gesprächsstoff, also Rezeptaustausch mit anderen bietet sie auch noch. Mit Gnibbom ist das irgendwie ähnlich.

Über Mobbing will keiner so gerne reden, denn wer wiederholt schon gerne die Verletzungen, die ihm zugefügt wurden. Aber die Begegnung mit einem Mobber sportlich zu sehen und sich darüber auszutauschen, wie man zum Gnibbom-Meister wird, ja, das klingt wie Fachsimpeln über Sport. Das wiederum machen wir alle gerne und so oft wie möglich.

Na ja, und wer weiß, vielleicht reicht ja in Zukunft auf die Mobber-Ansage: „Du fettes Schwein“, die stolze Abwehr-Antwort: „Sorry Kleiner, lass es besser. Bei mir tust du dir nur weh! Ich hab` den schwarzen Gürtel im Gnibbom!“

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater