Ein guter Neubeginn für alle, führt über die Wertschätzung des Wissens

Auf den heutigen Unterricht bin ich ja mal gespannt. Großonkelchen Oberlehrer hat uns ja einen Ausflug in luftige Höhen angekündigt. Wie ich ihn kenne, hat das mit den vier Elementen vom letzten Mal zu tun.  Hoffentlich fängt er da nicht wieder bei Adam und Eva an. Ich kann mir nicht helfen, aber an solchen Punkten hab` ich immer das Gefühl, dass ich mit meinem Lernen nicht vom Fleck komme…

„Was erzählst du da wieder für einen Unsinn, Herr Cater. Wenn du nicht gewillt bist, immer wieder ganz von vorne zu beginnen, dein Wissen zu überprüfen, wirst du nie erkennen, ab welchem Punkt dein Weg ins Ungleichgewicht geraten ist. Noch weniger wirst du begreifen, was du tun kannst, es zu reduzieren um Schlimmeres, durch das Entgegenwirken der großen Zusammenhänge, zu verhindern.“ … na schön. Wie helfen mir da jetzt Adam und Eva weiter? …

„Die Bibelgeschichte „Der Sündenfall“ (Gen. 3,1 – 3,24) beschreibt die heutige Situation, in der wir leben, sehr gut. Unser Wissen (Die Schlange) beflügelt unser Handeln, das Bestmögliche (Der Apfel) für unsere Nachkommen zu erreichen. Leider übersehen wir (Adam und Eva) dabei allzu gerne, dass unser Wissen nicht immer das ist, wie es uns erscheint (Laut Bibel ist die Schlange zwar das klügste Tier, aber nirgendwo steht, dass Gott Tiere gemacht hat, die sprechen können.) Adam und Eva wollten durch den Apfel sein wie Gott (Die großen Zusammenhänge) und Gut und Böse voneinander unterscheiden können. Da sie ihr Wissen nicht prüften (Warum spricht die Schlange überhaupt?), besiegelten sie, mit dem Biss in den Apfel (Anwendung des Wissens), ihre Vertreibung aus dem Paradies.“ … du willst also damit sagen, dass Wissen, sei es auch noch so gut, nicht zwingend auch dazu dient, etwas Gutes zu erreichen? … „Ja, denn das Wissen, wie wir es aus Schule, Studium, Forschung und Wissenschaft, kennen, dient uns dazu, angestrebte Ziele, für uns und unsere Nachkommen, zu erreichen. An sich nichts Verwerfliches. Doch wenden wir dieses Wissen an, ohne dessen Einfluss auf die großen Zusammenhänge und ihr Gleichgewicht zu begreifen, wird aus dem guten Wissen, ein böses.“

… dann beschreibt die Sündenfall–Geschichte mit der Vertreibung aus dem Paradies, unseren Weg, wie wir uns selbst, durch unser gutes Wissen, zerstören, weil wir die Sache mit dem Gleichgewicht der großen Zusammenhänge, trotz allem immer noch nicht verstanden haben?! … „Genau.“ … aber eines verstehe ich daran trotzdem nicht. Dank unseres Wissens, haben wir doch viele gute Dinge erreicht. Im Gegensatz zu früher ist unser Leben, um einiges besser geworden. Die Medizin kann heute Krankheiten heilen, an denen die Menschen in anderen Zeiten gestorben sind. Auch die Technik ist so fortgeschritten, dass viele Arbeiten heutzutage körperlich nicht mehr so anstrengend sind oder man den Menschen schont, da Roboter in der Lage sind, diese Arbeiten auszuführen. Das kann doch nicht alles schlecht sein? Unser Leben ist doch in vielfältiger Weise besser geworden? … „Das sind die Argumente der Schlange (Wissen), die Eva dazu verführt in den Apfel zu beißen.“ … ach so. Du meinst, dass die Annehmlichkeiten, die unser Wissen uns bringt, uns vergessen lassen über die Auswirkungen, die sie auf das Große und Ganze haben, nachzudenken…

„Das und weil wir gelernt haben, dass wir unser Wissen dadurch auch sehr gut zu Geld machen können. Ein vermeidlich besseres Leben, lässt sich der Mensch gerne etwas kosten. Besonders dann, wenn er gleichzeitig durch das Wissen, an anderer Stelle wieder etwas einsparen kann. Auf diesem Weg wird Wissen zu unserem größten Wert, den wir über alles stellen, selbst über unser Leben (Vertreibung aus dem Paradies).“ … aber für Adam, Eva und ihre Nachkommen ging es in der Geschichte doch auch weiter. Nicht im Paradies, aber immerhin auf dem Erdboden, den sie bebauen mussten. Da ist es doch super, dass wir in der Raumfahrt schon so große Fortschritte gemacht haben und vielleicht einen Planeten finden, auf dem wir alles besser machen können…

„Recht hat sie, die Schlange. Der Mensch will hoch hinaus mit seinen Zielen. Doch auch im Universum bleiben der Apfel (Anwendung des Wissens) und die Schlange (Wissen), was sie schon im Paradies waren. Auch Gott (Die großen Zusammenhänge) bleibt derjenige, der den Weg zum Baum des ewigen Lebens, versperrt.“ … mmhhh… wenn ich so darüber nachdenke, kommt mir etwas komisch vor. In der Bibelgeschichte steht, dass Eva zur Mutter allen Lebens wird. Kann es sein, dass wir vor lauter Bestreben, den Tod zu besiegen und das ewige Leben zu finden, eine Sache nicht überdacht haben? Was wenn sich das Wissen um das ewige Leben, bereits im Paradies, nicht auf den Einzelnen bezieht, sondern im großen Zusammenhang gesehen, auf das Leben aller? … „Hast du eine Idee für ein Beispiel, Herr Cater?“ … ich denke da an die Maya. Was wenn sie, zu dem Zeitpunkt, an dem die Archäologen sagen, dass ihre Hochkultur verschwunden ist, die großen Zusammenhänge verstanden haben? Sie gaben ihre Städte auf, damit der Wald wieder wachsen konnte. Damit verringerten sie das Ungleichgewicht der Elemente und sicherten so, das Überleben ihrer Nachkommen. Ein Großteil von ihnen lebt ja heute noch in Guatemala…

„Also ich muss schon sagen, wenn du dir Mühe gibst, bist du zu sehr interessanten, geistigen Höhenflügen in der Lage. Eine Pause mit Extrawurst hast du dir da heute redlich verdient.“ … schmatz … schleck … langsam schmeckt mir Lernen wieder …

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater