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Erinnerungen Teil 2

Schon interessant was so eine Erfindung alles nach sich ziehen kann.  Seit Herr Bell das Telefon erfunden hat, ist ja schon ein wenig Zeit vergangen. Während ich am Anfang den Eindruck hatte, dass sich hauptsächlich Frauen für dieses Telefon begeistern konnten, hat die Zeit gezeigt, dass heutzutage auch die Männer ihren Frauen in nichts nachstehen. Aber wen wunderts. Das Telefon kann immer mehr. Nachrichten schreiben, Bilder aufnehmen und verschicken, es fungiert als Fernseher und Spieler Oase, es kommuniziert mit Kühlschrank, Rollläden, der Heizung und allen anderen Bereichen des Hauses. Tja und da es dank Digitalisierung und Flatrate auch endlich von der super langen Telefonschnur sowie der ebenso langen Telefonrechnung befreit ist, sind die Möglichkeiten von ewig lang auf unendlich angewachsen.

Ok, ohne Probleme geht es auch heute nicht ab. Aber wie ich finde ein guter Zeitpunkt mal wieder auf die Probleme von früher zurückzublicken.

Was für eine Erfindung

Wisst Ihr noch wer Herr Bell war? In erster Linie muss er ein sehr verzweifelter Mann gewesen sein. Warum? Nun, wie sonst wäre er auf die Idee gekommen, das Telefon zu erfinden? Wie ich finde, die sicherste Möglichkeit, vor seiner besseren Hälfte über Stunden hinweg seine Ruhe zu haben. Doch wie alles im Leben hat auch das eine zweite Seite.

Oder empfindet Ihr es als angenehm, nach Hause zu kommen und feststellen zu müssen, dass das Mittagessen wegen der Ehekrise der Freundin schon den dritten Tag hintereinander ausfällt? Also ich nicht…grrr… Da bedarf es schon einiges an Ausdauer … miauuuu… um auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Frauchen braucht im Durchschnitt fünf „Ja, gleich…“, bevor sie sich in Richtung Küche in Bewegung setzt. Und das tut sie auch nur, weil sie dank der Erfindung der ewig langen Telefonschnur alle wichtigen Plätze in der Wohnung erreichen kann, ohne ihr Telefon aus der Hand legen zu müssen.

Ich habe zwar noch nicht heraugekriegt, wer genau die Telefonschnur oder auch das schnurlose Telefon entwickelt hat, aber meiner Theorie nach muss es ein dem Hungertod sehr nahestehender Mann gewesen sein …groarrr …, so wie ich. Aber heißt es nicht immer so schön „Not macht erfinderisch“?! Da verwundert es mich auch nicht weiter, was Frauchen mit dem Hörer am Ohr so alles zuwege bringt. Waschen, Bügeln, Putzen, Kochen, Spülen, Aufräumen… die Liste ist so lang wie die Telefonschnur. Dank Handy mit Headset und Rufumleitung vom Festnetz klappt`s sogar wieder ganz gut mit dem Einkaufen und Spazierengehen.

Wie hat Frauchens Freundin, Ihr wisst schon – die mit der Ehekrise, vor drei Stunden in den Hörer geschimpft: „Mein Mann hat so gar keine Phantasie, immer nur die billige 08-15 Nummer.“ Pfffhhh…, die hat leicht reden. Was bleibt Mann denn heutzutage auch anderes übrig. Hat man erst einmal die Telefonrechnung der Holden bezahlt, kann man sich eben keine 0190er Nummer mehr leisten… miau.

Solltet Ihr diesen Tatbestand – also ich könnte Frauchen für ihre Telefonitis manchmal regelrecht erwürgen – zum Anlass nehmen, Eure bessere Hälfte zu zwingen, sich eine Arbeit zu suchen, damit sie lernt, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt als ständiges Telefonieren – lasst es sein. Es hat keinen Zweck. Sie wird Eure letzte Hoffnung zerstören, wenn sie freudestrahlend nach Hause kommt und Euch den bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag eines Call Centers mit einem schelmischen Lächeln vor die Nase legt.

Ach so, Ihr möchtet mit Eurer Frau mal wieder ein längeres Gespräch führen? Nichts leichter als das. Schenkt ihr doch einfach zur nächsten Gelegenheit einen ISDN-Anschluss inklusive eines Telefons, das die Funktionen „Anklopfen“ und „Konferenzschaltung“ unterstützt, und ruft sie an. Es wird Euch in Erstaunen versetzen, wie viel Eure bessere Hälfte Euch zu in den nächsten Stunden zu erzählen hat – oder wolltet Ihr das so genau nun auch wieder nicht wissen?

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Erinnerungen Teil 1

Ein Bericht über die mittlerweile auch schon 80-jährige Jane Fonda hat mich wieder auf die Spur einer meiner Geschichten aus guter alter Zeit gebracht. Wahnsinn wie die Zeit vergeht und was man früher so alles für seine Fitness getan hat. Erinnert Ihr Euch noch an Eberhard Ginger? Klingelts bei Tae Boe?

Also ich hatte damals so meine ganz eigene Betrachtungsweise… aber lest selbst.

Come on, Baby

Solltet Ihr jetzt denken, das wäre der neueste Herr-Cater-Anmachspruch, liegt Ihr völlig falsch. Ein Herr Cater braucht keinen Spruch, um Frauenherzen zu erobern, seine magnetische Anziehungskraft spricht für sich …schnurrr … streichel …kraul … schnurrr…

„Come on, Baby“ ist Neu-Deutsch, und vor ein paar Jahren hätte man wohl noch „Mach mit – bleib fit“ dazu gesagt. Aber damit haben es die in eine einheitliche Ganzkörperwurstpelle gehüllten Damen und Herren schon damals nicht geschafft, Frauchen vom Sofa zu locken. Dabei hatte sie zu dieser Zeit aufgrund ihrer Jugend sozusagen noch eine natürliche Fitness. Heute jedoch schnauft und stöhnt sie bereits, wenn sie nur meine Dosenfutter-, Milchtüten- und Leckerli-Ration der kommenden Woche vom Laden an der Ecke nach Hause tragen muss. Pffhhh … was sie aber auch immer hat. Sind doch nur ca. 15 Kilo auf einen Kilometer.

Mal ehrlich, in so einem unfitten Stadium ist da mit einem Eberhard Ginger und der handelsüblichen Gymnastik nichts mehr zu machen. Da müssen schwerere Geschütze her. Wie heißt es immer so schön: „Das Auge isst mit“ … knurps …und beim Sport ist das heutzutage genauso.

Es hat zwar ein Weilchen gedauert, laut Programmheft ist es schon die 29. Sendung und die X-te Wiederholung, aber schließlich haben auch Frauchens Sofa müde Augen den Messias der Unfitten erblickt. Im Wandel der Zeit wurde aus der schwarzen Einheitswurstpelle, die die vornehme Blässe perfekt unterstreicht, ein haselnussbraunes Muskelpaket; aus den mitturnenden Damen und Herren ein Dream – Team, die militärisch anmutende Taktvorgabe hat jetzt ein echter DJ unter sich und das nüchterne „So ist es richtig“ wurde durch ein fast schon animalische Instinkte weckendes …miiiaaauuuu… „You`ve got the groove Baby!“ ersetzt.

Nomen est omen, und so wurde aus einem eher unscheinbaren Eberhard Ginger the one and only George Jones und statt Gymnastik macht man jetzt Tae Boe. Ich finde es schon phänomenal, was sich aus einer stinknormalen …gäähhhnnn… Gymnastiksendung machen lässt, wenn man sie in „Sports-Entertainment-Show“ umbenennt.

Passend zu der Hektik unserer Zeit sind auch die einzelnen Übungen schneller geworden. Das mag mit der Grund sein, weshalb Frauchen und ich noch so die einen oder anderen Koordinationsprobleme haben. Während ich zu Eberhard Gingers Zeiten in aller Seelenruhe …gäähhnnn… auf meinen Übungseinsatz warten konnte, muss ich mich heute sputen …sausss…  um nach Frauchens Kampfsportkick, der mich jedes Mal durchs halbe Wohnzimmer schleudert …mauuu…, wieder rechtzeitig an meinem Absprungplatz zu sein, wenn sie erneut ein Knie nach oben zieht. Bin ich nämlich zu langsam, ist ihr Knöchel schon zu hoch oben und ich kann mich nicht mehr so gut an ihn dranhängen …ufff.. krall… „Aaahhh!!!“ An diesem Punkt der Übung- Frauchens Schmerzensschreie- bin ich immer ganz froh, wenn der liebe George den DJ anhält, die Musik lauter zu machen.

Nachbarn sind schließlich für morgentliche Schreie nicht so zu begeistern wie der gute George, dem diese stets ein entzücktes „Now she`s got the groove“ entlocken.

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Hass – wie man sein Wachstum verhindern kann

Keine Ahnung wie es Euch geht, aber ich bin genervt. Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht in den Medien und der Presse von Leuten sieht und liest, die ihre Hasstriaden gegen wen auch immer versprühen. Ok, das ist kein neues Phänomen und welche Ausmaße das annehmen kann, kennt man ja noch aus früheren Zeiten nur zu gut. Aber warum in aller Welt ist das so? Wieso schafft es der Mensch immer wieder so leidenschaftlich zu hassen?

„Das liegt in der Art des Menschen zu kommunizieren, mein Lieber.“…Wie soll ich das denn jetzt wieder verstehen Ur-Oma? Hass entsteht durch Reden? Bis jetzt dachte ich immer schuld daran wären so schlimme Dinge wie Neid oder Gier!?… „Na dann will ich es dir mal erklären“:

Hass verstehen, bedeutet den Menschen als solches zu verstehen

Der Mensch ist sich seiner Existenz bewusst. Deshalb sind oft schon die kleinsten in seinem Umfeld auftauchenden Dinge oder Ereignisse dazu in der Lage ihn zu beunruhigen. Im Bestreben möglichst Sorgenfrei zu leben, hat sich seine größte Stärke entwickelt. Die Fähigkeit aus sich selbst heraus Veränderungen seiner Situation herbeizuführen.

Dabei entscheidet er über sein Handeln stets nach drei Grundprinzipien:

  1. Sein Handeln unterliegt dem Augenmerk der Langfristigkeit
  2. Es bezieht sich in erster Linie auf den Aspekt des Schutzes für seine Familie und den Bindungen, die er eingeht (partnerschaftliche, freundschaftliche, berufliche, gesellschaftliche oder religiöse Bindungen)
  3. Er verfolgt mit seinem Handeln stets ein Ziel für sich und/oder der von ihm eingegangenen Bindung

Der Mensch ist lernfähig

Deshalb verinnerlicht er alle, im Laufe seines Lebens gemachten Erfahrungen. Während er die Erfahrung, dass seine Person ständigen Gefahren ausgesetzt ist, im alltäglichen Leben schnell abrufbar vor Augen hat, speichert er die individuellen Lösungsmöglichkeiten für ihn bedrohlich erscheinender Situationen, aufgrund ihrer Vielzahl meist im Unterbewusstsein ab. Dies hat zur Folge, dass Lösungswege nicht immer sofort für ihn ersichtlich sind. Deshalb ist er in seinen Überlegungen auf eine Vielzahl von Informationen angewiesen.

Der Ursprung des Hasses

Der Hass hat seinen Ursprung in der Urverbindung des Menschen – der Familie. Sie ist der Ort, die Gruppe oder Gemeinschaft, in der wir uns sicher und geborgen fühlen. Ihr ganzes Streben und Handeln ist es, dafür zu sorgen, dass alle Mitglieder einen positiven Weg durchs Leben finden.

Jeder der Zugang in dieser Gemeinschaft erhalten will, muss sich zuerst einmal beweisen. Er muss allen Mitgliedern glaubhaft versichern, dass er mit seinem Beitritt zum Wohl aller beitragen will und kann. Die Familie prüft den „Neuen“ ganz genau, denn jede Fehlentscheidung bringt alle in Gefahr. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für andere im Laufe des Lebens eingegangene Bindungen wie partnerschaftliche, freundschaftliche, berufliche, gesellschaftliche oder religiöse Bindungen.

Hass nährt sich aus drei Wurzeln

Die erste Wurzel – Liebe oder Angst

Wer kennt ihn nicht den Spruch: „Angst ist schlimmer als Heimweh.“ Kein Wunder. Existiert im Heimweh doch die Gewissheit, dass es noch ein Zuhause gibt. Die Angst hingegen suggeriert uns den Verlust aller lebenswichtigen Verbindungen. Angst signalisiert das Ausgeliefert sein, ohne Schutz oder Hilfe vor drohenden Verlusten oder Verletzungen. Angst führt uns vor Augen wie schnell wir verlieren können was wir lieben.

Die zweite Wurzel – Entscheidungsfreiheit oder Macht-/Kontrollverlust

Macht oder Kontrolle zu verlieren, bedeutet, sich der für uns wichtigen Lebensverbindungen nicht mehr sicher sein zu können. Ohne diese sehen wir uns unserer wichtigsten Fähigkeit beraubt, selbst an den Lebenssituationen etwas ändern zu können. Wir setzen sie gleich mit Handlungsunfähigkeit und Versagen. Wer seinen Weg nicht mehr selbst bestimmt, über den entscheiden andere.

Die dritte Wurzel – Vorsorge oder Gier

Die Erfahrung lehrt, dass sich Verluste im Leben nicht immer vermeiden lassen. Deshalb hat der Mensch für sich erkannt, dass Vorsorge wichtig für sein Überleben ist. Doch wer nicht erkennt, dass zur Vorsorge auch eine gewisse Form des Vertrauens in sich, sein Können und sein Umfeld gehört, stellt sein Handeln schnell auf „haben müssen“ um. So wird Vorsorge durch mangelndes Vertrauen zu Gier.

Die Kommunikation bestimmt ob die drei Wurzeln unseres Lebens Hass erblühen lassen oder nicht

Kommunikation bestimmt wohin wir uns entwickeln. Sie säht was wir ernten. Nicht von ungefähr besagt ein alter Spruch: „So wie man spricht, so lebt man.“ Das gilt demnach auch für Presse und Medien. Sind sie ja nichts anderes als Schrift und Bild gewordene Sprache und damit schlicht Kommunikation.

Propaganda und die Wurzel der Liebe

Durch die direkte Kommunikation mit anderen sind wir in der Lage zu eruieren wie es z.B. dem anderen geht, was ihn beschäftigt, welche Ziele er hat oder was ihm fehlt. Umgekehrt können wir aber auch dem anderen mitteilen wie das bei uns ist. So erkennen wir Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche Kompromisse, die uns das Zusammenleben durch gegenseitiges voneinander lernen bzw. besser verstehen können, auf einem guten Weg möglich machen.

Angst

Sie entsteht, wenn wir das was wir über andere erfahren im Vergleich zu uns bewerten. „Das schadet uns“, „Das finden wir nicht gut“, „Das können wir nicht dulden, dürfen wir nicht zulassen“, „Das geht gegen uns“. Kommunikation entwickelt hier ihre Propaganda-Form. Sie will nicht erklären oder verstehen, sie schürt unsere Angst, die unsere Existenz bedroht sieht.

Öffentlichkeitsarbeit (PR) und die Wurzel der Entscheidungsfreiheit

Eine wirkliche Entscheidungsfreiheit erreichen wir nur dann, wenn wir die Kommunikation mit anderen dazu nutzen Informationen zu sammeln, ohne sie vorschnell zu bewerten. Je mehr Informationen man hat, desto umfassender ist das Bild, dass wir uns von einem Menschen, einer Sache oder Situation machen können. Je klarer das Bild, desto sicherer können wir sein, eine gute, unseren Zielen entsprechende Entscheidung zu treffen.

Unsicherheit

Sie entsteht, wenn Kommunikation wenige, aber bereits bewertete Informationen vermittelt. „Das Beste Produkt“, „Exzellente Medizin“, „Nichts ist schneller als…“, „Ungeheuerlich, …“. Hier entfaltet die Kommunikation ihren PR-Charakter und schürt damit unsere Unsicherheit. Denn wenn das Berichtete bereits bewertet ist, verbirgt sich dahinter die Aufforderung, die Meinung als Tatsache zu übernehmen. Eine eigene Meinung bilden – unerwünscht und irrelevant. Ein verunsicherter Mensch neigt leichter dazu, sich von anderen führen zu lassen.

Berichterstattung und die Wurzel der Vorsorge

Je mehr neutrale Informationen die Kommunikation uns zum Lernen und damit zum Verstehen liefert, desto besser sind wir in der Lage für unser Leben Vorsorge zu betreiben. Zusammenhänge zu verstehen erhöht unsere Fähigkeit Menschen, Dinge und Situationen in ihrer Entwicklung besser einschätzen zu können und unser Handeln danach auszurichten.

Misstrauen

Es entsteht, wenn wir in der Kommunikation Propaganda, PR und neutrale, rein informative Berichterstattung nicht mehr voneinander unterscheiden können. Was von dem was man hört, kann man noch glauben, was davon verfolgt eine bestimmte Strategie? Je misstrauischer man wird, desto mehr hat man nur sich selbst und den Erhalt der eigenen Existenz im Blick. Es entsteht die „Erst ich – dann die anderen“- Mentalität.

…Und was bedeutet das jetzt? Egal ob es wir, die Politik, die Medien oder die Presse sind. Wer Angst, Unsicherheit und Misstrauen mit seiner Kommunikation bedient, nährt den Hass. Wie leicht das gehen kann, glaubt man kaum. Wenn man schreibt oder sagt: „Ein 50-jähriger Mann hat in der Stadt XY einen 40-jährigen Mann erstochen“, ist das Berichterstattung. Wenn man schreibt: „Ein 50-jähriger Flüchtling hat in der Stadt XY einen 40-jährigen Deutschen erstochen“, ist das Öffentlichkeitsarbeit und wenn man schreibt: „Ein 50-jähriger Flüchtling hat in der Stadt XY einen 40-jährigen Polizisten in Zivil erstochen“, dann ist das Propaganda.

Tja, verschrieben oder versprochen hat man sich schnell und das liegt nicht immer nur an der Rechtschreibung oder einer lockeren Zunge…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater