Resilienz öffnet den Blick für den Wert der Vielfalt

Keine Ahnung wie es Euch geht, aber seit ich hier den Wolkenunterricht genieße, komme ich ins Grübeln. Am Anfang hat mir die, zugegeben etwas ungewohnte Logik mein Hirn ganz schön verwirrt. Seit der letzten Lehrstunde, stelle ich jedoch fest, dass die Emotionen noch viel verwirrender sein können. Vor allem wenn ich mir die Handlungsblüten im Hirn zergehen lasse, die sie so mit sich bringen. Obwohl, auf den ersten Blick können auch Emotionen ganz schön logisch wirken. Nehmen wir doch einmal die „Black lives matter“ Bewegung. Ein Schwarzer stirbt durch einen weißen Polizisten. Daraufhin gehen die Menschen auf die Straße um zu verdeutlichen, dass auch ein schwarzes Leben einen Wert besitzt. Macht Sinn und klingt logisch, bis zack, aus einem Jahrhunderte alten Stadtwappen in Coburg eine rassistische Angelegenheit wird. Macht das jetzt Sinn, oder ist das eine emotionale Entgleisung? Während die Wissenschaftler im Leben noch darüber streiten, würde mich mal die Meinung meiner Wolkenlehrer interessieren…

„Na, dich wenn man so denken hört, Herr Cater, ist in letzter Zeit ja ein richtiger Streber aus dir geworden.“ … danke Ur-Opa, lass das nur Großonkelchen Oberlehrer nicht hören. Der schraubt mir noch den Schwierigkeitsgrad meiner Unterrichtsstunden in die Höhe. Dabei ist das Emotion – Logik Durcheinander schon anstrengend genug. Gibt`s da nicht irgendeinen Trick, wie es leichter wird da durchzublicken?… „Den gibt es in der Tat. Das sind unsere Werte.“ …???… geht das bitte auch Katzenhirn gerecht?!…

„Gut, fangen wir klein an. Wenn ein Mensch geboren wird, weiß er noch nicht viel von der Welt. Seine Wahrnehmung ist geprägt von seinen Sinnen und den damit verbundenen Emotionen. Empfindet er z.B. Hunger, löst das eine negative Emotion bei ihm aus und er weint. Gibt ihm die Mutter daraufhin ein Fläschchen, verbindet er mit dem satt werden eine positive Emotion. Im Laufe der Zeit, entwickelt er so die Erfahrung, dass wenn er Hunger hat und schreit, ihm die Mutter etwas zu essen gibt. Kein Wunder also, dass Menschen in erster Linie ihr Handeln in Bezug zu ihren Emotionen setzen und ihre Wahrnehmung in der Hauptsache geprägt davon ist, zwischen positiven und negativen Emotionen zu unterscheiden. Je älter der Mensch im Laufe seines Lebens wird, umso mehr lernt er. Wenn er das ungute Gefühl im Bauch mit seinem Wissen, dass es sich hierbei um Hunger handelt, verbindet, muss er nicht mehr weinen, damit die Mutter mit dem Fläschchen kommt, sondern geht an den Kühlschrank und isst etwas. Somit prägt er sein Handeln nicht mehr mit der Emotion, sondern mit seinem Wissen.“ … verstehe. Emotional gefärbtes Handeln ist mein Miauen, damit Frauchen mir etwas zu fressen gibt. Mit Wissen gefärbtes Handeln ist, wenn ich mich selbst am Kuchen bediene, damit Frauchen noch in Ruhe ihre Arbeit fertig machen kann, bevor es Kaffee und Kuchen gibt …??!… Kannst du mir sagen, Ur-Opa, wieso mein Bauchgefühl mir gerade sagt, dass mit dieser Theorie, in schnellen Schritten das nächste Ungemach im Anmarsch ist?… „Dein Bauchgefühl erinnert dich daran, dass genau diese Art deines Handelns, dich schon einmal arg in Bedrängnis gebracht hat. Genaugenommen war es der Anfang, der dir von Oma verhängten Eierdiät mit Wolkenarrest.“ … jetzt wo du es sagst. Da dachte ich auch, ich tue etwas Gutes, nämlich Opa einen Haufen Kalorien zu ersparen, wenn ich gleich in den großen Kuchen beiße…

„Damals wie heute, hast du vergessen, dir die Zeit zu nehmen darüber nachzudenken wohin dein Handeln dich führt.“ … ja, ja, die Ei – Hühnerbaron Sache, ich weiß… „Und was hast du dadurch gelernt?“ … na ja, dass ich durch mein nicht zu Ende gedachtes Handeln, trotz bester Absichten, der Gemeinschaft unseres Kaffeekränzchens und mir selbst, mehr geschadet habe als genutzt. Im Nachhinein betrachtet, haben mir da meine Emotionen wohl das Hirn vernebelt. Aber wieso?… „Weil deine Emotionen nur nach deinen persönlichen Werten fragen. Die Logik sieht deine Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen. Dadurch hat sie auch die Werte der Gemeinschaft, in der du dich bewegst, im Blick.“ …und was heißt das jetzt für die Anti – Rassismus Demos? Sind die, obwohl sie logisch klingen etwa auch emotional?…

„Auf den ersten Blick, scheinen sie logisch. Schwarze Leben haben einen Wert und Rassismus sollte es nicht geben.“ … und auf den zweiten Blick – der Haken?… „Betrachtet man die Demos im Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen, stellt man fest, dass man all die anderen Menschen, die nicht schwarz sind, ausschließt. Sind ihre Leben nichts wert?“ … du meinst also in der Logik müssten diese Demos unter dem Motto „Jedes Leben zählt“ lauten?!… „Sehr richtig. In dieser Konsequenz dürfte auch kein Demonstrant auf einen Polizisten einschlagen. Denn wenn jedes Leben zählt, hat auch das Leben eines Polizisten einen Wert. Auch dürfte es während der Demos keine Zerstörung von Gebäuden und Plünderungen von Geschäften geben, denn damit schädigt man das Leben derer, denen diese gehören und die ihren Lebensunterhalt damit verdienen.“ … irre. Da demonstrieren sie für eine gute Sache und merken nicht, dass sie dabei genau das tun, wogegen sie demonstrieren. Sie grenzen andere aus und haben keinen Respekt vor dem Leben anderer. Erinnert mich an das Beispiel vom letzten Mal, über die Anti-Corona-Maßnahmen Demonstranten, die einfordern was sie doch eigentlich haben. So gesehen, sind Demos dieser Art im Grunde doch nichts anderes als ein rauschendes Fest überschießender Emotionen. Kein Wunder, dass man Logiker da nicht antrifft. Apropos. Hast du eine Idee, wie man in das Durcheinander um den Coburger Mohren Ordnung bringen kann?… „Mit Logik ist das einfach, Herr Cater. Versuche es doch mal selbst.“

…na gut, dann füttere ich meine Wahrnehmung erst mal mit Wissen. Der Mohr ist Sinnbild für den hl. Mauritius, der im christlichen Glauben seit dem 4. Jahrhundert verehrt wird. Er ist Schutzpadron u.a. einiger Handwerksberufe und wird auch bei Krankheiten angerufen. Deshalb findet sich seine Darstellung wohl auch bei vielen Apotheken. Der Legende nach war er der Anführer eines Heeres, der sich einst geweigert hat, gegen die Christen zu kämpfen, wofür er getötet worden ist. Mohr scheint ein alter Begriff für Schwarze aus Mauretanien und Afrika zu sein. So, dann kommen die „Black lives matter“ Demonstranten, die sagen, dass ein Mohr auf dem Stadtwappen rassistisch ist – der Mohr muss weg …mmhhh… in Logik übersetzt würde diese Forderung lauten:

Heiliggesprochen wird in der christlichen Kirche nur derjenige, den man durch sein Handeln im Leben, den höchsten Wert beimisst. Somit kann die Bezeichnung Mohr für den hl. Mauritius nichts Schlechtes sein. Er hat sein Leben geopfert um andere Leben zu schützen. In besonderer Anerkennung seiner Person und weil man mit ihm den Schutz einer Stadt verbindet, nahm Coburg ihn in sein Stadtwappen auf …??? … sag mal Ur-Opa, wie verrückt ist die Welt heute eigentlich? … „Warum?“ … na, da demonstrieren die Leute für den Wert des Lebens von Schwarzen und was machen sie? Im gleichen Atemzug machen sie aus Menschen, die genau das tun, was die Demonstranten fordern, nämlich das Leben eines Schwarzen wert zu schätzen und dies offen zu zeigen, zu Rassisten. Merken die eigentlich gar nicht, dass wenn sie fordern, dass die Symbole für den schwarzen Mauren Mauritius zu entfernen sind, sie ein rassistisches Verhalten an den Tag legen, gegen das sie eigentlich demonstrieren? … irre, mir schwirrt der Kopf…

„Ich sehe schon, es wird Zeit, dass wir Brotzeit machen.“ … höchste Zeit, Ur-Opa… schmatz…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Resilienz führt zu Lösungen für die Emotionen blind sind

… schnüff … schnüff … ich rieche Fleischwurst. Was sagt mir das? Zum einen scheint der heutige Unterricht wieder mit Lehrer statt zu finden, zum anderen sollte ich jetzt dringlichst mein Hirn einschalten. Warum? Ganz einfach. Meine Wolkenlehrer freuen sich immer aufrichtig, wenn ich hier mit Euch etwas gelernt habe und gönnen uns unseren Stolz über unsere Leistung. Doch als mir Frauchen gestern die Abschrift der Unterrichtsstunde vom Februar Teil 4 vor die Nase geschoben hat, bin ich ins Grübeln gekommen. Da ging es darum wie das Gleichgewicht von Wissen und Werten unser Handeln bestimmt. Ur-Opa hat mir das damals unter Zuhilfenahme von Eiersalat und Fleischwurst erklärt. Solltet Ihr vielleicht auch nochmal nachlesen. Der Duft von Fleischwurst heute, erinnert mich nämlich durch diese aufgefrischte Erinnerung daran, dass wenn ich nur die Fleischwurst im Kopf habe, mir der leckere Eiersalat im Kühlschrank schlecht werden kann und damit das Wissen und Werte Gleichgewicht leicht aus den Fugen geraten kann. Ich frag` mich nur, was die Gier nach Fleischwurst mit dem Stolz auf meine Lernleistung zu tun haben soll … ??? …

„Eine ganze Menge, Herr Cater.“ … als ob ich es nicht geahnt hätte. Kaum erwähnt man das Wort „Lernen“ und schon ist er da, der Herr Oberlehrer… und was genau ist das, Großonkelchen? Stolz und Gier können unterschiedlicher doch nicht sein!??… „Auf den ersten Blick, ja. Auf den zweiten Blick jedoch, haben sie auch eine Gemeinsamkeit.“ … und welche? … „Beides sind Befindlichkeiten, die vom seelisch-geistigen Gleichgewicht in einer Situation abhängig sind und dementsprechend positiv oder negativ gedeutet werden können. Deshalb zählen wir sie hier zu den Emotionen.“ … ??? … „Im Kern bedeutet das: Wenn dein Stolz mit begründetem Wissen unterlegt ist, lenkt er deine Wahrnehmung mit Logik und führt so zu optimalen Entscheidungen und richtigen Handlungen. Fehlt ihm dieses Wissen, bleibt deine Wahrnehmung emotional gefärbt und verhindert, dass du in einer Situation die Unlogik deiner Entscheidung erkennen kannst und führt so zu falschen Handlungen. Genauso ist es mit der Gier, dem unbedingt etwas Haben zu wollen. In der Logik, kann sie eine gute Motivation für dein Handeln sein, um deine Ziele zu erreichen. In der Emotion veranlasst sie dich, für das Erreichen deiner Ziele auch Dinge zu tun, die auf Kosten anderer gehen.“ … ja und wie merke ich nun, ob mein Wunsch, in die von dir mitgebrachte Fleischwurst zu beißen, von meinen Emotionen oder von Logik bestimmt wird? … „Beißt du herzhaft in die Fleischwurst, da du ihrem leckeren Duft nicht widerstehen kannst, folgst du deiner emotional eingefärbten Wahrnehmung. Du verschwendest keinen Gedanken daran, dass der Eiersalat, der eventuell noch im Kühlschrank steht, verderben könnte. Du genießt deine Fleischwurst auf Kosten des Eiersalates. Wenn du dir vor dem Reinbeißen in die Fleischwurst, die Zeit nimmst, im Kühlschrank nachzuschauen ob da noch ein Eiersalat von gestern steht, ist deine Wahrnehmung von Logik geleitet. Gibt es noch Eiersalat, wirst du erst diesen essen und die frische Fleischwurst noch aufheben. Genießen kannst du sie auch später.“

… das erinnert mich an die Technik mit der Gretchenfrage… „Sehr gut, Herr Cater. Wenn du jetzt noch ein gutes aktuelles Beispiel dazu findest, verrate ich dir, ob es im Kühlschrank noch Eiersalat gibt.“ … mmhhhh… raschel… raschel… patsch… hier wär` doch was. Der Bericht in der Zeitung über die „Coronaidioten“, die Demonstranten in Berlin. Überlegt man, an so einer Veranstaltung teilzunehmen, würde die Gretchenfrage lauten: Ist mir das Stückchen Stoff vor dem Gesicht loszuwerden, so wichtig, dass ich mit fremden Menschen, mit fraglichen Gesinnungen, auf Kuschelkurs gehe und mich dadurch, da ich das ungeschützt tue, dem Risiko aussetze die Gesundheit oder gar das Leben von mir und anderen, aufs Spiel zu setzen? Oder ist für mich, mein Leben und das anderer Menschen wichtig genug, alle Regeln stoisch einzuhalten, um die Pandemie möglichst unbeschadet und bald zu überstehen?…

„Das klappt doch schon ganz gut. Bleibt die Frage, welche Erkenntnis du aus dieser Gretchenfrage ziehst. Denn die, aus der Gretchenfrage erworbenen Erkenntnisse lenken unser Handeln und bilden das, was wir im Rückblick „Erfahrungen“ nennen.“ … mmmhhhh… na ja, die Gretchenfrage zeigt uns die Werte, zwischen denen wir, in einer Situation, wählen können auf. In diesem Beispiel liegt der eine Wert auf einem Stückchen Stoff, das im Gesicht nervt und diverse Gesinnungen, die man akzeptiert sehen will. Der andere Wert bezieht sich auf ein Menschenleben… ??? … „Was überlegst du?“ … Ich schau mir gerade das Plakat an, das die Demonstranten vor sich hertragen:

„ZUM WOHLE DES DEUTSCHEN VOLKES   FÜR FREIHEIT UND DEMOKRATIE    CORONA PANIK BEENDEN   GRUNDRECHTE ZURÜCK   SOFORT“

Ob man sich wohl fühlt oder nicht ist ein Gefühl, also eine Emotion. Freiheit ist für jeden etwas anderes, also auch eher eine Empfindung und damit eine Emotion. Demokratie ist eine Sache von Kompromissen. Die kommen auch nur zustande, wenn alle daran Beteiligten das Gefühl haben, dass es sich für sie lohnt. Im Grunde also auch eine Emotion. Eine Panik ist auch eine Emotion, wenn auch eine, im negativen Sinne, ziemlich heftige. Corona, also Covid-19, hingegen ist ein Fakt, der durch die, durch ihn, ausgelösten Erkrankungen und Todesfälle untermauert wird. Fällt also unter Logik. Ebenso wie das Grundrecht. Es schützt die physische und psychische Gesundheit des Menschen. Ein Fakt, der untermauert wird, da es genau deshalb die Abstandsregeln und die Mund- und Nasenschutzpflicht gibt. Bei dem Wort „sofort“ fällt mir die positiv verhaltene Grundenergie ein. Sie schafft Zeit, von der emotionalen auf die logische Wahrnehmung umzuschalten. Zeit zum Nachdenken – für den Erhalt von Emotionen eine fatale Geschichte.… ???…

„Das hast du alles richtig erkannt. Worüber grübelst du noch?“ … naja, rein logisch gesehen, bedeutet das doch dann, dass diese Menschen auf die Straße gehen um gegen die Existenz negativer Emotionen zu protestieren. Aus ihrer Sicht, ist Leben nur dann etwas Wert, wenn es aus positiven Emotionen besteht. Selbst dann noch, wenn die Emotionen die Wahrnehmung so blind machen, dass man für etwas kämpft und sein Leben und das anderer aufs Spiel setzt, obwohl man es längst hat…mööhhhh… irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass wir im Leben vieles für einen Fakt halten, der bei logischer Betrachtung nichts als Emotion ist. Apropos. Ist eigentlich noch Eiersalat da?… „Du hast Glück – nein. Kannst die Fleischwurst haben.“ … schmatz… da sag noch einmal einer, dass Logik und Fakten, zumal wenn sie als Fleischwurst daherkommen, nicht auch zufrieden machen können… schleck… schnurrr…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Die positiv verhaltene Grundenergie verschafft uns die notwendige Zeit

Keiner da!? Wo bleiben die denn heute? Normalerweise bin ich doch der Letzte, der zum Unterricht kommt. Ausgerechnet jetzt, wo ich doch so gespannt bin, wie ich das bisher Gelernte in der Praxis umsetzen kann …möööhhhh… Sogar nachgelesen hab` ich, was dieses Jahr auf dem Lehrplan stand. Schließlich will ich mir hier bei meinen Wolkenlehrern keine Blöße geben. Von wegen, ein Kater ist unbelehrbar! Nicht mit mir… grrrr… Wenn das noch lange dauert zieh` ich meiner Wege … Unverschämtheit… wer glauben die eigentlich wer ich bin? Und da soll man nicht die Lust verlieren… jetzt wird` ich aber gleich sauer… ???!… ne, oder? Die werden doch nicht…?! EINE FALLE!!!

Meine Logik sagt mir, Essig hat im Eiersalat nix verloren! Also runter mit den Emotionen und aufhören den Eiersalat mit zu viel emotionaler Säure aus seinem schmackhaften Gleichgewicht zu bringen. Meinen Wolkenlehrern werde ich es zeigen. Den Resilienz Knopf hab` ich schon mal gedrückt… patsch… Schließlich lerne ich mittlerweile gerne und wenn ich jetzt davonlaufe, nur weil mich die Situation nervt und wütend macht, werde ich nie erfahren, wohin mich mein Lernen noch gebracht hätte. Meine Logik sagt, zum Aufgeben bin ich einfach zu neugierig. Warum also in der Abwesenheit meiner Lehrer nicht mal versuchen, auf eigene Faust was umzusetzen?! Schließlich weiß ich aus Erfahrung, dass wenn ich in einem scheinbar unbeobachteten Moment, Mist baue, wie von Zauberhand irgendeiner aus meiner großen Wolkenfamilie hinter mir steht und mir die Leviten liest. Früher war ich darüber fassungslos… grrr… Heute, mit meiner neu gelernten Logik, finde ich es genial… jau… Es bedeutet nämlich, dass solange keiner kommt, ich darauf vertrauen kann, alles richtig zu machen. Mal sehen …mmhhh…

Laut Ur-Ur-Oma braucht es ja diese positiv verhaltene Grundenergie, gerade wenn man im August optimale Lösungen finden will. Die dürfte ich nach meinem Geschwätz von eben, durchaus erreicht haben. Besonders weil ich durch das Umschalten von Emotion auf Logik erkannt habe, dass auch wenn kein Lehrer zur Verfügung steht, es mich nicht davon abhalten kann zu lernen. Irgendwie erinnert mich das Ganze an das Henne – Ei Problem, das ja in früheren Unterrichtsstunden als Symbol für die zeitgleiche Existenz unterschiedlicher Situationen stand. In der heutigen Unterrichtsstunde existiert „Kein Lehrer da“, genau zeitgleich wie die Möglichkeit „Lernen zu können“. Wenn ich mir die Laune nicht vermiesen lasse, was mit der logischen Betrachtung der Situation super klappt, dann funktioniert auch die Taktik, vom Ei zum Hühnerbaron echt gut. Frag´ ich mich nämlich wohin mich mein genervt sein über den fehlenden Lehrer führt, merke ich schnell, dass ich nicht nur heute, sondern wohl auch in Zukunft nicht mehr lernen will. Gut, dumm sterben kann ich auf meiner Wolke nicht mehr, aber die Zeit in der ich meine Neugierde nicht befriedigt kriege, ist dummerweise dadurch auch extrem länger. Saublöd, wenn man wie ich mit der Geduld auf Kriegsfuß steht.

Betrachte ich den Weg auch ohne Lehrer etwas zu lernen, stelle ich recht schnell fest, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, im Lernen eine Art Korrektur zu finden. Die positiv verhaltene Grundenergie, gibt mir genug Auftrieb, mich an frühere Erfahrungen zu erinnern, die mir die Sicherheit geben, dass auch wenn ich es meine, ich nie alleine bin. Deshalb kann ich heute auch selbstbewusst behaupten, dass ich Euch keinen Mist erzähle. Warum? Ganz einfach. Es ist immer noch kein ermahnender Wolkenlehrer hier! Apropos Wolkenlehrer. Meine Erfahrung sagt mir auch, dass die immer interessante Beispiele aus dem Leben geben, um Gelerntes zu untermauern. Das will ich jetzt auch mal versuchen.

Nehmen wir doch die Mund- und Nasenschutz Pflicht mit den Abstandsregeln. Emotional betrachtet ist das nervig und der größte Scheiß. Die Menschen fühlen sich eingeschränkt und gegängelt. Schaltet man auf Resilienz und damit die Logik, lauten die Fakten: beides schützt vor dem Übertragen der Covid-19 Viren und reduziert so die Ansteckungsgefahr, was eine super gute Sache ist. Wählt man jetzt in seiner Wahrnehmung die Logik, kommt die positiv verhaltene Grundenergie zum Tragen. Sie verhilft einem dazu, in Ruhe über das Für und Wider der Abstandsregeln und des Mund- und Nasenschutzes, nachzudenken. Das nennen wir hier das Henne – Ei Problem, die Zeitgleichheit von Situationen. So kann etwas, das gut ist, durchaus auch einengend sein. Allerdings stellt man bei näherer Betrachtung fest, dass diese Vorschriften auch dazu dienen, dass vielen Menschen nebenbei die ein oder andere Grippe oder der ein oder andere Schnupfen erspart geblieben ist.

An dieser Stelle hat die emotionale Wahrnehmung längst beschlossen, sich darauf zu konzentrieren, aufzuzählen was im Zusammenhang mit den Vorschriften noch alles so nervt, wie z.B. der erschwerte Urlaub, die fehlenden Feiern oder die ausgefallenen Konzerte. Da Emotionen aber keine allgemeingültigen Fakten sind, versucht man sie durch das Pochen auf die Rechtslage zu untermauern: „Das ist mein gutes Recht!“. Die logische Wahrnehmung dagegen, die sich von Grund auf an Fakten orientiert und deshalb keine extra Untermauerung braucht, verweist auf die Technik „vom Ei zum Hühnerbaron“ um zu verdeutlichen wohin die möglichen Wege führen, die zur Verfügung stehen. Nichteinhaltung der einengenden Vorschriften, bringt eine sehr hohe Zahl von Infizierten und Toten. Darunter könnte z.B. der eigene Partner, das eigene Kind, die eigenen Großeltern oder die eigenen Freunde sein. Der nächste Lockdown wäre sicher, mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft und den eigenen Lebensunterhalt. Die Beschränkungen, die solch eine Situation mit sich bringt, stehen in keinem Verhältnis zu den Beschränkungen, die das Tragen von Mund- und Nasenschutz und das Einhalten der Abstandsregeln verursachen. Dann schon lieber die hinzugewonnen Stoff Flächen für Werbung oder Kunst und die ganze Situation als Quell neuer innovativer Ideen nutzen.

Ha… immer noch keiner meiner Lehrer da! Wisst Ihr was das Beste am Lernen ist? Wenn man die ersten Erfolgserlebnisse hat, ist das Gefühl stolz auf sich zu sein, besser als jedes Schleckerlie… „Ich hoffe du beehrst und trotzdem noch zum Mittagessen, Herr Cater.“ … logisch Ur-Oma. Bin schon da… saussss…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater