Sein – Leben der Frau

                                                        Groß-Tantchens Lieblingsgedicht

 

                                                                  Sein – Leben der Frau

                                                                              Kind sein,

                                                                               lieb sein.

                                                                               Frau werden,

                                                                               attraktiv sein.

                                                                               Frau sein,

                                                                               reif sein.

                                                                              Mutter werden,

                                                                              verantwortungsvoll sein.

                                                                             Mutter sein,

                                                                             stark sein.

                                                                             Älter werden,

                                                                             verständnisvoll sein.

                                                                             Alt sein,

                                                                            einsichtig sein.

                                                                           Krank werden,

                                                                           keine Last sein.

                                                                          Sterben,

                                                                          zufrieden sein?

…Groß-Tantchen hat am Ende Ihres Lebens die Frage nach dem zufrieden sein, nach reiflicher Überlegung mit einem aus tiefsten Herzen kommenden „Ja“ beantwortet. Wie sie zu dieser Erkenntnis gekommen ist? Erklärt hat sie es mir so: „Wer das Leben liebt so wie es ist, beherrscht die Kunst „zu sein“ – das schafft Zufriedenheit. Wer ständig die Schuld bei anderen sucht, lebt deren, also „sein Leben“ – das schafft Unzufriedenheit.“ Ihr seht, der Titel „Sein – Leben der Frau“, ist nicht so banal wie er auf den ersten Blick scheint – da steht er dem Leben in nichts nach…

Wie? Wer es geschrieben hat? Ehrlich, ich war`s nicht – ich sag` nur …FRAUCHEN…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Die Zeit – unser bester Freund

…Einer der Vorteile in unserer Villa Geisterbund zu leben ist die Zeit – die ist hier nämlich relativ. Im Gegensatz zum Leben gibt es hier kein „spätestens um 8 Uhr musst du Aufstehen“ und auch kein „beeil dich, sonst kommst du zu spät“. Hier darf man einfach sein…

„Na ganz so zeitlos ist unser Leben hier auch nicht, mein Lieber.“ …Tag, Oma…wieso?… „Hast du gestern nicht gefragt, wann dein Frauchen endlich wieder einen Kuchen backt?“ …schon, aber…??!… „Ja, auch hier geht es um Zeit, auch wenn dich daran eher der Kuchen interessiert. Doch ohne Zeit gäbe es keinen Kuchen!“ …wie meinst du das denn jetzt schon wieder, Oma?… „Na dann komm. Ich will mir mal die Zeit nehmen dir das Ganze zu erklären.“ …dauert das lange?…

Die Zeit legt den Rahmen fest und bestimmt die Dauer

Egal ob es um Ziele, Partnerschaften oder die einzelne Person geht. Allein die Zeit bestimmt wann etwas beginnt und wann es endet.

Die Zeit legt mit dem Geburtsdatum fest wann wir geboren werden und gibt mit dem Sterbedatum an, wann unser Leben endet. Sie gibt z.B. mit dem Hochzeits- und Scheidungsdatum, den Tag vor, an dem wir Beziehungen eingehen und bis wann wir in diesen Beziehungen bleiben.

Doch auch wenn es keinen bestimmten Anfang und Ende zu geben scheint, wirkt die Zeit in Form der Dauer einer Sache oder Situation. So benötigt ein Kuchen eine Backzeit von 50 Minuten, Nudeln eine Kochzeit von 10 Minuten und eine Schulstunde dauert 45 Minuten.

Die Zeit ermöglicht uns eine gewisse Sorglosigkeit

Indem die Zeit unserem Handeln genaue Vorgaben voranstellt, verhilft sie uns zu Lösungen. In Arbeitsverträgen z.B. finden sich Arbeitsbeginn und Ende, die Dauer des Arbeitsverhältnisses und damit die Möglichkeit der Planung von Urlaub und Freizeit.

Festgelegte Zeiten bieten Sicherheit in Bezug auf die Ausführung dessen, was wir tun wollen. So können wir uns auf das Wesentliche der Sache konzentrieren und kontinuierlich einen Schritt nach dem anderen gehen.

Selbst dann, wenn manchmal nicht alles so läuft wie wir es uns wünschen, lernen wir, dass sich so manches zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen lässt und dann durchaus auch mit mehr Erfolg.

Die Zeit ist wie ein guter Freund

In Phasen, in denen alles so gut und schnell wie von uns gewünscht funktioniert und wir unsere Entwicklung nach eigenen Wünschen vorantreiben können, sprechen wir davon im Flow zu sein. Das ist genau der Moment, in dem wir die Zeit zu unserem besten Freund erklären.

In den Phasen unseres Lebensweges jedoch, in denen wir uns blockiert, verletzlich und krank fühlen, erklären wir die Zeit zu unserem Feind. Sie ist in unseren Augen die Verantwortliche für die Dauer des Leidens, der Niederlagen und Misserfolge, die wir stoisch ertragen müssen, wenn alle unsere Änderungsversuche scheinbar ins Leere laufen.

„Hab` Geduld – alles wird gut.“ Wir alle haben diesen Satz von einem Freund schon mal in der einen oder anderen Situation gehört. Meist waren wir dann eher ungehalten statt beruhigt. Warum? Geduld verbinden wir mit „Warten“, „Ewigkeit“ oder „zum Nichthandeln verdammt“. Nichts von all dem gehört zu den Dingen, die wir gerne tun. Doch verlangt das ein guter Freund? Nein. Ein guter Freund sagt: „Hab´ Vertrauen – alles wird gut.“

Die Zeit enttäuscht unser Vertrauen bei genauer Betrachtung auch nicht. Selbst in den schlimmsten Situationen bleibt sie nicht stehen, sondern führt uns beharrlich, Stunde, für Minute und Sekunde zum Ende der Situation. Eben ein wahrer Freund.

Die Zeit kann uns zu einer positiveren Lebenseinstellung verhelfen

Der Mensch neigt dazu je nach den gegebenen Lebensumständen seine Ziele, Partnerschaften und sich selbst anzuzweifeln. Diese Zweifel sind die Ursache für so manche Blockade bzw. Verzögerung im Leben. Die daraus entstehende Angst, nicht genug Zeit zu haben, sich für sein Vorhaben in der falschen Zeit zu befinden oder auch von anderen nicht genug Zeit zu bekommen, löst nicht nur Unbehagen und Stress, sondern auch so manche Krankheit aus.

Wer trotz seiner Zweifel auf seinen Freund, die Zeit vertraut – also Geduld hat, ist aus eigener Kraft durchaus in der Lage, drohende Verluste, Misserfolge oder Krankheit positiv zu beeinflussen. Denn wer es schafft, trotz aller Zweifel zu vertrauen, gibt der Angst keine Chance übermächtig zu werden und bleibt in jeder Lage des Lebens handlungsfähig.

…Jetzt glaube verstehe ich was du meinst Oma. Im Leben ist die Angst unser Feind und nicht die Zeit. Hätte ich keine Angst, dass ich keinen Kuchen bekomme, würde die Zeit schon dafür sorgen, dass es Samstag wird. Samstags backt Frauchen mit dir nämlich immer Kuchen, es sei denn es kommt ihr etwas dazwischen. Doch dann holt sie es baldmöglichst nach und auch da sorgt die Zeit dafür, dass dieser Tag kommt… „Genau. Du siehst, der Zeit zu vertrauen, vertreibt die Sorgen und entspannt. Und weist du was das schöne daran ist?“ …was?… „Ich kann jetzt endlich zu deinem Frauchen in die Küche und ihr beim Kuchen backen für dich helfen.“ …schnurr…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Der Algorithmus

Seit wir Villa Geisterbund-Bewohner das Internet für uns entdeckt haben, geistern wir schon auch gerne und oft im World Wide Web herum. Unsere – also meine „Herr Cater“ und Frauchens „Schneider Gabriele“ Facebookseite, die wir als Möglichkeit neue Freundschaften zu schließen nutzen, bringen uns immer wieder mit den interessantesten Leuten in Kontakt.

Kriminalisten, Autoren, Verlage, Presse, Politik, Unternehmer aller Art und eben auch ganz normale Leute. Bunt gemischt und deshalb auch immer wieder aufregend und spannend. Während die einen im Urlaub sind, veröffentlichen andere neue Bücher oder es gibt die neuesten Infos und Tipps aus den Unternehmernetzwerken – unglaublich was man durch andere so alles lernen und Neues erfahren kann.

Doch seit einiger Zeit sehen wir immer öfter einen Post unserer Facebook-Freunde, den Ihr bei Euren Freunden wohl auch schon gesehen habt:

„Hallo allerseits. Ok, ich spring auch auf den Zug … Kämpfe gegen diesen Facebook Algorithmus, weil ich merke, dass ich nicht mehr so viele Posts meiner Freunde sehe. Hier ist nun, wie man es vermeidet, immer von den gleichen 25 FB-Freunden und niemand anderem zu hören. Dieser Post erklärt, warum wir nicht alle Posts von unseren Freunden sehen…“

…Wie? Algorithmus? Freunde verschwunden? Kann sowas sein? Und wenn ja warum? Was steckt dahinter?… grrrr…fauch… „Bleib mal ganz ruhig Herr Cater. Wenn man die Sache mit dem Algorithmus verstanden hat, liegt die Lösung auch schon da!“ …Was weist du als Schmied über einen Algorithmus, Ur-Opa? Das ist doch so ein Computerdings und damit hattes du doch zu deinen Lebzeiten gar nichts zu tun!?… „Tja mein Lieber, Algorithmen gab es schon vor dem Computerzeitalter.“ …Wirklich? Da bin ich jetzt aber gespannt…

Was ist ein Algorithmus?

Ein Algorithmus ist nichts anderes als eine Handlungsvorschrift, eine Anweisung zur Lösung eines Problems, in endlich vielen Schritten.

Das Problem bezeichnet das Ziel, das man erreichen will und die Lösung zeigt die einzelnen Schritte auf, die, wenn man sie befolgt, zu diesem Ziel führen.

Der Facebook Algorithmus

Um den Facebook Algorithmus zu verstehen, muss man Facebook verstehen. Facebook ist ein Unternehmen und als solches will es Geld verdienen. Doch wie macht man das, wenn man den Nutzern seine Dienste gleichzeitig kostenlos zur Verfügung stellt? Man bemüht sich Werbung an Marken, Unternehmen und Medien zu verkaufen, indem man für eine Gebühr verspricht, mehr Menschen mit seinen Posts zu erreichen.

Mark Zuckerbergs Umbau des Facebook Algorithmus, indem er mehr Wert auf „bedeutungsvolle soziale Interaktionen“ legen, und zukünftig Beiträge von „Freunden, Familienmitgliedern und Gruppen“ stärken will, zielt dabei hintergründig darauf ab, den Druck auf Medien und Seitenbetreiber zu erhöhen, vermehrt Werbung zu kaufen, um für die privaten Nutzer auch weiterhin sichtbar zu bleiben.

Da sich Posts aber nur verbreiten, wenn sie kommentiert und geliked werden, muss man um sein Werbeziel zu erreichen, auch die kostenlosen Nutzer dazu bringen, dies vermehrt zu tun. Der groß angekündigte Umbau des Algorithmus ist ein wirksames Mittel dafür. Kombiniert man ihn dazu mit einer Art Kettenbrief,

„Hallo allerseits. Ok, ich spring auch auf den Zug … Kämpfe gegen diesen Facebook Algorithmus, weil ich merke, dass ich nicht mehr so viele Posts meiner Freunde sehe…“

bringt man die Nutzer dazu, zu üben was man in Zukunft von ihnen möchte: Post sollen mehr kommentiert und geliked werden! Und mit wem übt sich das am einfachsten? Mit Freunden, Familie und Gruppen.

Wie man einen Algorithmus überlistet

Am einfachsten überlistet man einen Algorithmus, indem man ihn durch das geschickte Einfügen von Zwischenschritten nutzt.

  1. Zuerst sollte man sich der Ziele des zugrundeliegenden Algorithmus bewusst werden. Im Fall Facebook geht es um Umsatz, Reichweite und Interaktionen.
  2. Danach sollte man sich seiner eigenen Ziele bewusst werden. Im Fall der privaten Nutzer und Seitenbetreiber geht es um Reichweite.
  3. Nutze den Algorithmus einer Tasse Kaffee und füge mögliche Zwischenschritte ein.

Der Kaffee Algorithmus

  1. a  Wasser in Behälter füllen
  • Tausche dich mit Freunden aus, ob du dazu Leitungswasser oder lieber Stilles Wasser verwendest
  1. b  Behälter in Kaffeemaschine setzen
  • Tausche dich mit Freunden aus, wie gut sich z.B. der Behälter reinigen lässt. Frage nach deren Erfahrungen.
  1. c  Filter in Kaffeemaschine legen
  • Tausche dich mit Freunden darüber aus welche Art/ von Kaffeefilter du verwendest und warum
  1. d  Kaffeepulver in Filter füllen
  • Tausche dich mit Freunden darüber aus welches Kaffeepulver/Land Region du verwendest. Wo du es kaufst, welche anderen Sorten du noch verwendest
  1. e  Kaffeemaschine anschalten
  • Zeige deinen Freunden welche Kaffeemaschine/Automat du verwendest
  1. f  Tasse aus Schrank holen
  • Erzähle deinen Freunden welches deine Lieblingstasse ist, woher du sie hast, oder wie lange du sie schon hast
  1. g  Wenn Kaffee durchgelaufen ist, in Tasse füllen
  • Erzähle was du machst, während du deinen Kaffee trinkst. Z.B. die neuesten Geschichten vom Herrn Cater lesen.
  • Indem du und deine Freunde über das was ihr postet interagiert, also kommentiert und liked, erhöht ihr automatisch eure Reichweite. Denn all das sehen auch eure Freunde, mit denen ihr interagiert. Demzufolge steigt die Reichweite, je mehr Freunde du hast, mit denen du kommentierst und likest.

…Na super Ur- Opa. Aber was wird dann aus meinen Freunden, die keinen Kaffee mögen?… „Da kommen dann Ur-Oma und Groß-Tantchen ins Spiel.“ …???…

Das Prinzip vom Hundertsten ins Tausende zu kommen

Dieses Prinzip beherrschen Ur-Oma und Groß-Tantchen wie kein anderer. Wenn Ur-Oma die Tasse aus dem Schrank holt, fällt Groß-Tantchen die bezaubernde Tasse ein, die beide vor Jahren in Rom, in einem kleinen Laden gesehen haben. Die Verkäuferin hatte ein wunderschönes rotes Kleid an, dass sie Jahre später an der Nachbarin, die mittlerweile, entgegen der Erwartungen aller, eine gute Partie gemacht hat, in ähnlicher Form gesehen haben. Während sie einen reichen Unternehmer geheiratet hat, ist ihre Schwester mit einem Künstler nach Malta gegangen… Apropos Malta, was macht eigentlich Eva? Ist sie schon wieder aus dem Urlaub zurück? Komm wir fragen sie mal ob sie zum Kaffee kommt…

Stellt man sich jetzt vor, dass ein Kaffee Algorithmus alles sammelt was Euch zum Thema Kaffee interessiert und Euch die passenden Posts anderer dazu zeigt, kommt man mit Ur-Omas und Groß-Tantchens Methode von der Tasse, nach Rom, zu Kleidern, kleinen Lädchen, diversen Unternehmen über die Kunst bis Malta und findet noch jemanden fürs Kaffeekränzchen.

…Da hast du recht Ur-Opa. Vor einem Algorithmus muss man sich nicht fürchten. Wenn man ihn mit den richtigen Informationen füttert, ist er lernfähig und bringt einen immer wohin man will.

Naja und statt sinnlos irgendwelche Kettenbriefe zu verbreiten, kann man bei der nächsten Tasse Kaffee ja mal wieder seine Freundesliste nach vermissten oder längst vergessenen Freunden durchforsten. Wie? Ihr wisst nicht was Ihr mit denen schreiben sollt? Na wie wär`s denn einfach damit:

„Habe soeben die neueste Herr Cater Geschichte gelesen und auf meiner Seite geteilt. Jetzt würde mich mal interessieren was du von den Erklärungen zum Algorithmus hältst. Gefällt dir! Super! Teile es auch mit deinen Freunden und liked die Herr Cater Seite, dann habt ihr immer zum Kaffee etwas Interessantes und Lehrreiches zu lesen.“

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater