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Unsere Wahrnehmung. Emotionen engen sie ein, die Logik optimiert sie.

Irgendwie schon seltsam. Da denkst du, dass du als Optimist besser durch die Krisen des Lebens kommst als ein Pessimist und dann kommt Ur-Opa ums Eck und holt dich unsanft aus dem Reich der Träume. Auch der Optimist meistert Krisen nicht besser, solange er sich nicht der Resilienz bedient – er sieht sein Elend nur nicht ganz so schwarz wie der Pessimist. Der Unterschied zwischen einem Optimisten und einem Pessimisten ist folglich nichts anderes als die Art und Weise wie beide eine Situation wahrnehmen. Das pessimistische „hab ich`s doch geahnt“ und das optimistische „wieder was gelernt“ färben einzig den Umgang mit dem, was geschehen ist, negativ oder positiv ein. Wenn ich Ur-Opa richtig verstanden habe, hat das jedoch für die aktive Weichenstellung, für die Zukunft, keine direkten Auswirkungen, denn es geht in beiden Fällen nicht um ein aktives Handeln, sondern rein um den Umgang mit den Emotionen. Dabei hat der Optimist die Nase vorn, denn ihm fällt das notwendige Lernen für ein resilientes Handeln, leichter. Bleibt die Frage, warum der Optimist die Sache mit der Resilienz nicht automatisch hinbekommt – bei all dem was er so bereit ist zu lernen?! …

„Weil er nur allzu gern vergisst, sein Wissen auch anzuwenden, Herr Cater.“ … wie meinst du das Ur-Opa? Nutzt man denn Wissen nicht automatisch? Dafür hat man es doch, oder nicht? … „Das sollte man meinen. Die Realität sieht aber oft anders aus. Die meisten nutzen ihr Wissen um ihre Emotionen positiv oder negativ zu färben. Sie besuchen z.B. Kurse oder Vorträge, in denen sie erfahren, wie sie ihr Leben oder auch ihre berufliche Laufbahn positiv beeinflussen können. Die Pessimisten gebrauchen das, was sie dort erfahren, dazu, ihre ohnehin schon negative Einstellung zu festigen. Die einen halten das Erfahrene für nicht umsetzbar und stellen das Lernen ein oder geben nach halbherzigen Versuchen, gleich wieder auf. Negative Emotionen, sind der Motivation eben nicht gerade förderlich. Die Optimisten kommen aus solchen Veranstaltungen eher positiv gestimmt heraus. Sie sind begeistert über das, was sie erfahren haben.“ … aber wenn positive Emotionen die Motivation fördern, müssten die Optimisten doch dann eifrig ihr Wissen anwenden!? Das verstehe ich nicht … „Um das zu verstehen, musst du wissen, dass es, wie bei den Pessimisten, die Lernverweigerer und die Demotivierten, auch zwei Arten von Optimisten gibt.“ … und welche sind das? … „Ich nenne sie gerne die Luftschloßbauer und die Resilienzbegabten. Die Luftschloßbauer nutzen ihr Wissen um ihre Emotionen auf das Positive im Leben zu richten. Sie stellen sich vor, was sie alles im Leben erreichen können und wie glücklich und zufrieden ihre Zukunft aussehen kann. Sie nutzen ihre Motivation zum Lernen. Ihr Motto: je mehr ich lerne, desto positiver wird die Zukunft. Allerdings vergessen sie, dass das beste Wissen nichts nutzt, wenn man es nicht anwendet. Ohne es zu merken, werden sie dadurch zu einer dankbaren Einnahmequelle für alle Trainer, Coaches und Speaker, die heutzutage die Bühnen bevölkern. Mit den Resilienzbegabten ist hingegen nicht viel Geschäft zu machen. Sie motivieren ihr Handeln aus dem Wissen ihrer Erfahrungen und ziehen aus ihrem Handeln neue Erkenntnisse, mit denen sie ihren Wissensstand erhöhen. Indem sie sich ihr Wissen selbst erarbeiten, färben sie auch ihre Emotionen immer wieder positiv ein.“ … das kenne ich. Erfolge machen glücklich und zufrieden… schnurrr…

„Ja. Deshalb ist Resilienz auch immer mit einem Ziel verbunden, während die Luftschloßbauer eher auf ihre Wünsche fixiert sind.“ … du willst mir damit also sagen, dass es bei Resilienz in erster Linie darum geht, meine Motivation auf meine Ziele, statt auf meine Wünsche zu richten?! Aber ist es falsch Wünsche zu haben? … „Natürlich nicht. Allerdings ist das Erreichen von Wünschen eine sehr wankelmütige Angelegenheit. Solange alles gut läuft im Leben – kein Problem. Läuft es aber einmal schlecht, ist die Gefahr groß, dass man den Wunsch schnell wieder verwirft und sich einem anderen, scheinbar leichter erreichbaren Wunsch zuwendet. Damit erhöht sich das Risiko im Leben, nie etwas von dem was man will, zu erreichen. Wünsche sind generell sehr emotionsabhängig, was automatisch eine begrenzte Wahrnehmung für nutzbare Möglichkeiten mit sich bringt. Eine emotional gefärbte Wahrnehmung, filtert die negativen Eindrücke heraus und konzentriert sich in der Hauptsache auf Lösungen, die sich „gut“ anfühlen.“ … und was ist da bei Zielen anders? …

„Ziele sind wissensabhängig und folgen der Logik. Ihr Filter ist nicht emotional, sondern unterteilt lediglich in „leicht“, „mittel“ oder „schwer“. Dadurch erweitert sich die Wahrnehmung für vorhandene Möglichkeiten auf möglichst viele Lösungswege.“ … ach das meinte Ur-Oma damit als ich ihr mein Leid von der fehlenden Fleischwurst für meine Lern – Motivation, geklagt habe… „was hat sie denn gesagt?“ … sie meinte, dass alle Wege nach Rom führen. Ich sollte nur nicht den Fehler machen zu glauben, dass jeder bequem ist und immer und überall auf diesen Wegen die Sonne scheint… „Ja, das klingt nach meiner Frau. Egal wie schwierig ein Weg ist und was er einem abverlangt – Hauptsache er führt zum Ziel. Mit ihren Erfolgen hat sie mir in all den Jahren, so manches Butterbrot geschmiert.“ … armer Ur-Opa… aber wie erreicht man so ein Ausmaß an Disziplin im Leben, wie Ur-Oma? … „Das hat nichts mit Disziplin zu tun, mein Lieber. Das ist Resilienz oder wie der Volksmund sagt, der eiserne Wille.“ … muss ich das jetzt verstehen? … „Heute nicht mehr. Warum es wichtig ist den Unterschied zwischen Disziplin und eisernem Willen zu kennen, erkläre ich dir das nächste Mal. Bis dahin versüßen wir uns den Weg mit einer zünftigen Brotzeit.“ … Ur-Opa, du bist der Beste…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Unsere Wahrnehmung entscheidet über unsere Fähigkeit zur Resilienz

Ur-Ur-Oma sieht im Juli eine Zeit der Bewährung. Es wird sich zeigen, ob das was aus der Krise gelernt werden sollte, von den Menschen auch verstanden worden ist. Wer jetzt immer noch hauptsächlich seinen Emotionen folgt, verzögert den Neubeginn nicht nur, er kann ihn auch zunichtemachen. Dies gilt insbesondere auch für diejenigen, die vorschnell versuchen, ihre lang ersehnten Ziele, umzusetzen. Langfristig gilt es, für das Erreichen eines guten Lebens und positive Veränderungen, geduldig zu lernen und unsere Emotionen dafür zu nutzen, uns dazu zu motivieren. Zum Wohle aller, sollte in Bezug auf berufliche und private Ziele ein Umdenken stattfinden. Trotz gelockerter Beschränkungen und vielversprechender Lösungen, wird es noch Unsicherheiten zu überwinden geben. Ob dies gelingt, hängt davon ab, wie schnell der Mensch dazu bereit ist, über den Wert des Lebens und der Gemeinschaft nachzudenken und lernt, die wirklichen Werte im Leben, dem Egoismus und der Gier entgegenzustellen. Welchen Nutzen wir aus der Krise für unser Wissen und Leben ziehen, wird In den nächsten drei bis vier Monaten, entscheidend dazu beitragen, wohin wir unsere zukünftigen Weichen stellen.

Wenn ich Ur-Ur-Oma so zuhöre, was sie über den Juli zu sagen hat, wünschte ich, ich wäre ein kleiner Falke. Warum? Ganz einfach. Dann bräuchte ich Resilienz nicht mehr lernen. Apropos lernen. Da fällt mir ein, dass Ur-Opa mir noch erklären wollte, inwiefern die Resilienz Sicherheit für mich im Gepäck hat. Wo steckt der nur wieder? Uuur-OOPAAA…

„Ja doch. Ich komm` ja schon.“ … hast du mir auch meine Lieblingsmotivationshäppchen mitgebracht? … „Tut mir leid, mein Lieber. Fleischwurst ist aus.“ … wie?… aus?… und was mach ich jetzt mit meinem Wissenshunger? … „Brav weiter Lernen, aber eben ohne Fleischwurst.“ … mööhhh… „Ich sehe schon. Die Sache, von Emotion auf Logik umzuschalten, hast du immer noch nicht so ganz verstanden.“ … wie kommst du darauf? … „Weil du dir, durch deine Enttäuschung über die fehlende Fleischwurst, die Motivation zum Lernen nimmst.“ … wie soll das auch gehen, wenn ich meinen Wissenshunger nicht mit Fleischwurst stillen kann? … „Die Logik würde dir raten, auf Wissensdurstig umzusteigen. Trinken nimmt auch den Hunger und ein Schälchen Milch hab` ich hier für dich, bitteschön.“ …schleck…schleck… du hast Recht, es funktioniert, Ur-Opa… rülps… ich bin ganz Ohr…

„Du siehst, wenn deine Wahrnehmung in einer Situation, von deinen Emotionen positiv gefärbt ist, trägt das zu deiner Motivation bei, zu Lernen. Am Ende der Situation wirst du zu der Erkenntnis gelangen, dass du viel Neues dazugelernt hast. Dadurch kannst du deine Entwicklung positiv beeinflussen, indem du mit künftigen Krisen besser und schneller umgehen kannst. Ist deine Wahrnehmung, in einer Situation, von negativen Emotionen gefärbt, demotivieren dich das und hält dich so vom Lernen ab. Am Ende der Situation wirst du zu der Erkenntnis gelangen, dass es wohl besser gewesen wäre zu lernen. Denn ohne das fehlende Wissen, kannst du deine Entwicklung nicht beeinflussen. Neue Krisen werden kommen und dich vor unlösbar scheinende Probleme stellen.“ … aber wo bitte steckt denn die Sicherheit für mich, wenn ich die Sache mit der Resilienz verstanden habe? … „In der Logik.“ … wie muss ich das jetzt wieder verstehen? … „Wenn du, um Entscheidungen, in einer Krise oder überhaupt im Leben, zu treffen, ein gewisses Maß an Sicherheit haben willst, solltest du stets der Logik folgen.“ … warum? Und vor allem wie geht das? …

„Immer eins nach dem anderen, mein Lieber. Zuerst gilt es zu verstehen, dass deine Fähigkeit zur Resilienz, von deiner Motivation abhängig ist. Kennst du den Spruch: Für den Optimisten ist das Glas halb voll, für den Pessimisten ist es halb leer?“ … wer kennt den nicht. Aber was hat das mit Resilienz zu tun?… „Optimisten haben einen leichteren Zugang zur Resilienz als Pessimisten. Sie richten ihre Wahrnehmung auf das, was sie in ihrer Vergangenheit gelernt haben. Ganz nach dem Motto: Am Ende hat sich immer eine Lösung gefunden. Damit schaffen sie sich die Motivation, die auch ihr Handeln in einer Situation positiv beeinflusst. Der Pessimist hingegen, beeinflusst seine Wahrnehmung mit seinen negativen Emotionen. Dadurch schafft er sich die Motivation in seiner Wahrnehmung nach den Erfahrungen zu suchen, die für ihn negativ waren. Ganz nach dem Motto: Ich habe es gewusst. Das kann nicht gut sein. Dadurch färbt er auch sein Handeln negativ, indem er, in einer Situation, entweder gar nichts tut oder das Falsche. Im Gegensatz zum Optimisten, fehlt ihm dadurch auch die Bereitschaft eine Situation als Möglichkeit zu sehen, Neues zu lernen.“

… du willst mir hier also durch die Blume sagen, dass die Fähigkeit der Resilienz eine Bereitschaft im Leben, dazu zu lernen voraussetzt?!… „So ist es. Denn Logik ist nichts anderes als Wissen.“ … mmhhh…???… was ich nicht verstehe ist, was das halbe Glas Wasser, ob ich es jetzt optimistisch „gut“ oder pessimistisch „schlecht“ finde, mit meiner Fähigkeit zur Resilienz zu tun hat… „Nichts.“ … wie?… nichts?… „Das halbe Glas Wasser und deine Sichtweise darauf, zeigt nur nach welcher Art der Motivation im Leben du lebst. Es lässt erkennen, wie groß oder klein deine Lernbereitschaft im Leben ist und wie leicht oder schwer es dir fällt deine Fähigkeit der Resilienz zu nutzen. Es gibt dir nur eine Vorstellung davon, wie deine Wahrnehmung ausgerichtet ist. Zum Tragen kommt die Resilienz im Leben immer nur dann, wenn du z.B. das halbe Glas Wasser mit einem Ziel oder einer Entwicklung in Verbindung bringst. Denn dann ist Handlung gefragt, in Form von deiner Aktion oder Reaktion. Hier entscheidet deine Fähigkeit zur Resilienz über die Größe deines Handlungsspielraumes in einer Situation, die Zeit und Energie, die du für sie verwenden musst und ob du die Weichen für dein zukünftiges Leben in eine positive oder negative Richtung stellst.“

…groar… apropos Energie. Mein Magen sagt ich muss nachtanken. Gibt`s endlich Brotzeit?… „Na dann komm. Wir lernen später weiter.“ … muss das sein?… „Ja, denn wie Ur-Ur-Oma sagt: Wissen allein nutzt nicht viel – du solltest es auch verstanden haben.“ … was tut man nicht alles für ein Stück Fleischwurst… schmatz…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Der kleine Falke – ein Meister in Sachen Resilienz

Das ist wieder einmal typisch Villa Geisterbund. Da komm` ich stolz wie Bolle von der Rettungsaktion des kleinen Falken zurück auf meine Wolke, freu mich über den reichlich gedeckten Kaffeetisch und all die Wolkenmitbewohner, die nicht dabei waren, aber dadurch jetzt gute Zuhörer für meine Falken – Abenteuer – Geschichte abgeben und dann das… mööhhh… Was passiert ist? Das kann ich Euch sagen. Statt sich einfach mit mir zu freuen, dass der kleine Falke wieder in seinem Nest sitzt und ich von meinem Ausflug jede Menge geschichtliches Wissen über Kirche und Stadt mitgebracht habe, kommt Großonkelchen Oberlehrer um die Ecke und fragt: „Welche Lektion hat dir das Leben mit dieser Aktion erteilt?“ …???… Das war bei mir so in etwa der Moment, wie bei Euch, wenn Ihr zu der Auffassung kommt, dass Ihr grad einen Text, trotz Bemühen, nicht verstanden habt und es wohl nötig ist, ihn ein zweites oder auch drittes Mal zu lesen. Ich kann Euch beruhigen, es ist keine Schande. Großonkelchen ist der Meinung, wir sollen hier ja auch nicht nur lesen, sondern lernen!

Mein Versuch die Kurve noch zu kriegen, ließ mich erwähnen, dass ich, auch in schwierigen Lebenslagen, wie der kleine Falke, immer mein Ziel im Auge haben sollte und das jedes Leben etwas wert ist. Wenn ich im Leben etwas gut gemacht habe, gibt es auch in irgendeiner Form eine Belohnung für mich. Hier bekomme ich von meinen Mitbewohnern das ein oder andere Häppchen fürs Lernen und für die Falkenhilfe gab es Geschichtsunterricht. Hättet Ihr auch so gesagt? Na, dann freut Euch mal nicht zu früh. Großonkelchen konterte nämlich mit dem Spruch: „Klingt wie in der Schule das Mathegenie, das im Leben eins und eins nicht zusammenzählen kann, Herr Cater!“ Ich gebe es ja zu. Es war das …Fauch… das mir in diesem Moment entwischt ist, was uns den heutigen Teil 5 unserer Lektionen diesen Monat eingebracht hat. Nachsitzen … pfhhhh…

„Ich würde es eher als Chance bezeichnen, dein Wissen zu vertiefen. Denn das beste Wissen nutzt dir nichts, wenn du im Leben nicht erkennst, wo du es nutzbringend für dich einsetzen kannst.“ … na schön. Und was ist jetzt bitte meinem Blick in puncto Lektion vom Leben entgangen? … „Der kleine Falke hat dir sehr viel über Resilienz gezeigt.“ … ??? … der kann doch noch nicht einmal fliegen! Woher weiß der was über Resilienz? Unterrichtet ihr den heimlich oben auf dem Kirchturm? … „Nein, bei ihm sorgt die Natur dafür.“ … wie muss ich das wieder verstehen? Ich bin doch auch Natur – so als Kater. Warum hilft mir die Natur dann nicht, dass ich die Sache mit der Resilienz besser kapiere?…

„Das liegt wohl daran, dass du dich im Laufe deines Lebens, wie die Menschen, zu sehr auf deine Emotionen konzentriert hast. Die Natur folgt in erster Linie der Logik, während der Mensch von seinen Emotionen geprägt ist. Dennoch besitzt die Natur Emotionen und der Mensch Logik. In beiden Fällen sorgt die Fähigkeit der Resilienz dafür, dass Emotionen und Logik immer wieder ins Gleichgewicht finden.“ … geht`s ein bisschen genauer?…

„Nimm den kleinen Falken. Die unfreiwillige Ankunft im Gewölbekeller, bedeutet für ihn eine Krisensituation. Von jetzt auf gleich, ist nichts mehr wie vorher. Er ist allein, im Keller ist es dunkel, er ist von seiner Familie getrennt und an Nahrung zu kommen ist unmöglich. Durch das Gitter des Kellerfensters kann er zwar nach draußen schauen und seine Familie auch hören, aber der Weg in die Freiheit ist ihm versperrt. Sicher hat der kleine Falke in dieser Situation Angst. Würde er in dieser Situation seiner Emotion der Angst folgen, würde er wie wild umherflattern und schreien. Dieses Handeln würde dazu führen, dass er seine Energiereserven verbraucht und die Gefahr einer Verletzung erhöht. Sein natürlicher Instinkt, das was wir Logik nennen, sagt ihm, dass es besser für ihn ist, wenn er ruhig am Gitter sitzen bleibt. Auch wenn ihm dieses Verhalten noch keine Lösung für sein Problem bringt, spart es ihm wertvolle Energie und damit Zeit, in Ruhe auf eine Lösung zu warten. Das Eintreffen der Menschen, die ihm ja eigentlich nur helfen wollen, vergrößert seine Krisensituation. Wer ist das? Was haben die mit mir vor? Für den kleinen Falken ein Moment mit vielen neuen Unsicherheiten. Würde er sich jetzt auf seine Emotion, die Angst, konzentrieren, würde er erneut Energie verbrauchen und durch aufgeregtes Flattern und dem Versuch den Menschen zu entfliehen, sein Verletzungsrisiko erhöhen.“

… du willst also sagen, dass er in der unsicheren Situation, stattdessen seine Fähigkeit der Resilienz nutzt, um statt seiner Emotion, seinem Naturinstinkt zu folgen. So bewahrt er trotz der für ihn bedrohlich erscheinenden Situation die Ruhe… „So ist es. Damit ermöglicht er es den Menschen, ihm zu helfen ohne ihn zu verletzen. Zwar ist auch der Weg in den Transportkorb für ihn eine unbekannte Erfahrung, aber da seine Emotion, die Angst nicht über sein Handeln bestimmt, merkt der kleine Falke sehr schnell, dass ihm nichts Schlimmes passiert und gibt den Menschen so die Chance ihm zu helfen.“ … heißt das jetzt Emotionen sind schlecht? … „Nein. Als Mahnung in einer unbekannten Situation vorsichtig zu sein, ist sie sogar wichtig. Sie schärft unsere Wahrnehmung. Damit erhöht sich allerdings auch das Risiko, wenn wir diese nur auf unsere Emotionen richten, dass aus anfänglicher Angst, ganz schnell Panik wird. Bildet sie die Grundlage für unser Handeln, führt das oftmals zu Fehlentscheidungen und das kann fatale Folgen für uns haben.“ … ach so. Damit das nicht passiert, gibt es die Resilienz. Die nutzt dann quasi unsere, durch die Angst gesteigerte Wahrnehmung, um uns in Erinnerung zu bringen, was wir alles Wissen und dieses zur Grundlage unserer Entscheidungen zu machen. Dies führt zu besseren Entscheidungen und hilft uns optimale Lösungen in Krisensituationen zu finden…

„Genauso ist es, Herr Cater.“ … aber was mache ich, wenn ich kein so ein Naturtalent in Sachen Resilienz bin, wie der kleine Falke?… „Dann kannst du durch fleißiges Üben auch zu einem Meister in Resilienz werden.“ … und wie übt man das?… „Das erfährst du das nächste Mal. Jetzt lass uns Brotzeit machen.“ … jauuu…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater