Archiv für den Tag: 10. September 2020

Die Erkenntnis zeigt uns den optimalen Weg

So langsam fängt die Resilienz an mein Freund zu werden, wenn auch einer, der immer wieder für eine Überraschung gut ist. Wieso? Ganz einfach. Erinnert Ihr Euch noch an meine Erkenntnis über die Notgemeinschaft der Demonstranten, die sich am Reichstag in Berlin, nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, vom letzten Mal? „Alles wäre besser gelaufen, hätte man verstanden, was andere schon im Vorfeld versucht haben einem zu erklären.“ Wie Ur-Ur-Oma in ihrer Prophezeiung für September gesagt hat, sind es ja gerade die kleinen Hinweise, die zur Lösung führen. Die Resilienz scheint mir da ein guter Hinweisgeber zu sein. Zumindest macht sie darauf aufmerksam, dass mangelndes Verstehen zum Problem führt. Mangelndes Verstehen wiederum, zeigt, dass es noch das ein oder andere zu lernen gibt. Beim Auto wäre jetzt ein Inspektionstermin in der Werkstatt fällig – Filterreinigung. Bleibt jetzt nur die Frage, wie man das im Leben mit der Inspektion macht. Da frag` ich am besten Ur-Opa. Der war zu seinen Lebzeiten schließlich dafür bekannt, dass er fast jede Maschine wieder zum Laufen gebracht hat. Ur-OOOOpaaa…

„Du scheinst die Resilienz mittlerweile ja wirklich zu mögen, wenn ich mir deinen Lerneifer so betrachte.“ …wieso auch nicht. Sie versorgt mich am Ende jeder Lehrstunde mit leckeren Happen oder einer gediegenen Brotzeit und in unserer Wolkengemeinschaft komm` ich viel mehr herum als früher. Seit ich die Resilienz kennengelernt habe, hänge ich auch nicht mehr so oft den trüben Gedanken an mein Leben mit Frauchen nach… „Hört sich an, als hättest du die Werkstatt, nach der du suchst gefunden.“ …???…

„Die Werkstatt, in der dein Auto „Leben“ zur Inspektion muss, nennt sich unsere Werte.“ … aha und was haben „unsere Werte“ mit den verstopften Filtern zu tun?… „Sehr viel, denn sie entscheiden darüber, wie unser Leben langfristig verläuft und wie erfolgreich es ist. Das gilt für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft. Nimm das Beispiel vom Auto. Der Hauptwert des Autos liegt in seinem Motor. Ohne ihn kann man es nicht fahren. Doch auch der Besitzer selbst spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie lange das Auto seinen Zweck erfüllen kann und damit seinen Wert behält.“ … worauf willst du hinaus?…

„Das Auto und sein Besitzer symbolisieren die Gemeinschaft, jeder für sich das Individuum, den Einzelnen. Für die Gemeinschaft liegt der Wert darin, möglichst langfristig Strecken von A nach B zurückzulegen. Je besser das Auto gewartet ist, desto besser kann es seinen Beitrag dazu leisten. Der Besitzer entscheidet durch sein individuelles Handeln, inwieweit er zum Erhalt des Autos beiträgt und somit den Wert für die Gemeinschaft erhält. Ist ihm die Pflege und Wartung des Autos etwas Wert, unterstützt er die positiven Folgen und damit Werte für die Gemeinschaft, deren Teil er selbst ist. Konzentriert er sich in seinem Handeln, jedoch auf seine individuellen Werte, z.B. Geldersparnis oder Zeitersparnis, dann wird er Wartung und Pflege des Autos vernachlässigen, da er sein Geld oder seine Zeit in andere Dinge, z.B. schick Essen gehen oder ins Schwimmbad gehen, die ihm mehr Wert erscheinen, investiert. Ein vernachlässigtes Auto wird seinen Dienst schneller verweigern. Vielleicht trifft er aber auch die Entscheidung, dass er nur den Sprit in den Tank füllt, der gerade billiger ist. Damit stellt er sich gegen den Wert, den Kraftstoff, des Motors. Ein Benziner, legt aber Wert auf Benzin und nicht Diesel, wenn er funktionieren soll.“ … klar und wenn der Motor dann kaputt ist und ersetzt werden muss, damit das Auto wieder fährt, wird die vermeintliche Ersparnis zum super Drauflegegeschäft. Schlecht für die Gemeinschaft, die dazwischen kein Auto hat und schlecht für den Geldbeutel des Besitzers.

Das erinnert mich an die zeitgleiche Existenz unterschiedlicher Dinge, die ihr mir über das „Huhn – Ei Problem“ beigebracht habt. Wenn das auch mit Werten so ist, bedeutet das, dass ich dank der Werkstatt „unsere Werte“, in der Lage bin, zu erkennen, welche Werte anderer, zeitgleich mit meinen Werten existieren. Bin ich mir derer bewusst, kann ich meine individuellen Werte mit ihnen abgleichen, was mir in meinen Entscheidungen die notwendige Sicherheit gibt, schnell und gut handeln zu können… „Und warum ist das so?“ … weil ich besser erkennen kann, wann es wichtiger ist, meine individuellen Werte hintenanzustellen und mein Handeln den Werten der Gemeinschaft anzupassen, deren Teil ich ja bin… „Gut erkannt, Herr Cater. Kannst du mir jetzt auch sagen, was passiert, wenn du dir, der zeitgleich existierenden Werten, neben deinen, nicht bewusst bist?“ … mmhhh… dann wird es schwieriger die Ziele zu erreichen, die dem Erhalt der Gemeinschaft dienen… „Und warum?“ … weil ich nicht erkenne, dass ich mit meinen individuellen Werten, das Gute für alle blockiere und damit die Gemeinschaft gefährde. Nebenbei mache ich mich so selbst unzufrieden, denn ich sehe die Lösungen nicht, die mir das Leben bietet und die ich selbst initiieren kann. Stattdessen sind dann in meinen Augen stets die anderen schuld, die mir nicht gönnen, was ich will…

„Aus diesem Grund, nennen wir hier, die „Erkenntnis“ auch den Notfilter der Resilienz. Er ist die letzte Instanz, die uns die Augen öffnet um wieder auf einen guten Weg zu gelangen. Mit verstopften Emotion – Filtern tut Erkenntnis weh, aber im optimalen Fall, mit funktionstüchtigen Filtern, ist sie eine Erleichterung.“ … ich nehm` heute mal die erleichternde Variante der Erkenntnis: Heute wieder viel gelernt, Lehrstunde vorbei – ab zur nächsten Brotzeit…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater