Archiv für den Tag: 13. August 2020

Resilienz öffnet den Blick für den Wert der Vielfalt

Keine Ahnung wie es Euch geht, aber seit ich hier den Wolkenunterricht genieße, komme ich ins Grübeln. Am Anfang hat mir die, zugegeben etwas ungewohnte Logik mein Hirn ganz schön verwirrt. Seit der letzten Lehrstunde, stelle ich jedoch fest, dass die Emotionen noch viel verwirrender sein können. Vor allem wenn ich mir die Handlungsblüten im Hirn zergehen lasse, die sie so mit sich bringen. Obwohl, auf den ersten Blick können auch Emotionen ganz schön logisch wirken. Nehmen wir doch einmal die „Black lives matter“ Bewegung. Ein Schwarzer stirbt durch einen weißen Polizisten. Daraufhin gehen die Menschen auf die Straße um zu verdeutlichen, dass auch ein schwarzes Leben einen Wert besitzt. Macht Sinn und klingt logisch, bis zack, aus einem Jahrhunderte alten Stadtwappen in Coburg eine rassistische Angelegenheit wird. Macht das jetzt Sinn, oder ist das eine emotionale Entgleisung? Während die Wissenschaftler im Leben noch darüber streiten, würde mich mal die Meinung meiner Wolkenlehrer interessieren…

„Na, dich wenn man so denken hört, Herr Cater, ist in letzter Zeit ja ein richtiger Streber aus dir geworden.“ … danke Ur-Opa, lass das nur Großonkelchen Oberlehrer nicht hören. Der schraubt mir noch den Schwierigkeitsgrad meiner Unterrichtsstunden in die Höhe. Dabei ist das Emotion – Logik Durcheinander schon anstrengend genug. Gibt`s da nicht irgendeinen Trick, wie es leichter wird da durchzublicken?… „Den gibt es in der Tat. Das sind unsere Werte.“ …???… geht das bitte auch Katzenhirn gerecht?!…

„Gut, fangen wir klein an. Wenn ein Mensch geboren wird, weiß er noch nicht viel von der Welt. Seine Wahrnehmung ist geprägt von seinen Sinnen und den damit verbundenen Emotionen. Empfindet er z.B. Hunger, löst das eine negative Emotion bei ihm aus und er weint. Gibt ihm die Mutter daraufhin ein Fläschchen, verbindet er mit dem satt werden eine positive Emotion. Im Laufe der Zeit, entwickelt er so die Erfahrung, dass wenn er Hunger hat und schreit, ihm die Mutter etwas zu essen gibt. Kein Wunder also, dass Menschen in erster Linie ihr Handeln in Bezug zu ihren Emotionen setzen und ihre Wahrnehmung in der Hauptsache geprägt davon ist, zwischen positiven und negativen Emotionen zu unterscheiden. Je älter der Mensch im Laufe seines Lebens wird, umso mehr lernt er. Wenn er das ungute Gefühl im Bauch mit seinem Wissen, dass es sich hierbei um Hunger handelt, verbindet, muss er nicht mehr weinen, damit die Mutter mit dem Fläschchen kommt, sondern geht an den Kühlschrank und isst etwas. Somit prägt er sein Handeln nicht mehr mit der Emotion, sondern mit seinem Wissen.“ … verstehe. Emotional gefärbtes Handeln ist mein Miauen, damit Frauchen mir etwas zu fressen gibt. Mit Wissen gefärbtes Handeln ist, wenn ich mich selbst am Kuchen bediene, damit Frauchen noch in Ruhe ihre Arbeit fertig machen kann, bevor es Kaffee und Kuchen gibt …??!… Kannst du mir sagen, Ur-Opa, wieso mein Bauchgefühl mir gerade sagt, dass mit dieser Theorie, in schnellen Schritten das nächste Ungemach im Anmarsch ist?… „Dein Bauchgefühl erinnert dich daran, dass genau diese Art deines Handelns, dich schon einmal arg in Bedrängnis gebracht hat. Genaugenommen war es der Anfang, der dir von Oma verhängten Eierdiät mit Wolkenarrest.“ … jetzt wo du es sagst. Da dachte ich auch, ich tue etwas Gutes, nämlich Opa einen Haufen Kalorien zu ersparen, wenn ich gleich in den großen Kuchen beiße…

„Damals wie heute, hast du vergessen, dir die Zeit zu nehmen darüber nachzudenken wohin dein Handeln dich führt.“ … ja, ja, die Ei – Hühnerbaron Sache, ich weiß… „Und was hast du dadurch gelernt?“ … na ja, dass ich durch mein nicht zu Ende gedachtes Handeln, trotz bester Absichten, der Gemeinschaft unseres Kaffeekränzchens und mir selbst, mehr geschadet habe als genutzt. Im Nachhinein betrachtet, haben mir da meine Emotionen wohl das Hirn vernebelt. Aber wieso?… „Weil deine Emotionen nur nach deinen persönlichen Werten fragen. Die Logik sieht deine Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen. Dadurch hat sie auch die Werte der Gemeinschaft, in der du dich bewegst, im Blick.“ …und was heißt das jetzt für die Anti – Rassismus Demos? Sind die, obwohl sie logisch klingen etwa auch emotional?…

„Auf den ersten Blick, scheinen sie logisch. Schwarze Leben haben einen Wert und Rassismus sollte es nicht geben.“ … und auf den zweiten Blick – der Haken?… „Betrachtet man die Demos im Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen, stellt man fest, dass man all die anderen Menschen, die nicht schwarz sind, ausschließt. Sind ihre Leben nichts wert?“ … du meinst also in der Logik müssten diese Demos unter dem Motto „Jedes Leben zählt“ lauten?!… „Sehr richtig. In dieser Konsequenz dürfte auch kein Demonstrant auf einen Polizisten einschlagen. Denn wenn jedes Leben zählt, hat auch das Leben eines Polizisten einen Wert. Auch dürfte es während der Demos keine Zerstörung von Gebäuden und Plünderungen von Geschäften geben, denn damit schädigt man das Leben derer, denen diese gehören und die ihren Lebensunterhalt damit verdienen.“ … irre. Da demonstrieren sie für eine gute Sache und merken nicht, dass sie dabei genau das tun, wogegen sie demonstrieren. Sie grenzen andere aus und haben keinen Respekt vor dem Leben anderer. Erinnert mich an das Beispiel vom letzten Mal, über die Anti-Corona-Maßnahmen Demonstranten, die einfordern was sie doch eigentlich haben. So gesehen, sind Demos dieser Art im Grunde doch nichts anderes als ein rauschendes Fest überschießender Emotionen. Kein Wunder, dass man Logiker da nicht antrifft. Apropos. Hast du eine Idee, wie man in das Durcheinander um den Coburger Mohren Ordnung bringen kann?… „Mit Logik ist das einfach, Herr Cater. Versuche es doch mal selbst.“

…na gut, dann füttere ich meine Wahrnehmung erst mal mit Wissen. Der Mohr ist Sinnbild für den hl. Mauritius, der im christlichen Glauben seit dem 4. Jahrhundert verehrt wird. Er ist Schutzpadron u.a. einiger Handwerksberufe und wird auch bei Krankheiten angerufen. Deshalb findet sich seine Darstellung wohl auch bei vielen Apotheken. Der Legende nach war er der Anführer eines Heeres, der sich einst geweigert hat, gegen die Christen zu kämpfen, wofür er getötet worden ist. Mohr scheint ein alter Begriff für Schwarze aus Mauretanien und Afrika zu sein. So, dann kommen die „Black lives matter“ Demonstranten, die sagen, dass ein Mohr auf dem Stadtwappen rassistisch ist – der Mohr muss weg …mmhhh… in Logik übersetzt würde diese Forderung lauten:

Heiliggesprochen wird in der christlichen Kirche nur derjenige, den man durch sein Handeln im Leben, den höchsten Wert beimisst. Somit kann die Bezeichnung Mohr für den hl. Mauritius nichts Schlechtes sein. Er hat sein Leben geopfert um andere Leben zu schützen. In besonderer Anerkennung seiner Person und weil man mit ihm den Schutz einer Stadt verbindet, nahm Coburg ihn in sein Stadtwappen auf …??? … sag mal Ur-Opa, wie verrückt ist die Welt heute eigentlich? … „Warum?“ … na, da demonstrieren die Leute für den Wert des Lebens von Schwarzen und was machen sie? Im gleichen Atemzug machen sie aus Menschen, die genau das tun, was die Demonstranten fordern, nämlich das Leben eines Schwarzen wert zu schätzen und dies offen zu zeigen, zu Rassisten. Merken die eigentlich gar nicht, dass wenn sie fordern, dass die Symbole für den schwarzen Mauren Mauritius zu entfernen sind, sie ein rassistisches Verhalten an den Tag legen, gegen das sie eigentlich demonstrieren? … irre, mir schwirrt der Kopf…

„Ich sehe schon, es wird Zeit, dass wir Brotzeit machen.“ … höchste Zeit, Ur-Opa… schmatz…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater