Archiv für den Monat: August 2020

Resilienz bewahrt uns davor, dass unsere Emotionen an dem Ast sägen auf dem wir sitzen

Laut Ur-Ur-Omas Prophezeiung ist der September ein eher wankelmütiger Monat. Dem Finanzbereich bringt er zuerst größere Verluste, die sich jedoch nach kurzer Zeit wieder etwas auffangen lassen. Angeschlagen und unsicher bleibt die Finanzlage jedoch bis Sommer 2022.

Die Forschung wird zu neuen wichtigen Erkenntnissen gelangen, die das Gesundheitswesen nach vorne bringt. Doch bis alles ausgewertet und auch verstanden wird, braucht es auch hier noch Zeit, bis Sommer 2022, um zu langfristigen Erfolgen zu führen. Dennoch lassen sich die ersten kurzfristigen Erfolge bereits jetzt erzielen.

Trotz noch bestehender Unsicherheiten fordert der September auf, aktiv am Schutz der Gemeinschaft zu arbeiten. Wichtig wird es dabei sein, die scheinbar kleinen Hinweise und Erkenntnisse zu beachten, denn gerade sie werden langfristig für die Gemeinschaft und damit jedem Einzelnen, zum Erfolg führen. Eine dauerhaft positive Grundeinstellung, trotz Zweifel, lässt Ziele auch wenn es manchmal schwierig ist, erreichen. Auch im September gilt: Wer zügig etwas für die Gemeinschaft erreichen will, sollte sich nicht auf die Ziele Einzelner versteifen. Es ist vielmehr notwendig, Lösungen für die alles zerstörende Gier zu finden.

Im September beginnt auch eine Phase, in der die Natur immer wieder, auf dramatische Art und Weise, demonstriert, was passiert, wenn wir nicht im Einklang mit ihr leben, sondern nur unsere Wünsche in den Vordergrund stellen. Wir sollen lernen, mit der Natur zu leben und nicht ihre Gesetze zu überwinden.

… na super. Da bin ich immer noch von der Erkenntnis vom letzten Mal geplättet, dass der Mensch mit Vorliebe an Fähigkeiten arbeitet, mit denen er Stück für Stück an der Abschaffung seiner Lebensgrundlage arbeitet und schon kommt Ur-Ur-Oma mit Naturkatastrophen ums Eck… mööhhh… „Tja, Herr Cater. Umsonst existiert der Spruch: „Säge nie an dem Ast, auf dem du sitzt“, nicht.“ … toll, Opa. Und was ist, wenn ich eines Tages mit einer Säge auf einem Ast sitzend aufwache? … „Dann solltest du nicht darüber nachdenken ob du einen Sägeschein hast oder was du in dem Kurs dafür gelernt hast.“ … sondern?… „Du solltest deine Energie darauf verwenden, darüber nachzudenken, was du über Resilienz weist und es dir gegebenenfalls auf deinem Ast gemütlich machen, bis du in der Lage bist, diese auch anzuwenden.“ … toll. Aber was ist, wenn es bitter kalt und nass auf diesem Ast ist? Von gemütlich machen kann dann wohl keine Rede mehr sein… „Bist du dir sicher?“

… grrr… wieder in die Falle getappt. Logisch. Heute sitze ich auf keinem Ast und es ist gerade weder kalt noch nass. Somit habe ich genug Zeit, alles über Resilienz und ihre Anwendung zu lernen. Das wiederum hat zur Folge, dass ich entweder erst gar nicht in die ungemütliche Ast–Situation komme oder wenn doch, zu diesem Zeitpunkt genug über Resilienz gelernt habe, um mit der Situation optimal umgehen zu können… „Richtig erkannt, Herr Cater. Du siehst, wer im Leben nicht blind seinen Emotionen und damit der Erfüllung seiner Bedürfnisse folgt, ist in allen Lebenssituationen optimal vorbereitet.“ … langsam beginne ich zu begreifen, warum Großtantchen sagt, dass Resilienz die wichtigste unserer Fähigkeiten sein sollte. Aber wozu bitte, gibt es dann Emotionen und die entsprechenden Bedürfnisse?…

„Sie sind, richtig angewandt, der Motor der Resilienz.“ …???… „Resilienz besteht in ihrer Basis aus dem Lernen von Erkennen und Verstehen, um logische Erkenntnisse für unser Handeln zu gewinnen. Je nachdem wie lange der Zeitraum zwischen Erkennen und logischer Handlung ist, braucht es unterschiedlich viel an Energie, die wir zur Zielerreichung aufwenden müssen. Die Emotionen sind in der Lage uns diese benötigte Energie zu liefern. Allerdings gelingt das nur, wenn wir unsere Emotionen dafür sehr bewusst, also ziel-, bzw. wertgerichtet, einsetzen. In diesem Falle nennen wir das dann Motivation. Unbewusst, also unkontrolliert agierende Emotionen, dienen nur der Bedürfnisbefriedigung. Hier handelt es sich meist um die Emotionen, die an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.“

… du willst damit sagen, dass Emotionen ähnlich funktionieren wie z.B. Feuer. Kontrolliert, bietet das Feuer eine Möglichkeit ein warmes Plätzchen in einer kalten Nacht zu haben oder Nahrung zuzubereiten. Unkontrolliert, z.B. durch Brandstiftung, eine, achtlos weggeworfenen, Zigarette oder einem Blitz, kann das Feuer, wie gerade in Kalifornien, einen großen Schaden bis hin zu einer Katastrophe anrichten, wenn es Natur und Häuser zerstört… „Ja, so kann man es grob sagen.“ … du willst mir damit jetzt aber nicht schonend beibringen, dass es zum Thema „Emotionen – Energie für die Resilienz“, noch diverse Feinheiten und Besonderheiten gibt!!!?… „Das ein oder andere, wirst du dazu schon noch lernen müssen. Aber ich bin mir sicher, dass eine deftige Brotzeit dein Hirn fürs Weiterlernen extrem begeistern kann.“ … da schlag ich jetzt gleich mal ordentlich zu, damit meine Resilienz so richtig in Fahrt kommt… schleck…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Resilienz schafft Möglichkeiten

Keine Ahnung wie es Euch geht, aber ich finde die Sache mit den Werten immer noch ganz schön paradox. Da gibt es ein dickes Buch, genannt BGB, das die Werte für alle gleich regeln soll und doch gibt es mit der Einhaltung und Auslegung immer wieder Probleme. Warum ist das so?…

„Weil der Mensch gerne Bedürfnisse mit Werten verwechselt.“ … also ehrlich Großtantchen, von dir als Krankenschwester hätte ich jetzt nicht gerade erwartet, dass du mir Kopfzerbrechen machst. Was soll das denn nun schon wieder bedeuten?… „In meinem Beruf, gerade auch in Kriegszeiten, habe ich viele Menschen gesehen, die im Angesicht ihres Todes schnell erkannt haben, worin der Unterschied besteht. Rückblickend auf ihr Leben, haben sie vieles was sie vorher für Werte hielten, als sinnlos oder vertane Zeit erkannt. Auch dagegen hilft die Resilienz.“ …wie meinst du das?…

„Das Leben ist auf die Existenz von Gegensätzen aufgebaut, die stets versuchen im Gleichgewicht zu bleiben. Nebenbei besteht Leben auch aus den unterschiedlichsten Systemen, die zeitgleich existieren.“ …???… „Ein gutes bildliches Beispiel dafür ist die Matroschka Puppe. Auf den ersten Blick sieht man eine große Puppe. Öffnet man sie kommt eine kleinere zum Vorschein. Öffnet man diese, findet man eine weitere etwas kleinere Puppe usw.“ …das erinnert mich an das Henne – Ei Problem und die gleichzeitige Existenz der Dinge. Damit hab` ich gelernt, kann ich mir bewusst machen, was ich neben meinem Problem, das ich lösen will, noch auf dem Schirm haben sollte. Aber was hat das mit Werten und Bedürfnissen zu tun?…

„Sehr viel. Das Henne – Ei Problem hilft dir auch zu verstehen, in welchem der vorhandenen Systeme du dich mit deinem Problem befindest.“ … und wofür ist das wichtig?… „Weil du nur in der Ebene des Ganzen, in der du dich befindest, ein Gleichgewicht erschaffen kannst. Denke an die Matroschka Puppe. Sie stecken zwar alle ineinander, aber jede Puppe für sich ist eigenständig, eine in sich geschlossene Einheit.“ …ach so. Du meinst damit also, dass es mir nicht das Geringste nutzt, wenn ich den Wolkenarrest, den ich mir durch meine falsch durchdachte Kuchenaktion eingehandelt habe, wieder geradebiegen will, auf besseres Wetter durch die großen Zusammenhänge zu hoffen. Besser wäre es, in meinem System zu bleiben und fleißig zu lernen, damit mir sowas nicht nochmal passiert… „Ja, so kann man das sagen.“ … trotzdem. Das mit den Werten und Bedürfnissen versteh` ich immer noch nicht so ganz…

„Da geht es dir wie so vielen Menschen. Dabei ist es, wenn man der Resilienz folgt, gar nicht einmal so schwer.“ … da bin ich jetzt mal gespannt… „Der Mensch sieht sich gerne als Teil, der Ebene des Universums und der Erde. Im Prinzip ist er das auch, aber anders als er denkt. Übertragen auf unser Beispiel der Matroschka Puppe, ist er zwar Teil der großen Puppe, aber eben nur in Form einer der kleineren Puppen. Er ist nicht die Große. So ist der Gegensatz, indem er ein Gleichgewicht schaffen kann, nicht das Universum und die Erde, sondern die „Puppe“, das System mit dem Namen „Mensch“, dass sich in der Puppe „Natur“ befindet. Die Gesetzmäßigkeiten in der Puppe „Natur“ sind die gleichen wie in der Puppe „Mensch“.“ … daher kommt wohl der alte Spruch „Es ist im Großen wie im Kleinen“ … „Ja und deshalb können wir auch von der Natur viel über Resilienz lernen.“ …???…

„Die Natur strebt nach Entwicklung, wohl wissend, dass diese immer wieder den Einwirkungen der größeren Systeme, wie Universum und Erde, unterworfen ist. Um trotz dieser Einwirkungen, immer wieder in ein Gleichgewicht zu finden, hat die Natur gelernt, dass ihr größter Wert in der Vielfalt besteht.“ … warum?… „Weil die Vielfalt der Natur, die Möglichkeiten sichert, das Gleichgewicht zu schaffen, dass sie für ihre Entwicklung braucht. Nimm einmal die Pflanzen. Es gibt so viele verschiedene Arten. Die einen brauchen viel Wasser um zu überleben, die anderen wenig und wieder andere kommen mit beidem zurecht. Da all diese Pflanzen, wenn auch in unterschiedlichen Regionen, gleichzeitig existieren, tragen sie zur Sicherheit der Entwicklung bei. Sind die Einflüsse so, dass es an einem Ort eine Dürre gibt, sorgen Pflanzen an anderer Stelle dafür, dass Tier und Mensch überleben können, auch wenn sie dafür z.B. wandern müssen. Doch nicht nur in der Art, sondern auch in der Funktion setzt die Natur auf Vielfalt. Der Löwenzahn z.B. wächst nicht nur an den unwegsamsten Orten, er bietet Mensch und Tier auch Nahrung und gilt als wirksame Naturarznei. So lindert er z.B. Ekzeme, Akne, Harnwegsbeschwerden und regt den Körper zum Entgiften an.“

… das bedeutet dann also, dass die Natur alles innerhalb ihres Systems wertschätz, da sich das kleinste, unscheinbarste Etwas, je nach Einfluss der großen Systeme, im Fall des Falles als nützliche Möglichkeit für den Erhalt des Gleichgewichts und damit der Entwicklung, herausstellen kann. So kann ein und dieselbe Pflanze der Natur helfen, Vegetation zu erhalten, um z.B. Boden-Erosion zu verhindern und bei Bedarf für Nahrung und Gesundheit sorgen…??!… das heißt aber doch jetzt auch, dass es der Natur in erster Linie nur um die Entwicklung des Ganzen und nicht um die des Einzelnen, z.B. den Löwenzahn, geht!??… „Das genau ist der Grund, weshalb der Mensch die Natur auch gerne für grausam hält.“ … ganz nach dem Motto: wer sich im Kleinen verzettelt, riskiert die Sicherheit des Ganzen… na super… aber irgendwie interessant der Gedanke, dass für die Natur ein kleiner Löwenzahn den gleichen Wert hat wie Mensch und Tier. Wenn das aber so ist, warum macht der Mensch dem Löwenzahn dann mit Pestiziden den Gar aus?…

„Weil der Mensch in seiner emotionalen Wahrnehmung sich selbst als den größten Wert wahrnimmt. Als Hasenbesitzer wird er den Löwenzahn deshalb als Futterpflanze schätzen. Als Chemiegegner schätzt er ihn als natürliches Hausmittel. Doch als Liebhaber eines englischen Rasens wird er ihn gnadenlos bekämpfen. Statt, wie die Natur den Wert in der Vielfalt des Ganzen zu sehen, sieht er den Wert in der Vielfalt seiner Bedürfnisse. Da bleibt es nicht aus, dass er seine Welt in „gut“ für ihn und „schlecht“ für ihn einteilt. Damit begrenzt er aber auch die Möglichkeiten mit den jeweilig auftretenden Einwirkungen, gut umgehen zu können. Um sein Überleben dadurch nicht zu gefährden, richtet er, im Gegensatz zur Natur, seine Entwicklung auf die Vielfalt seiner Fähigkeiten aus, mit denen er glaubt, die Einflüsse, die auf ihn einwirken, nach seinen Bedürfnissen verändern zu können.“ … is ja irre. Da vernichtet der Mensch jede Menge Möglichkeiten, die ihm beim Überleben helfen könnten, nur um seine ganze Energie auf die Entwicklung von Fähigkeiten zu setzen, die letztendlich einzig und allein dazu beitragen, seine Möglichkeiten, mit denen er trotz der Einflüsse überleben kann, noch mehr zu begrenzen. Denn die ganze Aktion schafft ja noch mehr „gut“ für mich, „schlecht“ für mich…

„Du siehst, Herr Cater, die wichtigste Fähigkeit des Menschen sollte die Resilienz sein, denn sie befähigt uns, neben unseren Bedürfnissen auch das Große und Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.“ … ich habe es verstanden, Großtantchen – ich lerne brav weiter. Aber meinst du, die Resilienz hätte etwas dagegen, dass bevor ich das tue, ich mein Bedürfnis nach Milch und Kuchen stille?… „Solange du damit nicht die Welt verändern willst, sondern es als Motivation fürs Lernen siehst, bestimmt nicht.“ … schleck… du bist die Beste…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Resilienz öffnet den Blick für den Wert der Vielfalt

Keine Ahnung wie es Euch geht, aber seit ich hier den Wolkenunterricht genieße, komme ich ins Grübeln. Am Anfang hat mir die, zugegeben etwas ungewohnte Logik mein Hirn ganz schön verwirrt. Seit der letzten Lehrstunde, stelle ich jedoch fest, dass die Emotionen noch viel verwirrender sein können. Vor allem wenn ich mir die Handlungsblüten im Hirn zergehen lasse, die sie so mit sich bringen. Obwohl, auf den ersten Blick können auch Emotionen ganz schön logisch wirken. Nehmen wir doch einmal die „Black lives matter“ Bewegung. Ein Schwarzer stirbt durch einen weißen Polizisten. Daraufhin gehen die Menschen auf die Straße um zu verdeutlichen, dass auch ein schwarzes Leben einen Wert besitzt. Macht Sinn und klingt logisch, bis zack, aus einem Jahrhunderte alten Stadtwappen in Coburg eine rassistische Angelegenheit wird. Macht das jetzt Sinn, oder ist das eine emotionale Entgleisung? Während die Wissenschaftler im Leben noch darüber streiten, würde mich mal die Meinung meiner Wolkenlehrer interessieren…

„Na, dich wenn man so denken hört, Herr Cater, ist in letzter Zeit ja ein richtiger Streber aus dir geworden.“ … danke Ur-Opa, lass das nur Großonkelchen Oberlehrer nicht hören. Der schraubt mir noch den Schwierigkeitsgrad meiner Unterrichtsstunden in die Höhe. Dabei ist das Emotion – Logik Durcheinander schon anstrengend genug. Gibt`s da nicht irgendeinen Trick, wie es leichter wird da durchzublicken?… „Den gibt es in der Tat. Das sind unsere Werte.“ …???… geht das bitte auch Katzenhirn gerecht?!…

„Gut, fangen wir klein an. Wenn ein Mensch geboren wird, weiß er noch nicht viel von der Welt. Seine Wahrnehmung ist geprägt von seinen Sinnen und den damit verbundenen Emotionen. Empfindet er z.B. Hunger, löst das eine negative Emotion bei ihm aus und er weint. Gibt ihm die Mutter daraufhin ein Fläschchen, verbindet er mit dem satt werden eine positive Emotion. Im Laufe der Zeit, entwickelt er so die Erfahrung, dass wenn er Hunger hat und schreit, ihm die Mutter etwas zu essen gibt. Kein Wunder also, dass Menschen in erster Linie ihr Handeln in Bezug zu ihren Emotionen setzen und ihre Wahrnehmung in der Hauptsache geprägt davon ist, zwischen positiven und negativen Emotionen zu unterscheiden. Je älter der Mensch im Laufe seines Lebens wird, umso mehr lernt er. Wenn er das ungute Gefühl im Bauch mit seinem Wissen, dass es sich hierbei um Hunger handelt, verbindet, muss er nicht mehr weinen, damit die Mutter mit dem Fläschchen kommt, sondern geht an den Kühlschrank und isst etwas. Somit prägt er sein Handeln nicht mehr mit der Emotion, sondern mit seinem Wissen.“ … verstehe. Emotional gefärbtes Handeln ist mein Miauen, damit Frauchen mir etwas zu fressen gibt. Mit Wissen gefärbtes Handeln ist, wenn ich mich selbst am Kuchen bediene, damit Frauchen noch in Ruhe ihre Arbeit fertig machen kann, bevor es Kaffee und Kuchen gibt …??!… Kannst du mir sagen, Ur-Opa, wieso mein Bauchgefühl mir gerade sagt, dass mit dieser Theorie, in schnellen Schritten das nächste Ungemach im Anmarsch ist?… „Dein Bauchgefühl erinnert dich daran, dass genau diese Art deines Handelns, dich schon einmal arg in Bedrängnis gebracht hat. Genaugenommen war es der Anfang, der dir von Oma verhängten Eierdiät mit Wolkenarrest.“ … jetzt wo du es sagst. Da dachte ich auch, ich tue etwas Gutes, nämlich Opa einen Haufen Kalorien zu ersparen, wenn ich gleich in den großen Kuchen beiße…

„Damals wie heute, hast du vergessen, dir die Zeit zu nehmen darüber nachzudenken wohin dein Handeln dich führt.“ … ja, ja, die Ei – Hühnerbaron Sache, ich weiß… „Und was hast du dadurch gelernt?“ … na ja, dass ich durch mein nicht zu Ende gedachtes Handeln, trotz bester Absichten, der Gemeinschaft unseres Kaffeekränzchens und mir selbst, mehr geschadet habe als genutzt. Im Nachhinein betrachtet, haben mir da meine Emotionen wohl das Hirn vernebelt. Aber wieso?… „Weil deine Emotionen nur nach deinen persönlichen Werten fragen. Die Logik sieht deine Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen. Dadurch hat sie auch die Werte der Gemeinschaft, in der du dich bewegst, im Blick.“ …und was heißt das jetzt für die Anti – Rassismus Demos? Sind die, obwohl sie logisch klingen etwa auch emotional?…

„Auf den ersten Blick, scheinen sie logisch. Schwarze Leben haben einen Wert und Rassismus sollte es nicht geben.“ … und auf den zweiten Blick – der Haken?… „Betrachtet man die Demos im Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen, stellt man fest, dass man all die anderen Menschen, die nicht schwarz sind, ausschließt. Sind ihre Leben nichts wert?“ … du meinst also in der Logik müssten diese Demos unter dem Motto „Jedes Leben zählt“ lauten?!… „Sehr richtig. In dieser Konsequenz dürfte auch kein Demonstrant auf einen Polizisten einschlagen. Denn wenn jedes Leben zählt, hat auch das Leben eines Polizisten einen Wert. Auch dürfte es während der Demos keine Zerstörung von Gebäuden und Plünderungen von Geschäften geben, denn damit schädigt man das Leben derer, denen diese gehören und die ihren Lebensunterhalt damit verdienen.“ … irre. Da demonstrieren sie für eine gute Sache und merken nicht, dass sie dabei genau das tun, wogegen sie demonstrieren. Sie grenzen andere aus und haben keinen Respekt vor dem Leben anderer. Erinnert mich an das Beispiel vom letzten Mal, über die Anti-Corona-Maßnahmen Demonstranten, die einfordern was sie doch eigentlich haben. So gesehen, sind Demos dieser Art im Grunde doch nichts anderes als ein rauschendes Fest überschießender Emotionen. Kein Wunder, dass man Logiker da nicht antrifft. Apropos. Hast du eine Idee, wie man in das Durcheinander um den Coburger Mohren Ordnung bringen kann?… „Mit Logik ist das einfach, Herr Cater. Versuche es doch mal selbst.“

…na gut, dann füttere ich meine Wahrnehmung erst mal mit Wissen. Der Mohr ist Sinnbild für den hl. Mauritius, der im christlichen Glauben seit dem 4. Jahrhundert verehrt wird. Er ist Schutzpadron u.a. einiger Handwerksberufe und wird auch bei Krankheiten angerufen. Deshalb findet sich seine Darstellung wohl auch bei vielen Apotheken. Der Legende nach war er der Anführer eines Heeres, der sich einst geweigert hat, gegen die Christen zu kämpfen, wofür er getötet worden ist. Mohr scheint ein alter Begriff für Schwarze aus Mauretanien und Afrika zu sein. So, dann kommen die „Black lives matter“ Demonstranten, die sagen, dass ein Mohr auf dem Stadtwappen rassistisch ist – der Mohr muss weg …mmhhh… in Logik übersetzt würde diese Forderung lauten:

Heiliggesprochen wird in der christlichen Kirche nur derjenige, den man durch sein Handeln im Leben, den höchsten Wert beimisst. Somit kann die Bezeichnung Mohr für den hl. Mauritius nichts Schlechtes sein. Er hat sein Leben geopfert um andere Leben zu schützen. In besonderer Anerkennung seiner Person und weil man mit ihm den Schutz einer Stadt verbindet, nahm Coburg ihn in sein Stadtwappen auf …??? … sag mal Ur-Opa, wie verrückt ist die Welt heute eigentlich? … „Warum?“ … na, da demonstrieren die Leute für den Wert des Lebens von Schwarzen und was machen sie? Im gleichen Atemzug machen sie aus Menschen, die genau das tun, was die Demonstranten fordern, nämlich das Leben eines Schwarzen wert zu schätzen und dies offen zu zeigen, zu Rassisten. Merken die eigentlich gar nicht, dass wenn sie fordern, dass die Symbole für den schwarzen Mauren Mauritius zu entfernen sind, sie ein rassistisches Verhalten an den Tag legen, gegen das sie eigentlich demonstrieren? … irre, mir schwirrt der Kopf…

„Ich sehe schon, es wird Zeit, dass wir Brotzeit machen.“ … höchste Zeit, Ur-Opa… schmatz…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater