Archiv für den Tag: 30. Juli 2020

Die positiv verhaltene Grundenergie verschafft uns die notwendige Zeit

Keiner da!? Wo bleiben die denn heute? Normalerweise bin ich doch der Letzte, der zum Unterricht kommt. Ausgerechnet jetzt, wo ich doch so gespannt bin, wie ich das bisher Gelernte in der Praxis umsetzen kann …möööhhhh… Sogar nachgelesen hab` ich, was dieses Jahr auf dem Lehrplan stand. Schließlich will ich mir hier bei meinen Wolkenlehrern keine Blöße geben. Von wegen, ein Kater ist unbelehrbar! Nicht mit mir… grrrr… Wenn das noch lange dauert zieh` ich meiner Wege … Unverschämtheit… wer glauben die eigentlich wer ich bin? Und da soll man nicht die Lust verlieren… jetzt wird` ich aber gleich sauer… ???!… ne, oder? Die werden doch nicht…?! EINE FALLE!!!

Meine Logik sagt mir, Essig hat im Eiersalat nix verloren! Also runter mit den Emotionen und aufhören den Eiersalat mit zu viel emotionaler Säure aus seinem schmackhaften Gleichgewicht zu bringen. Meinen Wolkenlehrern werde ich es zeigen. Den Resilienz Knopf hab` ich schon mal gedrückt… patsch… Schließlich lerne ich mittlerweile gerne und wenn ich jetzt davonlaufe, nur weil mich die Situation nervt und wütend macht, werde ich nie erfahren, wohin mich mein Lernen noch gebracht hätte. Meine Logik sagt, zum Aufgeben bin ich einfach zu neugierig. Warum also in der Abwesenheit meiner Lehrer nicht mal versuchen, auf eigene Faust was umzusetzen?! Schließlich weiß ich aus Erfahrung, dass wenn ich in einem scheinbar unbeobachteten Moment, Mist baue, wie von Zauberhand irgendeiner aus meiner großen Wolkenfamilie hinter mir steht und mir die Leviten liest. Früher war ich darüber fassungslos… grrr… Heute, mit meiner neu gelernten Logik, finde ich es genial… jau… Es bedeutet nämlich, dass solange keiner kommt, ich darauf vertrauen kann, alles richtig zu machen. Mal sehen …mmhhh…

Laut Ur-Ur-Oma braucht es ja diese positiv verhaltene Grundenergie, gerade wenn man im August optimale Lösungen finden will. Die dürfte ich nach meinem Geschwätz von eben, durchaus erreicht haben. Besonders weil ich durch das Umschalten von Emotion auf Logik erkannt habe, dass auch wenn kein Lehrer zur Verfügung steht, es mich nicht davon abhalten kann zu lernen. Irgendwie erinnert mich das Ganze an das Henne – Ei Problem, das ja in früheren Unterrichtsstunden als Symbol für die zeitgleiche Existenz unterschiedlicher Situationen stand. In der heutigen Unterrichtsstunde existiert „Kein Lehrer da“, genau zeitgleich wie die Möglichkeit „Lernen zu können“. Wenn ich mir die Laune nicht vermiesen lasse, was mit der logischen Betrachtung der Situation super klappt, dann funktioniert auch die Taktik, vom Ei zum Hühnerbaron echt gut. Frag´ ich mich nämlich wohin mich mein genervt sein über den fehlenden Lehrer führt, merke ich schnell, dass ich nicht nur heute, sondern wohl auch in Zukunft nicht mehr lernen will. Gut, dumm sterben kann ich auf meiner Wolke nicht mehr, aber die Zeit in der ich meine Neugierde nicht befriedigt kriege, ist dummerweise dadurch auch extrem länger. Saublöd, wenn man wie ich mit der Geduld auf Kriegsfuß steht.

Betrachte ich den Weg auch ohne Lehrer etwas zu lernen, stelle ich recht schnell fest, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, im Lernen eine Art Korrektur zu finden. Die positiv verhaltene Grundenergie, gibt mir genug Auftrieb, mich an frühere Erfahrungen zu erinnern, die mir die Sicherheit geben, dass auch wenn ich es meine, ich nie alleine bin. Deshalb kann ich heute auch selbstbewusst behaupten, dass ich Euch keinen Mist erzähle. Warum? Ganz einfach. Es ist immer noch kein ermahnender Wolkenlehrer hier! Apropos Wolkenlehrer. Meine Erfahrung sagt mir auch, dass die immer interessante Beispiele aus dem Leben geben, um Gelerntes zu untermauern. Das will ich jetzt auch mal versuchen.

Nehmen wir doch die Mund- und Nasenschutz Pflicht mit den Abstandsregeln. Emotional betrachtet ist das nervig und der größte Scheiß. Die Menschen fühlen sich eingeschränkt und gegängelt. Schaltet man auf Resilienz und damit die Logik, lauten die Fakten: beides schützt vor dem Übertragen der Covid-19 Viren und reduziert so die Ansteckungsgefahr, was eine super gute Sache ist. Wählt man jetzt in seiner Wahrnehmung die Logik, kommt die positiv verhaltene Grundenergie zum Tragen. Sie verhilft einem dazu, in Ruhe über das Für und Wider der Abstandsregeln und des Mund- und Nasenschutzes, nachzudenken. Das nennen wir hier das Henne – Ei Problem, die Zeitgleichheit von Situationen. So kann etwas, das gut ist, durchaus auch einengend sein. Allerdings stellt man bei näherer Betrachtung fest, dass diese Vorschriften auch dazu dienen, dass vielen Menschen nebenbei die ein oder andere Grippe oder der ein oder andere Schnupfen erspart geblieben ist.

An dieser Stelle hat die emotionale Wahrnehmung längst beschlossen, sich darauf zu konzentrieren, aufzuzählen was im Zusammenhang mit den Vorschriften noch alles so nervt, wie z.B. der erschwerte Urlaub, die fehlenden Feiern oder die ausgefallenen Konzerte. Da Emotionen aber keine allgemeingültigen Fakten sind, versucht man sie durch das Pochen auf die Rechtslage zu untermauern: „Das ist mein gutes Recht!“. Die logische Wahrnehmung dagegen, die sich von Grund auf an Fakten orientiert und deshalb keine extra Untermauerung braucht, verweist auf die Technik „vom Ei zum Hühnerbaron“ um zu verdeutlichen wohin die möglichen Wege führen, die zur Verfügung stehen. Nichteinhaltung der einengenden Vorschriften, bringt eine sehr hohe Zahl von Infizierten und Toten. Darunter könnte z.B. der eigene Partner, das eigene Kind, die eigenen Großeltern oder die eigenen Freunde sein. Der nächste Lockdown wäre sicher, mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft und den eigenen Lebensunterhalt. Die Beschränkungen, die solch eine Situation mit sich bringt, stehen in keinem Verhältnis zu den Beschränkungen, die das Tragen von Mund- und Nasenschutz und das Einhalten der Abstandsregeln verursachen. Dann schon lieber die hinzugewonnen Stoff Flächen für Werbung oder Kunst und die ganze Situation als Quell neuer innovativer Ideen nutzen.

Ha… immer noch keiner meiner Lehrer da! Wisst Ihr was das Beste am Lernen ist? Wenn man die ersten Erfolgserlebnisse hat, ist das Gefühl stolz auf sich zu sein, besser als jedes Schleckerlie… „Ich hoffe du beehrst und trotzdem noch zum Mittagessen, Herr Cater.“ … logisch Ur-Oma. Bin schon da… saussss…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater