Archiv für den Monat: Mai 2020

Am Ursprung des Problems ist die Lösung am einfachsten

Seit dem Auftauchen des Corona Virus und dem Tag an dem das Wissen um das Paradox in mein Wolkenleben getreten ist, mach ich mir ernsthaft Gedanken um die zukünftige Existenz der Verschwörungstheoretiker. Warum? Seit ewigen Zeiten „behüten“ sie nun schon die Theorie eines Übernahmeversuchs der Weltherrschaft. „Beschützt“ wird das Ganze, indem sich die beteiligten Protagonisten mit der Zeit immer wieder ändern, was aber auch nicht so verwunderlich ist, denn ein Mensch lebt ja in der Praxis, im Gegensatz zur Theorie, nicht ewig.  In Corona Zeiten verschärft sich jetzt die Lage, denn das Virus führt die Verschwörungstheoretiker geradewegs in ein Paradox. Da wird`s gefährlich für die Verschwörung. Warum? Ganz einfach. Während die Verschwörungstheoretiker opulente, verzwickte und schwer durchschaubare Strategien in möglichst einfach zu verbreitende Gedanken zu verpacken versuchen, zeigt ihnen das Corona Virus, wie banal so eine Übernahme der Welt doch sein kann.

Klein, unscheinbar und für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar, fristet das Corona Virus seit ewig langer Zeit, sein Leben unter vielen anderen Viren. Über dieses Virus weiß man so wenig, dass es nicht auszuschließen ist, dass sich sein Leben durch die Einflüsse der Verschwörungstheoretiker und der TV-Werbung verändert hat. Wie? Durch das Paradox. Dieses ist ja bekannt dafür, dass es Gehörtes oder Gesehenes in unserer Wahrnehmung in eine gänzlich andere Richtung lenkt. Dabei macht es selbst vor Extremisten nicht halt, wie wir das letzte Mal gelernt haben. Mit Parolen losmarschiert, unterwegs das Paradox getroffen … zack … schon laufen sie für Tier- und Umweltschutz. Was also, wenn es dem Corona Virus ähnlich ergangen ist? Weltherrschaft, verbunden mit dem Werbeslogan „dafür stehe ich mit meinem Namen“. Vielleicht ist da dem Virus der Knopf aufgegangen. „Corona“, die, die Weltherrschaft repräsentierende Krone hat es doch schon in seinem Namen… zack … Ende der Theorie, die Welt praktisch von Corona übernommen, den Verschwörungstheoretikern und Beschränkungsgegnern sei Dank…

„Interessant dein Märchen, Herr Cater.“ … danke Ur-Oma. Kann ich ein Stück Kuchen haben? … „Wenn du mir jetzt noch erklären kannst welche Lehre deine Leser aus deiner Geschichte ziehen sollten, gerne.“ … wie? Lehre ziehen? … „Eine Lehre ziehen, bedeutet einen Nutzen für sich zu haben oder anders ausgedrückt, worüber sollten sich deine Leser durch die Geschichte klar werden?“ … mmhhh… wenn ich es mir so überlege, dann zeigt die Geschichte die zwei Sichtweisen, die der Mensch auf seine Handlungsfähigkeit hat. Bei den Theorien, wie genau die Weltherrschaft übernommen werden kann, der Verschwörungstheoretiker, handeln Menschen, die Macht und viele Verbindungen haben, über einen langen Zeitraum im Verborgenen. Das Corona Virus ist klein und unscheinbar, doch es zeigt uns, dass ein einziger Sprung auf ein Tier, die ganze Welt, in kürzester Zeit, zum Stillstand bringen kann. So gesehen, braucht es nicht zwingend Macht und gute Verbindungen, um die Welt in eine gute Welt zu verändern. Der Einzelne ist durchaus in der Lage, allein durch eine andere Sicht- und Handlungsweise, viel zu einer Richtungsänderung beizutragen… „Und wie kann er das tun?“

… indem er auf die zunächst unscheinbaren und scheinbar nicht die Krise betreffenden Informationen achtet. Die beinhalten nämlich oft die Lösung für einen besseren und schnelleren Weg, als das, was wir im Allgemeinen für richtig und wichtig halten… „Gut. Wie überträgt man das in die jetzige Krisenlage?“ … mmmhhh… mit dem Paradox „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. Es beschreibt, wie ich finde, die jetzige Situation ganz gut. Die Verschwörungstheoretiker wollen eine Weltherrschaft verhindern, die Wissenschaft sucht nach einem Impfstoff und Medikamenten gegen das Corona Virus, immer mehr Menschen fordern den Erhalt ihrer Grundrechte und die Politik versucht mit neuen Gesetzen, das Fleisch teurer zu machen und die Kontrolle in Schlachthöfen zu verbessern. Der gefühlte Rest, will endlich wieder normal arbeiten oder in den Urlaub und damit in ein Leben vor Corona zurück. Schaut man sich diese „Bäume“ im einzelnen genauer an, stellt sich heraus: Ob es der „Baum“ Angst und Schrecken, die Suche nach einer Waffe gegen den Virus, die Forderung nach Recht, neue Gesetze und Preise oder der Wunsch nach der alten Normalität ist. Kein „Baum“ allein, löst das Problem des geschädigten „Waldes“. Jedes Problem trägt seine Lösung in sich, hat Ur-Opa einmal zu mir gesagt. Sie ist quasi das Gegenstück dazu. Jede gefundene Lösung schafft aber auch ein weiteres Problem. Die Kunst, dauerhaft einen guten Weg zu gehen, liegt darin, das Gleichgewicht zwischen Problem und Lösung zu halten. Dafür steht das Paradox „weniger ist mehr“. Interessanter weise, lässt es sich, je weniger Bäume es gibt, um so leichter erkennen, dass der Wald ein Problem hat – ich liebe das Paradox!… „Herr Cater!“

… ja doch, Ur-Oma, zurück zur Krise. Ihre Ursache liegt im Sprung des Corona Virus vom Tier, aus schlechter Haltung, auf den Menschen. Damit liegt die Lösung des Problems, laut Paradox, auf der Hand. Indem der Mensch dafür sorgt, dass Tiere ein gutes Leben haben, minimiert sich die Gefahr, dass erneut ein Virus vom Tier auf den Menschen überspringt. Ein gutes Leben haben Tiere, in einer intakten Umwelt, ohne Massentierhaltung und unwürdige Tiertransporte. Tja, eine intakte Umwelt kommt auch dem Menschen an sich zugute und das Problem der Großschlachthöfe und ihrer dunklen Machenschaften hätte sich auch gelöst – es braucht sie nicht mehr, ebenso wie die unsinnigen Tiertransporte. Die Lösung liegt darin, Tiere zu schätzen, sowie die Bauern und kleinen Schlachtereien zu unterstützen – auch wenn es ein bisschen mehr kostet. Super – die optimale Lösung gefunden – denkste. Warum? Paradoxer weise wegen dem Paradox. Es stellt sich nämlich an dieser Stelle die Frage: Warum fällt es so schwer, eine einfache und nachhaltige Lösung umzusetzen? Kannst du mir das erklären Ur-Oma?…

„Da fragst du am besten Ur-Opa, wenn er wieder da ist. Jetzt hast du dir erst mal dein Stück Kuchen verdient, du Musterschüler.“ … danke ….schmatz… schleck…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Das Paradox

Laut Ur-Ur-Oma ist der Juni ein Monat der Weichenstellung für das, was wir langfristig erreichen können. Gerade die bisher wenig beachteten Dinge, bringen jetzt große Erkenntnisse für die Zukunft. Statt unzufrieden zu sein, über das, was wir die letzten Monate nicht haben konnten, gilt es unsere Werte zu überdenken. Die richtigen Werte zu beschützen, statt die falschen zu behüten, ermöglicht es uns, nach und nach, unser Verhalten in die richtige Richtung zu verändern. Das gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Wirtschaft. Bis zum Herbst, wird es noch einige Schließungen, manche auch unerwartet, geben. Doch wer aus der Krise gelernt hat und diese Erkenntnisse schnell umsetzt, wird seine Ziele nachhaltig verwirklichen können. Wer die Krise nutzt, um zu verstehen, was wir für ein langfristig glückliches Leben, lernen sollen, findet mit ein wenig Geduld auch Lösungen. Freude am Lernen, schafft neue, ungeahnte Möglichkeiten.

„Na, da liegt mal wieder ein lehrreicher Monat vor dir, Herr Cater.“ … freut mich, dass du dich darüber so freust, Großonkelchen Oberlehrer. Kann es sein, dass du ein Erscheinungsmonopol auf das Wort „Lernen“ hast? … „Nein, aber Freude am Lernen, wie Ur-Ur-Oma schon sagt, ist eine wichtige Voraussetzung im Leben, um das Optimale aus seinen Möglichkeiten zu schöpfen.“ … hört sich so an, als müsste ich, um ein gutes Leben zu führen, ein ewiger Schüler bleiben … mööhhh … „Manchmal bist du ein kleiner Schwarzseher. Lernen ist das ganze Leben wichtig. Doch es liegt an dir, ob du dich dabei vom Schüler zum Lehrer und wer weiß, am Ende zum Weisen entwickelst.“ … na schön. Was bringt mich denn als nächstes meinem Ziel ein Weiser zu werden näher? …

„Indem du lernst, richtige Werte zu beschützen und erkennst, wohin das Behüten der falschen Werte im Leben führt, damit du dein Handeln entsprechend ändern kannst.“ … am Anfang steht dann wohl die Lektion, richtige von falschen Werten unterscheiden zu lernen. Aber wie bitte geht das? Liegt richtig oder falsch nicht eher im Sinne des Betrachtens, des Einzelnen? Für mich war meine Kuchenaktion, die mich in den Wolkenarrest gebracht hat, richtig. Aus Omas Sicht war es falsch. Allerdings muss ich gestehen, dass ich meinen Wolkenarrest anfangs als falsch empfand. Doch seit ich die Sache mit „Weniger kann oft viel mehr sein“ dazu gelernt habe, finde ich zu meinem Erstaunen, dass er das Beste war was mir passieren konnte. Irgendwie paradox und nicht gerade eine große Hilfe, richtige von falschen Werten unterscheiden zu lernen…

„Im Gegenteil. Gerade das Paradoxe bringt oft die Lösung.“ … ??? … „Nimm doch das Beispiel der Demonstranten. Sie gehen auf die Straße um für ihre Grundrechte, gegen die Maskenpflicht und gegen die Impfpflicht zu demonstrieren. Auf den ersten Blick kann man nichts Falsches daran finden. Du hast ja auch gefaucht, als die Oma dich in den Wolkenarrest geschickt hat – deine Meinung darfst du ja auch kundtun. Allerdings entstehen Meinungen aus Emotionen, die eine bestimmte Situation auslöst. Die Menschen fühlen sich durch die Beschränkungen, die dazu dienen sollen, alle gut durch die Krise zu bringen, frustriert und bevormundet. Aus diesen Emotionen entsteht bei vielen die Meinung, dass die Regierung, die uns diese Beschränkungen vorgibt, sich zu sehr in unsere Entscheidungsfreiheit einmischt. Das Gemisch aus Frust und Bevormundung, ergibt über einen längeren Zeitraum das Gefühl, für dumm gehalten zu werden. Die Lebenserfahrung hat uns jedoch gelehrt, dass dumme Menschen leicht auszunutzen sind. Die Folge: der Mensch überlegt in solch einer Situation fieberhaft, in welchen Bereichen die Regierung versuchen könnte, die momentane Situation für sich auszunutzen.“ … und da öffnet sich an dieser Stelle Tür und Tor für alle Verschwörungstheoretiker, Querdenker und Extremisten aller Art. Na super. Da bin ich doch froh, dass wir hier so gute Lehrer wie euch haben, Großonkelchen. Wie ich dich kenne, kannst du uns bestimmt auch erklären, wohin das führt …

„In ein Paradox.“ …??? … „Beeinflusst von all jenen, die die negativ emotional geprägte Situation ausnutzen, führen die Demonstrationen dazu, dass die Menschen von der Regierung, die Nutzung der Rechte einfordern, die genau in die Situation der Krise geführt haben – kein Abstand, kein Mundschutz, jeder schaut nur auf sich und seine Vorteile, aber nicht auf die Gemeinschaft. Genaugenommen gehen die Menschen also auf die Straßen, um für das Recht zu demonstrieren sich selbst ihrer Freiheit zu berauben, anstatt sich die Verantwortung ihres eigenen Handels und ihrem Streben nach falschen Werten, bewusst zu machen. … was müsste denn geschehen, damit wir aus der Corona Krise heraus, eine Lösung für die Zukunft finden?…

„Die Corona Krise dient der Aufmerksamkeit unserer Fehler im Tier- und Umweltschutz. Beides funktioniert nicht, da es unmöglich ist etwas zu beschützen, das Werte, die man behüten will in Frage stellt. Die Wirtschaft kann es sich, um weiter hohe Gewinne einzufahren, nicht leisten Tierschutz und bessere Arbeits- und Verarbeitungsbedingungen zu realisieren. Der Konsument selbst, „behütet“ seine vermeintlich eigenen Werte – billig, viel, schnell und immer verfügbar.“ … du willst also sagen, dass nur eine Verhaltensänderung des Einzelnen, zu einer Lösung führt. Dumm nur, dass wir „sich ändern“ immer als Schuldzuspruch verstehen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann hat man mit dem Paradox einen genialen Trumpf in der Hand. Warum?

Ganz einfach. Paradoxes Denken, macht sogar aus Extremisten, ganz passable Tierschützer. Die einen rufen: „Wir sind das Volk“, die anderen fühlen sich durch die Beschränkungen an das 3. Reich erinnert. Erster Blick – gar nicht gut. Zweiter, der paradoxe, Blick: Den bedrohten Bienen- und Ameisenvölkern, allesamt Nützlinge, sollte man Gehör verschaffen. Auch die Erinnerung trifft auf den Tierschutzgedanken zu: Aller Rechte beraubt und zum qualvollen Tod verurteilt, sind die Tiere in schlechter Haltung und unwürdigen Transporten!

Ich frage mich gerade, was wäre, wenn man statt gewisse Demos verbieten zu wollen oder Gegendemonstrationen zu organisieren, einfach selbstbewusst, zu Tier- und Umweltschutzzwecken mitläuft? Wenn die so dumm sind, wie viele meinen, können sie die Aufschriften auf Plakaten und Fahnen weder lesen noch begreifen. Da ist es für sie kein Problem für eine gute Sache zu marschieren. Sind sie jedoch klug, erkennen sie, dass aus ihrer Parolen Demo eine Tier- und Umweltschutz Demo wird. Dagegen können sie aber nichts haben, denn kluge Menschen wissen, dass alle Parolen der Welt zweitrangig sind, da ohne intakte Umwelt kein Volk, egal welcher Art überleben kann. Ganz schön pfiffig so ein Paradox…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Freiheit bedeutet, den Unterschied zwischen „Behüten“ und „Beschützen“ verstanden zu haben

Nachdem ich in meinem Wolkenarrest fleißig gelernt habe, hat Oma ein Einsehen mit mir gehabt und meine eingeschränkte Bewegungsfreiheit wieder etwas gelockert. Rumtreiben und die anderen auf ihren Wolken besuchen, zu Lernzwecken, darf ich wieder. Nur zu den Essenszeiten ist meine Anwesenheit noch unerwünscht. So manch einer von Euch mag jetzt denken, dass das noch immer eine ganz schön harte Strafe ist. Gerade auch, weil ich im Allgemeinen ja als ziemlich verfressen gelte. Doch da kann ich Euch beruhigen. Seit ich spitzgekriegt habe, dass die vielen kleinen Motivationshäppchen meiner Lehrer, am Ende viel mehr ergeben, als der eine Happen am Tisch beim gemeinschaftlichen Essen, nutze ich das Abwesenheitsgebot als Zeit für ein Nickerchen. Ehrlich, so satt … rülps … und ausgeschlafen … miau … war ich noch nie! Kaum zu glauben, was die Überwindung von Wissenslücken, an neuen Lösungen und einem ganz anderen Werteverständnis bringt – und das bei vollster Zufriedenheit. Wenn Ihr mich fragt, war mein Leben, nach dem Wolkenarrest, noch nie so gut wie jetzt.

„Na, wo ist er denn mein Musterschüler? Es gibt Kuchen!“ … meine Rede … schleck … bin schon da, Großtantchen … „Immerhin, weshalb eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit nicht immer etwas Negatives bedeutet, hast du verstanden. Wie steht es denn mit der Einschränkung der Handlungsfreiheit? Bist du da schon zu Einsichten gekommen?“ … um ehrlich zu sein, verstehe ich das noch nicht so ganz. Es ist eine Sache, freiwillig etwas nicht zu tun, aber eine ganz andere, wenn Oma mir vorschreibt etwas nicht zu tun. Zudem fällt es mir schwer, den Zusammenhang, mit dem Markt in Wuhan und der Massentierhaltung in Einklang zu bringen. Wenn beides verboten wird, hätten wir etwas aus der Krise gelernt. Allerdings würde das ja gerade wieder unsere Freiheit, die uns so wichtig ist, beschränken. Das passt aber nicht zu der Devise, nach der wir hier lernen. Ihr sagt immer, ein gutes Leben geht auch ohne Verbote…

„Das geht auch. Dazu brauchst du nur den Unterschied zwischen „Behüten“ und „Beschützen“ zu verstehen.“ … ist das nicht das Gleiche? … „Nein, mein Lieber. Behüten meint, im Sinne deines Beispiels mit Oma, dass sie die Tradition des Kaffeekränzchens beibehalten will und deshalb immer wieder einen Kuchen backt. Beschützen meint, dass Oma alles dafür tut was notwendig ist um den Kuchen, die Grundvoraussetzung für das Kaffeekränzchen, vor dir in Sicherheit zu bringen. Notfalls auch mit extremen Maßnahmen, wie deinem Wolkenarrest.“ … aha, verstehe. Doof bin ich aber auch nicht. Kann es sein, Großtantchen, dass du mich, den Kuchenjäger, hier gerade zum Virus abstempelst?! … mööhhh … „Hi, hi, trag`s mit Fassung, Herr Cater. Heutzutage erreicht ein Virus oft mehr als ein Mensch oder Kater, da kommt dir der Vergleich, bei deinem Lerneifer, doch eher entgegen.“ … pfhh … na schön, aber was bitte hat der Unterschied von „Behüten“ und „Beschützen“ im Bezug zum Markt in Wuhan und der Massentierhaltung zu tun? …

„China ist ein Land, indem großer Wert auf die Erhaltung von Traditionen gelegt wird. Das worauf der Mensch großen Wert legt, „behütet“ er, indem er seine Handlungen darauf ausrichtet es zu erhalten, wie es immer war. Selbst dann, wenn sich die Rahmenbedingungen oder das Wissen um den Nutzen verändern. Im Beispiel Wuhan ist dies die negative hygienische Situation, aufgrund der wachsenden Tier und Menschenzahl auf dichtgedrängtem Raum. Es wird Tradition gelebt, ohne die Handlungen auf die sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Den Markt in Wuhan zu „beschützen“ würde bedeuten, dass man die Zucht und den Verkauf der Tiere dem Stand des Wissens um die Gefahr einer Virusübertragung anpasst.“ … dann kann die Tradition des Marktes erhalten bleiben, auch wenn sich die Art der Durchführung ändert. Aber was bitteschön hat nun eine Tradition, die der Mensch aufrechterhalten will, mit der Massentierhaltung zu tun? …

„Mehr als du denkst. In der Massentierhaltung wird die „Tradition“ des Gewinne Machens, der Wirtschaft aufrechterhalten. Im Gegensatz zum Einzelnen, hat die Wirtschaft längst erkannt, dass man Gewinne nur „behüten“ kann, indem man aktiv darum bemüht ist, sein Handeln den jeweiligen Gegebenheiten des Marktes anzupassen. Daraus ist die sogenannte „Lobby“, die Beschützer, der Interessen der Wirtschaft, entstanden. Sie versucht Einfluss auf die Politik (Gesetze) und das Werteempfinden der Konsumenten (Werbung) zu nehmen um ihr Tun weiterführen zu können. Der Konsument selbst, „behütet“ seine vermeintlich eigenen Werte – billig, viel, schnell und immer verfügbar.“

… vermeintlich wohl deshalb, weil uns die Werbung das so suggeriert. Na toll. Bei Wirtschaft und Konsument kommt in Bezug auf Werte, das Tier überhaupt nicht vor. In meinem Beispiel mit Omas Kuchen, gibt es wenigstens noch Opa, dem ich Kalorien ersparen will. Da drängt sich mir doch glatt ein aberwitziger Gedanke auf. Kann es sein, dass Tierschutz nicht funktioniert, weil es unmöglich ist etwas zu beschützen, das Werte, die man behüten will in Frage stellt? Die Wirtschaft kann es sich, um weiter Gewinne einzufahren, nicht leisten Tierschutz und bessere Arbeits- und Verarbeitungsbedingungen zu realisieren. Der Konsument setzt die Wirtschaft nicht unter Druck, etwas verändern zu müssen, da er statt beim kleinen Erzeuger auch weiterhin bei ihr kauft. Soll sich um den Tierschutz doch der Staat kümmern und neue Gesetze erlassen. An dieser Stelle drängt sich mir auch schon die nächste Frage auf: Wie viele Gesetze braucht der Mensch eigentlich, um sich der Verantwortung bewusst zu werden, die sein Recht auf Freiheit so mit sich bringt?

… rülps… bei all den Kuchenkalorien, die ich mir vor lauter lernen mit Großtantchen heute reingeschaufelt habe, bin ich mir jetzt sicher. Meine Figur werde ich nur behüten können, wenn ich mein Werteempfinden von „so viel wie möglich“ in ein „weniger ist mehr“ ändere…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater