Archiv für den Tag: 23. April 2020

Die Auswirkungen unseres Handelns entscheiden über die Stabilität unserer Lebensgrundlage

Auf Ur-Opa ist Verlass. Der kennt sich aus mit Turm- und Städtebau. Wie erwartet hat er mir das letzte Mal ein schönes Stück Fleischwurst von seiner Brotzeit abgezwackt und hinter Ur-Omas Rücken zugesteckt … schmatz … Wie? Was das jetzt wieder mit dem Unterschied von Turm- und Städtebau zu tun hat? Ganz einfach. Ur-Opa weiß aus Erfahrung, dass wenn er sich die ganze Fleischwurst, genüsslich einverleibt, er an seinem Turm bauen würde. Das wiederum würde ihm bei der nächsten Krise, also meinem Auftauchen, garantiert die Sicherung seines Nickerchens kosten … miauuuuuu … miaaauuuuu… Da kann ich hartnäckig sein und das weiß Ur-Opa. Allerdings kann so ein häusliches Nickerchen auch ganz schnell mal zum Turm werden. Besonders dann, wenn Ur-Ur-Oma findet, dass es Zeit für neue Prophezeiungen ist, aus denen wir wieder was lernen können:

„Der Mai begünstigt unser Handeln und Verstehen. Deshalb sollte man sich jetzt Gedanken darüber machen, in welchem Verhältnis unsere Ziele, die wir glauben für ein glückliches Leben zu brauchen, zum Erhalt unserer Lebensgrundlage stehen. Will man die jetzige Situation ins positive wenden, sollte man aus den Verlusten, die uns die Corona Krise beschert hat lernen, um in Zukunft, ähnliche Fehler, unseres bisherigen Handelns, zu vermeiden.

Auch wenn momentane Beschränkungen unzufrieden machen, sollte man sie nicht zu schnell aufheben. Dies würde zu neuen Problemen und weiteren, schärferen Maßnahmen führen. Auch würde sich die Krise dadurch wesentlich in die Länge ziehen.

Unternehmer sollten die Zeit nutzen, ihre Betriebe zu analysieren und deren Struktur und Abläufe, den Erkenntnissen aus der Krise anzupassen. Für uns alle gilt es zu verstehen, dass nicht der Virus die Verluste, mit denen wir jetzt zu kämpfen haben, bringt, sondern die Art unseres Umgangs mit unserer Lebensgrundlage, in der Vergangenheit.

Wer jetzt lernt, statt zu jammern, sein Handeln der Krise entsprechend anzupassen und diese Veränderungen auch für die Zukunft beizubehalten, wird gute Lösungen finden, seine Existenz zu sichern.

Das nächste halbe Jahr gilt es, aus den Erfahrungen der Krise zu erkennen, was wir für eine stabile Lebensgrundlage, auch nach der Krise, an Veränderungen beibehalten sollten, die uns jetzt in der Krise Lösungen bringen. Auch sollten wir uns, bei allem was wir zukünftig erreichen wollen, immer wieder fragen: Wie würden sich unsere Entscheidungen, die wir heute treffen, auswirken, gäbe es morgen eine Krise?“

… na super … wieder nix mit wünsch dir was auf die Schnelle. Anscheinend ist Ur-Ur-Oma der Überzeugung, dass sich Hartnäckigkeit nicht nur bei Fleischwurst, sondern auch beim Lernen auszahlt. Na gut, dann also jetzt das Turm-Nickerchen für das Stadtbau-Lernen opfern. „Eine kluge Entscheidung, Herr Cater!“ … hätt` ich mir ja denken können. Das Wort „Lernen“ zieht Großonkelchen Oberlehrer wie immer magisch an… danke. Den Unterschied zwischen Turm und Stadt habe ich ja soweit verstanden, aber wie bekomme ich das Ganze in ein Gleichgewicht. Vor lauter Grundlagensicherung ganz auf einen Fortschritt verzichten, kann es doch auch nicht sein, oder? … „Das musst du auch nicht. Die Kunst liegt darin, dir klar darüber zu werden, welche deiner Ziele und Wünsche, einzig deinem eigenen Weiterkommen dienen und wie sich deine dafür nötigen Handlungen auf die Gemeinschaft mit anderen auswirken.“ … ??? … „Erinnere dich an deine Jagdleidenschaft von früher und das Zusammenleben mit deinem Frauchen. Na? Klingelt da etwas?“ … mmmhh … Hab` ich Mäuse gefangen, war Frauchen immer stolz auf mich. Brachte ich allerdings einen toten Vogel mit nach Hause hat sie mich ausgeschimpft und mir Hausarrest verordnet – Krisenstimmung ala Corona… „Wie ich dich kenne, hast du die Welt damals nicht verstanden.“ … ja, wie auch? Jagdbeute ist Jagdbeute, oder etwa nicht? … „Wenn es um deine Belange geht schon. Ob Maus oder Vogel, in beiden Jagd-Trophäen zeigt sich deine Geschicklichkeit und Erfahrung als Jäger.“ … und wo liegt dann bitte Frauchens Problem? …

„Dein Problem, mein Lieber, liegt darin, dass du in deinem Handeln nicht beachtest, dass dein Jagen von Mäusen und dein Jagen von Vögeln, unterschiedliche Auswirkungen, auf die Menschen in deinem Umfeld, haben.“ … ??? … „Wenn du Mäuse jagst, finden das die Menschen gut. Mäuse gelten u.a. auch als Schädlinge, da sie Krankheiten übertragen können und auch gerne die Vorratskammern plündern. Jagst du Vögel, finden die Menschen das nicht gut. Vögel gelten in der Regel als Nützlinge, da sie u.a. viele Schädlinge fressen, die den Menschen auch gesundheitliche Probleme machen.“ … das heißt also, dass ich durchaus meine Jagdtechnik in puncto Mäusefang verbessern kann, da das meinem Fortschritt und meinem Umfeld dient. Vom Fortschritt in der Vogeljagd sollte ich jedoch Abstand nehmen, da es meinem Umfeld schadet… „Genau so ist es.“ … wenn ich es mir so recht überlege, werde ich meine Jagdtechnik jetzt am besten dazu nutzen, mir von Opa ein Stückchen Kuchen zu erbeuten. Kann garantiert nicht falsch sein, denn Oma behauptet ständig, dass sein Bauch viel zu groß wird. Da helfe ich doch gerne … schmatz … schleck …

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater