Archiv für den Tag: 10. Oktober 2019

Die Zeit – unser bester Freund

…Einer der Vorteile in unserer Villa Geisterbund zu leben ist die Zeit – die ist hier nämlich relativ. Im Gegensatz zum Leben gibt es hier kein „spätestens um 8 Uhr musst du Aufstehen“ und auch kein „beeil dich, sonst kommst du zu spät“. Hier darf man einfach sein…

„Na ganz so zeitlos ist unser Leben hier auch nicht, mein Lieber.“ …Tag, Oma…wieso?… „Hast du gestern nicht gefragt, wann dein Frauchen endlich wieder einen Kuchen backt?“ …schon, aber…??!… „Ja, auch hier geht es um Zeit, auch wenn dich daran eher der Kuchen interessiert. Doch ohne Zeit gäbe es keinen Kuchen!“ …wie meinst du das denn jetzt schon wieder, Oma?… „Na dann komm. Ich will mir mal die Zeit nehmen dir das Ganze zu erklären.“ …dauert das lange?…

Die Zeit legt den Rahmen fest und bestimmt die Dauer

Egal ob es um Ziele, Partnerschaften oder die einzelne Person geht. Allein die Zeit bestimmt wann etwas beginnt und wann es endet.

Die Zeit legt mit dem Geburtsdatum fest wann wir geboren werden und gibt mit dem Sterbedatum an, wann unser Leben endet. Sie gibt z.B. mit dem Hochzeits- und Scheidungsdatum, den Tag vor, an dem wir Beziehungen eingehen und bis wann wir in diesen Beziehungen bleiben.

Doch auch wenn es keinen bestimmten Anfang und Ende zu geben scheint, wirkt die Zeit in Form der Dauer einer Sache oder Situation. So benötigt ein Kuchen eine Backzeit von 50 Minuten, Nudeln eine Kochzeit von 10 Minuten und eine Schulstunde dauert 45 Minuten.

Die Zeit ermöglicht uns eine gewisse Sorglosigkeit

Indem die Zeit unserem Handeln genaue Vorgaben voranstellt, verhilft sie uns zu Lösungen. In Arbeitsverträgen z.B. finden sich Arbeitsbeginn und Ende, die Dauer des Arbeitsverhältnisses und damit die Möglichkeit der Planung von Urlaub und Freizeit.

Festgelegte Zeiten bieten Sicherheit in Bezug auf die Ausführung dessen, was wir tun wollen. So können wir uns auf das Wesentliche der Sache konzentrieren und kontinuierlich einen Schritt nach dem anderen gehen.

Selbst dann, wenn manchmal nicht alles so läuft wie wir es uns wünschen, lernen wir, dass sich so manches zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen lässt und dann durchaus auch mit mehr Erfolg.

Die Zeit ist wie ein guter Freund

In Phasen, in denen alles so gut und schnell wie von uns gewünscht funktioniert und wir unsere Entwicklung nach eigenen Wünschen vorantreiben können, sprechen wir davon im Flow zu sein. Das ist genau der Moment, in dem wir die Zeit zu unserem besten Freund erklären.

In den Phasen unseres Lebensweges jedoch, in denen wir uns blockiert, verletzlich und krank fühlen, erklären wir die Zeit zu unserem Feind. Sie ist in unseren Augen die Verantwortliche für die Dauer des Leidens, der Niederlagen und Misserfolge, die wir stoisch ertragen müssen, wenn alle unsere Änderungsversuche scheinbar ins Leere laufen.

„Hab` Geduld – alles wird gut.“ Wir alle haben diesen Satz von einem Freund schon mal in der einen oder anderen Situation gehört. Meist waren wir dann eher ungehalten statt beruhigt. Warum? Geduld verbinden wir mit „Warten“, „Ewigkeit“ oder „zum Nichthandeln verdammt“. Nichts von all dem gehört zu den Dingen, die wir gerne tun. Doch verlangt das ein guter Freund? Nein. Ein guter Freund sagt: „Hab´ Vertrauen – alles wird gut.“

Die Zeit enttäuscht unser Vertrauen bei genauer Betrachtung auch nicht. Selbst in den schlimmsten Situationen bleibt sie nicht stehen, sondern führt uns beharrlich, Stunde, für Minute und Sekunde zum Ende der Situation. Eben ein wahrer Freund.

Die Zeit kann uns zu einer positiveren Lebenseinstellung verhelfen

Der Mensch neigt dazu je nach den gegebenen Lebensumständen seine Ziele, Partnerschaften und sich selbst anzuzweifeln. Diese Zweifel sind die Ursache für so manche Blockade bzw. Verzögerung im Leben. Die daraus entstehende Angst, nicht genug Zeit zu haben, sich für sein Vorhaben in der falschen Zeit zu befinden oder auch von anderen nicht genug Zeit zu bekommen, löst nicht nur Unbehagen und Stress, sondern auch so manche Krankheit aus.

Wer trotz seiner Zweifel auf seinen Freund, die Zeit vertraut – also Geduld hat, ist aus eigener Kraft durchaus in der Lage, drohende Verluste, Misserfolge oder Krankheit positiv zu beeinflussen. Denn wer es schafft, trotz aller Zweifel zu vertrauen, gibt der Angst keine Chance übermächtig zu werden und bleibt in jeder Lage des Lebens handlungsfähig.

…Jetzt glaube verstehe ich was du meinst Oma. Im Leben ist die Angst unser Feind und nicht die Zeit. Hätte ich keine Angst, dass ich keinen Kuchen bekomme, würde die Zeit schon dafür sorgen, dass es Samstag wird. Samstags backt Frauchen mit dir nämlich immer Kuchen, es sei denn es kommt ihr etwas dazwischen. Doch dann holt sie es baldmöglichst nach und auch da sorgt die Zeit dafür, dass dieser Tag kommt… „Genau. Du siehst, der Zeit zu vertrauen, vertreibt die Sorgen und entspannt. Und weist du was das schöne daran ist?“ …was?… „Ich kann jetzt endlich zu deinem Frauchen in die Küche und ihr beim Kuchen backen für dich helfen.“ …schnurr…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater