Archiv für den Monat: September 2019

Du musst dich ändern!

Dieses ständige „Du musst dich ändern“, nervt. Besonders deshalb, weil all die Dinge, die vor Jahren noch „so besonders“ waren, seit Neuestem auf dieser blöden Änderungsliste stehen. Das nimmt schon solch schlimme Auswüchse an, dass man einem zu Lebzeiten „Gestandenen Mannsbild“ mit der Größe von 1,90 m und einem Gewicht von 250 Kg, bei seinem Ableben, statt ihn zu betrauern, vorwirft, für die gängigen Krematorien Öfen schlichtweg zu dick zu sein. Du musst dich ändern, geht in diesem Falle nicht, deshalb: Nix Feuerbestattung – Erdbestattung angesagt – selber schuld …pffhhh… Warum ist man immer selber schuld, wenn den anderen an einem was nicht passt?…

„Ach Herr Cater, nicht aufregen. Im Leben ist es wie bei einem Schneider. Er ist nicht Schuld daran, wenn aus den ganzen, von seinem Kunden gewollten Änderungen kein Maßanzug wird.“ …Wie meinst du das Groß-Tantchen?…

„Ob Maßanfertigung oder Änderungsschneiderei, im Leben ist alles eine Sache der Wahrnehmung. Diese richtet sich danach auf welchem der beiden möglichen Grundpfeiler man sich sein Leben aufbaut.“ …???…

Der erste Grundpfeiler – der Maßanzug des Optimisten

Er besteht aus Liebe und Wertschätzung.

Auf ihn wirken positive Emotionen ein.

Durch Neugierde und das Machen von Erfahrungen, fördert er Aktivität. Man will etwas tun, etwas erreichen.

Er prägt die Wahrnehmung auf die eigene Entwicklung. „Wohin könnte mich mein Weg noch führen?“

Der zweite Grundpfeiler- die Änderungsschneiderei des Pessimisten

Er besteht aus Hass und Abwertung.

Auf ihn wirken negative Emotionen ein.

Durch Misstrauen und Erinnerung, fördert er Passivität. Man möchte etwas haben, etwas bekommen.

Er prägt die Wahrnehmung auf die Entwicklung anderer. „Was bedeutet das für mich?“

Entwicklung vs. Veränderung

Entwicklung bringt Veränderung und Veränderung bringt im besten Fall auch Entwicklung – aber eben nur im besten Fall.

Während der Optimist im nicht besten Fall, das Ganze unter „Neue Erfahrung“ ablegt und neugierig nach vorne blickt, um die nächste Herausforderung in Angriff zu nehmen, verlangt der Pessimist trotzig von seinem Gegenüber „Du musst dich verändern!“ Blöd nur, dass aus dem Anzug eines anderen, trotz aller Besuche in der Änderungsschneiderei kein Maßanzug mehr werden wird. Und warum ist das so?

Alles eine Sache der Wahrnehmung

Einzig unsere Wahrnehmung entscheidet darüber welchen der zwei Grundpfeiler des Lebens wir nutzen. Wir können nur das sehen, auf das wir unsere Wahrnehmung konzentrieren.

Deshalb gilt:

  1. Wer liebt, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die er mag.
  2. Wer wertschätzt, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die ihm von Nutzen sind.
  3. Wer hasst, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die er nicht mag.
  4. Wer abwertet, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die er nicht versteht.

…Zwischen Liebe und Hass, genau wie zwischen Wertschätzung und Abwertung, gibt es im Leben viele Nuancen. Irgendwie logisch, dass wir alle in unserer Wahrnehmung, je nach Lage der Dinge, mal den einen oder den anderen Grundpfeiler nutzen. An und für sich auch nicht weiter verwerflich. Aber der Moment, in dem wir von einem anderen verlangen „ändere dich!“, sollte uns in Zukunft ein Denkanstoß sein, einmal darauf zu achten, worauf wir unsere Wahrnehmung in diesem Moment eigentlich gerade ausrichten. Im umgekehrten Fall, hilft es, dem Gegenüber zu helfen in einem etwas zu sehen, dass er mag und sich die Zeit zu nehmen ihm zu erklären, was er nicht versteht…beides kann eine echte Herausforderung sein, aber was tut man nicht alles dafür sich zu entwickeln…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Mobbing Teil 2

Letzte Woche hat uns Ur-Opa bei Erdbeerkuchen…schleck… erklärt, wie ein Mensch zum Mobber wird. Mit Mobbern ist das allerdings ähnlich wie mit einer fiesen Erkältung – nur weil man weiß was eine Erkältung ist, bleibt man noch lange nicht von Ansteckungsversuchen verschont. Ur-Oma hat da aber ein gutes Hausmittel um jede Erkältung im Keim zu ersticken oder sie zumindest möglichst schnell und unbeschadet wieder los zu werden – Hühnersuppe. …Mhhh?… ob sie auch ein gutes Hausmittel gegen Mobbing kennt?…

„Ja auch das gibt es mein Lieber.“ …Huch…Ur-Oma… du bist heute wieder schnell… „Na beim Thema Mobbing-Abwehr sollte man das auch sein. Denn wer zu lange wartet einen Mobber in seine Schranken zu verweisen, wird ihn oft nicht mehr so schnell los.“ …Wohl ganz nach dem Motto: „Unsicherheit macht anhänglich?!“… „Ja, Herr Cater, gut erkannt.“ …Und wie lautet dein Anti-Mobbing Rezept?… „Gnibbom!“ …????… „Ich erkläre es dir“:

Im Judo gibt es eine Technik, mit der man die Energie des Angreifers so umlenkt, dass man sie gegen ihn verwenden kann – ich nenne es Gnibbom.

Zum Gnibbom – Meister in sieben Schritten

  1. Schritt

Wer ein Meister im Gnibbom werden will, sollte sich immer bewusst sein, dass Neid und Eifersucht, die einem im Leben entgegengebracht werden, stets zwei wichtige Informationen für das eigene Wohlbefinden enthalten.

  1. Man hat etwas, dass die anderen gerne hätten aber nicht haben.
  2. Der Mobber macht einen auf die Lebensschublade aufmerksam, in dem sich die lange als verschollen geglaubte Lösung für ein Problem befindet.
  1. Schritt

Ein Mobber ist ein sehr selbstunsicherer Mensch. Deshalb sollte man den Angriff seinerseits nie überbewerten. In seiner Unsicherheit stellt er einem letztendlich nur die Frage, wie sicher man sich selbst mit seinen Zielen, Erfolgen und dem was man im Leben gelernt hat, ist.

  1. Schritt

Während der selbstsichere Mensch die Verzweiflungstat des Mobbers eher mit Humor und einer passenden Antwort nimmt, sollte der unsichere Mensch folgende Punkte fest in Gedanken haben:

  1. Auch Lügen und Intrigen haben ein Verfallsdatum – meist ein kurzfristiges. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit immens hoch, dass der Mobber an dem Ast sägt, auf dem er selbst sitzt.
  2. Schwierige Zeiten sind in jedem Leben normal. Auch in der Natur folgt auf Regen wieder Sonne
  1. Schritt

Man sollte sich stets bemühen, Kontakte mit Menschen zu pflegen, die einen mögen und einem Stabilität geben. Sie sind diejenigen, die den Fels in der Brandung bilden, wenn das Leben wieder einmal Geduld von einem verlangt. Sie bieten einem den Schutz sich zu einem eigenständigen Wesen entwickeln zu können, auch wenn es manchmal „nur“ in kleinen Schritten voran geht. Sie sind die Energietankstelle, die dafür sorgt, dass einem die Kraft nie ausgeht.

  1. Schritt

Nur als passiver Mensch muss man ertragen. Eigene Aktivität ist die beste Abwehr gegen Mobbing. Als aktiver Mensch bestimmt man sein Leben selbst. Man kann klare Entscheidungen treffen und stärkt sein Selbstwertgefühl. Auch ist man so in der Lage, die richtigen Vorbilder zu finden, die einem Ansporn sind, sich treu zu bleiben, Neuanfänge zu wagen und selbst in kleinen Schritten, persönliche Erfolge zu sehen.

  1. Schritt

Es ist nicht immer leicht Mobbing auf den ersten Blick zu erkennen. Doch körperliche Beschwerden oder depressive Verstimmungen, die im Zusammenhang mit bestimmten Situationen auftauchen, sollte man als Warnsignal betrachten. In solch einem Fall ist das oberste Gebot: Die eigene Gesundheit steht an erster Stelle! Deshalb sollte man sich der Situation mit dem Mobber möglichst schnell und konsequent entziehen. Nein, das ist kein Weglaufen. Denn statt mit Ausdauer und Zähigkeit den Mobber zu ertragen, was verschwendete Energie ist, kann man sich jetzt mit aller Energie auf seine eigenen Dinge konzentrieren – langfristig der bessere Weg.

  1. Schritt

Der wohl wichtigste Schritt, ist das Reden mit anderen, über seine Erfahrungen mit dem Mobber. Der beste Weg um die Lügen und Intrigen, in die der Mobber versucht seine Opfer einzuspinnen, unschädlich zu machen. Es ist der Moment, in dem man beginnt die Energie des Mobbers gegen ihn selbst zu lenken.

…Ur-Oma hat schon irgendwie Recht. Da Hühnersuppe eine furchtbar leckere Angelegenheit ist, isst man sie viel leichter auch als Vorbeugung. Na und Gesprächsstoff, also Rezeptaustausch mit anderen bietet sie auch noch. Mit Gnibbom ist das irgendwie ähnlich.

Über Mobbing will keiner so gerne reden, denn wer wiederholt schon gerne die Verletzungen, die ihm zugefügt wurden. Aber die Begegnung mit einem Mobber sportlich zu sehen und sich darüber auszutauschen, wie man zum Gnibbom-Meister wird, ja, das klingt wie Fachsimpeln über Sport. Das wiederum machen wir alle gerne und so oft wie möglich.

Na ja, und wer weiß, vielleicht reicht ja in Zukunft auf die Mobber-Ansage: „Du fettes Schwein“, die stolze Abwehr-Antwort: „Sorry Kleiner, lass es besser. Bei mir tust du dir nur weh! Ich hab` den schwarzen Gürtel im Gnibbom!“

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Mobbing Teil 1

… Ur-Opa behauptet immer ich sei ein ganz schön ausgepufftes Schlitzohr. Wie er darauf nur kommt?… Ich mach` doch nichts außer auf meiner Wolke ein schönes, interessantes und aufregendes Leben zu haben… Na gut, im Leben als solches hab` ich so manchen Konkurrenten am Start stehen lassen, aber immer mit Stil und Anstand… andernfalls hat mir Frauchen auf ebenso elegante Art und Weise stets ziemlich schnell zu verstehen gegeben, dass sie Mobbing meinerseits nicht gewillt ist zu dulden… „Da hat sie auch vollkommen recht, mein Lieber.“ …Oh, hallo Ur-Opa. Kannst du mir zum Erdbeerkuchen… schmatz… mal erklären was genau es mit dem Mobbing auf sich hat?… schleck… „Wenn das deine letzte Pfote war, die durch meine Sahne marschiert ist – ja.“

Beschäftigt man sich mit dem Thema „Mobbing“ und was man dagegen tun kann, sollte die erste Frage sein, warum jemand überhaupt zum Mobber wird.

In erster Linie geht es diesen Menschen, wie übrigens uns allen, darum, für sich und ihr Umfeld einen selbstbestimmten Weg durchs Leben zu finden. Um das zu bewerkstelligen, gilt es jede Menge kleiner und großer Informationen, mit denen uns das Leben tagtäglich bombardiert, zu verarbeiten. Das ist gar nicht immer so leicht und es gelingt auch so manchem nur in kleinen Stücken. An und für sich kein Hindernis im Leben, sofern die eigene Wahrnehmung nicht gerade den Grundstein für ein Mobber-Leben legt. Wie bei vielen hochexplosiven Gemischen, gilt auch hier die Warnung aus dem Chemieunterricht: einzeln sind die Stoffe alle harmlos – aber bitte nicht zusammenschütten!

Der Mobber und seine Wahrnehmung

In seiner Wahrnehmung ist der Mobber ein sehr unzufriedener Mensch. Seine Ziele, sofern er welche hat, scheinen für ihn nahezu unerreichbar. Was immer er auch versucht, es will sich für Probleme keine geeignete Lösung finden. Auch in Beziehungen jeglicher Art, fühlt er sich in seinen Emotionen und Wünschen, unverstanden bzw. nicht wahrgenommen. Kommt jetzt noch die Überforderung durch die Informationsflut des Lebens dazu, begünstigt die vorhandene Unzufriedenheit das Entstehen von Unsicherheit.

Unsichere Menschen neigen dazu alles kontrollieren zu wollen. Ihnen ist der schnelle, sichtbare Erfolg wichtig, denn der mildert die Unzufriedenheit und ermöglicht auch die Anerkennung im Außen, wenn auch nur kurzfristig. Dementsprechend schlecht, kann er mit den Erfolgen anderer umgehen. Nicht zuletzt deshalb, da sie eine neue Flut von Informationen bergen, die er nur schwer verarbeiten kann. Somit ist er auch in Sachen konstruktiver Kommunikation eher ein verhaltener Typ. Er glänzt lieber mit Lästereien über andere um sein Selbstbild strahlen zu lassen.

Mobbing – chronische Unsicherheit

Jeder von uns kennt Situationen im Leben, in denen man unsicher ist. Wer kennt es nicht, das Lampenfieber vor dem großen Auftritt oder die Bauchschmerzen und Schweißausbrüche vor der anstehenden Prüfung.

Doch wie wird eine unsichere Situation, die wir alle kennen, zu Mobbing? Indem man die Situation, in der man sich befindet, personifiziert und als Konkurrent für sich betrachtet.

An dieser Stelle kommt unbewusst tief in uns verankertes Wissen zum Wirken: Ein Konkurrent gönnt einem nichts, er will einem schaden. Er gaukelt uns Unterstützung vor um sich an unserem Wissen zu bereichern. Seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, sollte man stets hinterfragen. Er ist neidisch und torpediert unsere Lösungen. Unter Konkurrenten kann es keine Freundschaft geben…

Spätestens wenn das Denken in den meisten Lebenssituationen vom Inhalt dieser Wissens-Schublade geprägt ist, wird Unsicherheit chronisch. Warum? Ihr Inhalt findet immer häufiger Anwendung. Wer aber überall Konkurrenten sieht, merkt nicht mehr, dass er selbst zum Konkurrenten für sich und andere wird. Denn die zwei markantesten Sätze aus der Wissens-Schublade lauten:

  1. Konkurrenten muss man bekämpfen, ausschalten und mundtot machen!
  2. Dafür ist jedes Mittel recht!

An dieser Stelle ist der unsichere Mensch zum Mobber geworden. Im Gegensatz zum Schlitzohr, das wohl eher Ausdruck einer Wesensanlage ist, sollte man sich vielleicht doch einmal ernsthaft Gedanken darüber machen, ob man den Mobber, statt ihn zu verteufeln, nicht besser als das sieht, was er ist. Ein aus Unsicherheit krank gewordener Mensch, ohne Chance auf wahre Freunde, der im Leid seiner Opfer, sein eigenes Leid widerspiegelt.

…Ur-Oma sagt immer: „Gegen alles ist ein Kraut gewachsen.“ …Welches dem Mobber hilft? Das Kraut der Erkenntnis! Ob es das in Pillenform gibt? Da fragt Ihr am besten die Pharmaindustrie, Euren Arzt, Apotheker oder Therapeuten.

Wie man nicht zum Opfer eines Mobbers wird, verrate ich Euch dann nächsten Donnerstag…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater