Archiv für den Monat: August 2019

Mathe Abi 2020 – ab sofort nur noch mit Studium möglich?

So oder ähnlich könnte die Frage lauten, wenn man sich die Aufregungen um das diesjährige Mathe-Abitur anhört. Logisch, sowas dringt auch als Diskussionsstoff bis in unsere Villa Geisterbund vor. Problem sollen ja angeblich die Aufgaben aus der Stochastik gewesen sein. Was das ist? Also das Wort Stochastik kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Kunst des Vermutens“. Nicht zu verwechseln mit der Scholastik. Der kommt zwar auch aus dem Altgriechischen bedeutet aber „seine Muße den Wissenschaften widmen“. Deshalb nannte man Im Frühmittelalter die Schulmeister auch „Scholasticus“. …äh… da fällt mir auf… wo steckt Großonkelchen Oberlehrer eigentlich?… „Der berechnet gerade wann wir spätestens damit anfangen müssen dein Frauchen daran zu erinnern Kuchen zu backen, damit wir Sonntag nicht ohne dasitzen.“ …Danke für die Info Opa…

Wobei wir damit wieder bei der Stochastik sind. Als stochastisch werden Ereignisse oder Ergebnisse bezeichnet, die bei Wiederholung desselben Vorgangs nicht immer, bisweilen sogar nur manchmal eintreten und deren Eintreten für den Einzelfall nicht vorhersagbar sind. Wenn Ihr denkt der Satz ist schwierig, setzt Euch jetzt am besten hin. Es gilt nämlich bei diesem Satz zu beachten, dass „die Wiederholung desselben“ nicht unbedingt „der Wiederholung des Gleichen“ entspricht. Für alle von Euch ohne Deutschstudium: Wenn wir alle die gleiche Zahnbürste benutzen ist das ok. Benutzen wir alle dieselbe Zahnbürste wird das eine ziemlich ekelige Angelegenheit.

Jetzt könnt Ihr Euch selber ausrechnen ob die Schwere des Abiturs in den Vorjahren dasselbe oder das Gleiche war.

Rechentechnisch ging es ja im Abitur 2019 um Fragen aus der Stochastik in dieser Art: „Bei einer Losbude wird damit geworben, dass jedes Los gewinnt. Die Lose und die zugehörigen Sachpreise können drei Kategorien zugeordnet werden, die mit „Donau“, „Main“ und „Lech“ bezeichnet werden. Im Lostopf befinden sich viermal so viele Lose der Kategorie „Main“ wie Lose der Kategorie „Donau“. Ein Los kostet 1 Euro. Die Inhaberin der Losbude bezahlt im Einkauf für einen Sachpreis in der Kategorie „Donau“ 8 Euro, in der Kategorie „Main“ 2 Euro und in der Kategorie „Lech“ 20 Cent. Ermitteln Sie, wie groß der Anteil der Lose der Kategorie „Donau“ sein muss, wenn die Inhaberin im Mittel einen Gewinn von 35 Cent pro Los erzielen will.“ Na?!

An dieser Stelle scheiden sich die Geister in Rechengenie und normaler Mensch. Mal abgesehen vom mathematischen Ergebnis, ist Euch eigentlich bewusst was genau unsere Schüler da lernen?

An erster Stelle steht der Gewinn. Die drei Klassen Gesellschaft folgt auf dem Fuße. Das Größengefälle Donau – Main – Lech macht sich auch in der Wertigkeit der zu erhaltenden Sachpreise bemerkbar. Das wiederum wirkt sich auch auf die Seriosität des Gewinnversprechens negativ aus – in Form eines Pferdefußes. Zwar gewinnt jedes Los aber die zwei minderwertigen Sachpreise sind viermal so viele wie das hochwertige. Auf das Leben übertragen würde das bedeuten, dass in der Unterschicht 85 Prozent, in der Mittelschicht zwölf Prozent gegenüber den drei Prozent der Menschen in der Oberschicht das Nachsehen haben. Warum? Na, die beiden müssen viermal so viel wie die Oberschicht für die Gewinne des Staates arbeiten. Na super…

Wie? Wann ich Euch endlich das Ergebnis der Abituraufgabe verrate? Wenn Ihr wieder aufsteht und kurz zur Seite geht, damit der Schlauch auf dem Ihr sitzt sich wieder entfalten kann – könnt Ihr Euch die Frage selbst beantworten. Wenn nicht, beschwert Euch bei denen, die für 2019 die Mathe-Abitur Fragen erfunden haben. Sollten die hier im Text auch keine Antwort finden, wäre belegt, dass selbst ein Studium für das Mathe-Abitur nicht hilfreich ist. Denn es würde zeigen, dass die Studierten wie die Schüler dasselbe Problem mit den Textaufgaben haben…oder ist es das Gleiche…???….

In diesem Sinne,

Euer

                                        Herr Cater

 

Erinnerungen Teil 8

Grenzen sind für jeden etwas anderes. Während ein Sehender im Dunkeln schon mal gegen die Tür rennt, gibt es Blinde die Fahrrad fahren. Na ja, und wer kennt sie nicht die Geschichte der Hummel, die mit ihrem Gewicht und den dafür viel zu kleinen Flügeln, eigentlich gar nicht fliegen können dürfte, sich aber einen Dreck darum schert und einfach entspannt von Blüte zu Blüte reist.

Ur-Opa sagt immer: „Grenzen existieren nur im Kopf. Wenn man etwas wirklich will, findet man auch einen Weg um es zu erreichen.“ Laut Ur-Oma und Frauchen soll es aber durchaus auch Grenzen geben, an die man sich dringlich halten sollte – die nennt man dann meist Regeln. Dazu gehörte zu meinen Lebzeiten z.B. die „Katzen haben nichts auf dem Esstisch verloren“-Regel. Doch auch die kann man umgehen, wenn man clevere Mitstreiter hat, wie ich Opa. Anders ausgedrückt: Manche Regel befolgen, erspart unnötigen Energieaufwand. Wieso? Na ganz einfach. Warum sollte ich meine neun Kilo Lebendgewicht mühevoll auf den Tisch hieven, wenn Opa so nett ist, mir meinen Anteil vom Kuchen diskret unter den Tisch fallen zu lassen … schmatz … schleck …

Und das war noch eine meiner leichtesten Übungen. Da gab es früher schon noch ganz andere….

Grenzerfahrungen

Es ist schon interessant, wenn man im Fernsehen sieht, was Menschen so alles an Anstrengungen in Kauf nehmen, um herauszufinden, wo ihre Grenzen liegen. Achterbahn fahren, Bungee-Jumping, Geisterfahrer auf der Autobahn …, da wird mir beim Hingucken schon ganz anders … wurgs.

Frauchen kann wirklich froh sein, dass sie mich hat und ihr so die halsbrecherischen Grenzerfahrungsaktionen erspart bleiben. Sie kann sich nach einem arbeitsreichen und anstrengenden Tag entspannt auf dem Sofa zurücklehnen und sich voll und ganz auf mich, einen erfahrenen Grenzen Tester, verlassen. Meine Erfahrung zeigt, dass sich durch regelmäßige Wiederholung gezielter Übungen die Belastbarkeit der Nerven seiner besseren Hälfte enorm steigern kann. Während Frauchen vor ein paar Monaten noch völlig hysterisch vom Sofa aufgesprungen ist, nachdem ich durch geschickten Einsatz meiner Krallen eines ihrer geliebten Bücher aus dem untersten Regal gefischt habe … plopp …, bleibt sie heute bis zum Lexikon der Weltgeschichte … rums … krach … aus dem obersten Regal äußerst gelassen.

Auch die Übung „ein Magnum-Eis reicht für zwei“ nimmt sie in der Zwischenzeit mit stoischer Gelassenheit. Nicht umsonst besitzt ein solches Eis eine Vorder- und Rückseite … schleck. Zwar versucht sie ab und zu noch, ihre Seite auf meine auszudehnen, aber ein kurzer Klaps mit der Pfote …patsch … auf ihre Nase und sie akzeptiert, dass sie auf meiner Seite …schleck … nichts zu suchen hat. Je näher wir aber dem Holzstäbchen kommen … schleck … schleck …, umso gieriger wird sie. Dann bleibt mir meistens nichts anderes übrig, als mit gezieltem Pfoten Einsatz … krall … ziiieeh …, die Reste kurzerhand energisch an mich zu reißen. In dem Moment, in dem das Eis sein Ziel, den Fußboden … platsch … erreicht hat, tröstet sich Frauchen mit dem Gedanken an ihre längst fällige Diät und erklärt mich großzügig zum Sieger … schmatz … rülps.

Wie Ihr würdet jetzt gerne auch erfahren, wie es denn um meine Grenzen bestellt ist? Zugegeben, selbst ich stoße ab und zu an Grenzen. Doch als ewiger Grenzgänger habe ich im Laufe der Zeit so meine Erkenntnisse gewonnen und ein System entwickelt, mit dem ich mittlerweile durchaus in der Lage bin, die meisten Grenzen, darunter besonders die von Frauchen gezogenen, zu umgehen oder zumindest um einiges zu erweitern.

Waren für mich früher Türen so eine Art natürliche Reviergrenze, sehe ich deren Überwindung heute eher als sportliche Übung: Startposition unter dem Türgriff einnehmen, Ziel anvisieren, Höhe berechnen, Absprung … uff … und schon hängt man mit beiden Vorderpfoten am Griff, der sich durch mein Sportgewicht von ca. neun Kilo sehr leicht nach unten ziehen lässt. Noch ein kurzer, aber kräftiger Tritt gegen die Tür und ehe Frauchen es sich versieht … knarz … quietsch … hat sich meine Reviergrenze um einige entscheidende Quadratmeter erweitert, ganz zu schweigen von den Quadratkilometern, die man durch diese Art der Grenzüberschreitung bei Außentüren erreichen kann…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater

Erinnerungen Teil 7

Die Sache mit der Kommunikation ist so alt wie die Menschheit, auch wenn es ganz am Anfang dabei noch nicht um Sprache ging. So gesehen könnte man auch sagen, dass unsere Kommunikation von der Drohgebärde bis zur Sprachentgleisung alle Nuancen bedient. Letztere hat ja vor einiger Zeit unser Bundespräsident der Herr Steinmeier angemahnt und unsere Politiker zu einem Zurück zu einem besseren Deutsch ermahnt.

Tja, zu meinen Lebzeiten habe auch ich so meine ganz eigenen Erfahrungen in Punkto Kommunikation gemacht. Und warum ich froh bin, dass am Ende ein ganz passabler Kosename für mich daraus entstanden ist, dass erzähle ich Euch jetzt.

Wie man`s sieht

Ist Euch das auch schon einmal passiert? Da redet einer in einem schier endlos erscheinenden Monolog, ohne Punkt und Komma, verbissen auf Euch ein, um Euch völlig unverhofft mit einem „Hey du! Ich rede mit dir!“ aus Euren Gedanken zu reißen und Euch in einen Dialog zu zwingen, in dem Ihr nach dem Luftholen sofort wieder Redepause habt. Mir scheint, manche Leute haben in dieser Art Mono-Dialog sogar promoviert – Fachgebiet Atemtherapeut.

Da lobe ich mir doch die Politiker. In ihren stundenlang andauernden Debatten sind sie sorgfältig darauf bedacht, in blumigen Worten stets nichts zu sagen, damit man, im Falle einer gedanklichen Abschweifung … schnarch …, keinesfalls ein schlechtes Gewissen haben muss, etwas Entscheidendes verpasst zu haben.

Hellhörig werde ich jedoch, wenn der Mensch wirklich mal etwas sagt. Warum? Weil meine Erfahrung mich gelehrt hat, dass Menschen nur selten meinen, was sie sagen. Bei Frauchen z.B. bedeutet der Satz „Komm, lass uns mal wieder so richtig nett kuscheln“, meistens nichts anderes, als dass sie friert und mal wieder zu faul ist, sich eine Wärmflasche zu machen. Und statt einfach offen zuzugeben, wie sehr sie es hasst, jede Woche aufs Neue die Wohnung putzen zu müssen, rechnet sie mir akribisch vor, wie viele Blumentöpfe bis jetzt schon meiner archäologischen Ausgrabungen zum Opfer gefallen sind.

Ich persönlich bin da ja eher für die Kurz – und – bündig – Methode. Ein aussagekräftiges Fauch … sagt Frauchen mehr als tausend Worte. Zwar bleibt ihr durch die Prägnanz meiner Aufforderung, mich in Ruhe zu lassen, manchmal der genaue Grund des Warums verborgen, aber der Tonfall lässt nie den Hauch eines Zweifels bei ihr aufkommen, wie überlebensnotwendig es für sie ist, genau das zu tun.

Obwohl – anders betrachtet ist es oft schon auch ganz gut, wenn man nicht immer das gesagt bekommt, was der andere wirklich denkt. Wahrscheinlich ist aus dieser Überlegung heraus das menschliche Faible für den Gebrauch von Kosenamen entstanden. Es klingt zugegebenermaßen ja auch schmeichelhafter, seinen Partner Bärchen zu nennen, als ihn bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit „He du kleiner Dicker, der selten zu was zu gebrauchen ist, da entweder beim Essen oder im Winterschlaf“ zu rufen.

Ob ich einen Kosenamen habe? Seit Opa sich etwas im Ton vergriffen hat und mich, aufgrund meiner doch schon wieder recht stattlichen Winterfigur, liebevoll seine dicke gefüllte Nudel genannt hat … grrr …, ruft mich Frauchen immer „Cannelloni“. Warum ich mir das gefallen lasse? Ganz einfach. Es klingt italienisch und Italiener hatten schon immer Erfolg bei den Frauen!

Apropos Erfolg. Im Archiv ab dieser Stelle http://www.herrcater.de/erfolg findet Ihr mein Erfolgsrezept.

Die passenden Rezeptkarten mit Bildern von Arno Ludwig findet Ihr ab hier http://www.herrcater.de/erfolgsrezeptrezeptkarte-1-vertrauen.

Schmeckt lecker und gewürzt mit etwas Humor, tut es dem Leben gut…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater