Archiv für den Tag: 11. Juli 2019

Erinnerungen Teil 2

Schon interessant was so eine Erfindung alles nach sich ziehen kann.  Seit Herr Bell das Telefon erfunden hat, ist ja schon ein wenig Zeit vergangen. Während ich am Anfang den Eindruck hatte, dass sich hauptsächlich Frauen für dieses Telefon begeistern konnten, hat die Zeit gezeigt, dass heutzutage auch die Männer ihren Frauen in nichts nachstehen. Aber wen wunderts. Das Telefon kann immer mehr. Nachrichten schreiben, Bilder aufnehmen und verschicken, es fungiert als Fernseher und Spieler Oase, es kommuniziert mit Kühlschrank, Rollläden, der Heizung und allen anderen Bereichen des Hauses. Tja und da es dank Digitalisierung und Flatrate auch endlich von der super langen Telefonschnur sowie der ebenso langen Telefonrechnung befreit ist, sind die Möglichkeiten von ewig lang auf unendlich angewachsen.

Ok, ohne Probleme geht es auch heute nicht ab. Aber wie ich finde ein guter Zeitpunkt mal wieder auf die Probleme von früher zurückzublicken.

Was für eine Erfindung

Wisst Ihr noch wer Herr Bell war? In erster Linie muss er ein sehr verzweifelter Mann gewesen sein. Warum? Nun, wie sonst wäre er auf die Idee gekommen, das Telefon zu erfinden? Wie ich finde, die sicherste Möglichkeit, vor seiner besseren Hälfte über Stunden hinweg seine Ruhe zu haben. Doch wie alles im Leben hat auch das eine zweite Seite.

Oder empfindet Ihr es als angenehm, nach Hause zu kommen und feststellen zu müssen, dass das Mittagessen wegen der Ehekrise der Freundin schon den dritten Tag hintereinander ausfällt? Also ich nicht…grrr… Da bedarf es schon einiges an Ausdauer … miauuuu… um auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Frauchen braucht im Durchschnitt fünf „Ja, gleich…“, bevor sie sich in Richtung Küche in Bewegung setzt. Und das tut sie auch nur, weil sie dank der Erfindung der ewig langen Telefonschnur alle wichtigen Plätze in der Wohnung erreichen kann, ohne ihr Telefon aus der Hand legen zu müssen.

Ich habe zwar noch nicht heraugekriegt, wer genau die Telefonschnur oder auch das schnurlose Telefon entwickelt hat, aber meiner Theorie nach muss es ein dem Hungertod sehr nahestehender Mann gewesen sein …groarrr …, so wie ich. Aber heißt es nicht immer so schön „Not macht erfinderisch“?! Da verwundert es mich auch nicht weiter, was Frauchen mit dem Hörer am Ohr so alles zuwege bringt. Waschen, Bügeln, Putzen, Kochen, Spülen, Aufräumen… die Liste ist so lang wie die Telefonschnur. Dank Handy mit Headset und Rufumleitung vom Festnetz klappt`s sogar wieder ganz gut mit dem Einkaufen und Spazierengehen.

Wie hat Frauchens Freundin, Ihr wisst schon – die mit der Ehekrise, vor drei Stunden in den Hörer geschimpft: „Mein Mann hat so gar keine Phantasie, immer nur die billige 08-15 Nummer.“ Pfffhhh…, die hat leicht reden. Was bleibt Mann denn heutzutage auch anderes übrig. Hat man erst einmal die Telefonrechnung der Holden bezahlt, kann man sich eben keine 0190er Nummer mehr leisten… miau.

Solltet Ihr diesen Tatbestand – also ich könnte Frauchen für ihre Telefonitis manchmal regelrecht erwürgen – zum Anlass nehmen, Eure bessere Hälfte zu zwingen, sich eine Arbeit zu suchen, damit sie lernt, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt als ständiges Telefonieren – lasst es sein. Es hat keinen Zweck. Sie wird Eure letzte Hoffnung zerstören, wenn sie freudestrahlend nach Hause kommt und Euch den bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag eines Call Centers mit einem schelmischen Lächeln vor die Nase legt.

Ach so, Ihr möchtet mit Eurer Frau mal wieder ein längeres Gespräch führen? Nichts leichter als das. Schenkt ihr doch einfach zur nächsten Gelegenheit einen ISDN-Anschluss inklusive eines Telefons, das die Funktionen „Anklopfen“ und „Konferenzschaltung“ unterstützt, und ruft sie an. Es wird Euch in Erstaunen versetzen, wie viel Eure bessere Hälfte Euch zu in den nächsten Stunden zu erzählen hat – oder wolltet Ihr das so genau nun auch wieder nicht wissen?

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater