Archiv für den Tag: 4. Juli 2019

Erinnerungen Teil 1

Ein Bericht über die mittlerweile auch schon 80-jährige Jane Fonda hat mich wieder auf die Spur einer meiner Geschichten aus guter alter Zeit gebracht. Wahnsinn wie die Zeit vergeht und was man früher so alles für seine Fitness getan hat. Erinnert Ihr Euch noch an Eberhard Ginger? Klingelts bei Tae Boe?

Also ich hatte damals so meine ganz eigene Betrachtungsweise… aber lest selbst.

Come on, Baby

Solltet Ihr jetzt denken, das wäre der neueste Herr-Cater-Anmachspruch, liegt Ihr völlig falsch. Ein Herr Cater braucht keinen Spruch, um Frauenherzen zu erobern, seine magnetische Anziehungskraft spricht für sich …schnurrr … streichel …kraul … schnurrr…

„Come on, Baby“ ist Neu-Deutsch, und vor ein paar Jahren hätte man wohl noch „Mach mit – bleib fit“ dazu gesagt. Aber damit haben es die in eine einheitliche Ganzkörperwurstpelle gehüllten Damen und Herren schon damals nicht geschafft, Frauchen vom Sofa zu locken. Dabei hatte sie zu dieser Zeit aufgrund ihrer Jugend sozusagen noch eine natürliche Fitness. Heute jedoch schnauft und stöhnt sie bereits, wenn sie nur meine Dosenfutter-, Milchtüten- und Leckerli-Ration der kommenden Woche vom Laden an der Ecke nach Hause tragen muss. Pffhhh … was sie aber auch immer hat. Sind doch nur ca. 15 Kilo auf einen Kilometer.

Mal ehrlich, in so einem unfitten Stadium ist da mit einem Eberhard Ginger und der handelsüblichen Gymnastik nichts mehr zu machen. Da müssen schwerere Geschütze her. Wie heißt es immer so schön: „Das Auge isst mit“ … knurps …und beim Sport ist das heutzutage genauso.

Es hat zwar ein Weilchen gedauert, laut Programmheft ist es schon die 29. Sendung und die X-te Wiederholung, aber schließlich haben auch Frauchens Sofa müde Augen den Messias der Unfitten erblickt. Im Wandel der Zeit wurde aus der schwarzen Einheitswurstpelle, die die vornehme Blässe perfekt unterstreicht, ein haselnussbraunes Muskelpaket; aus den mitturnenden Damen und Herren ein Dream – Team, die militärisch anmutende Taktvorgabe hat jetzt ein echter DJ unter sich und das nüchterne „So ist es richtig“ wurde durch ein fast schon animalische Instinkte weckendes …miiiaaauuuu… „You`ve got the groove Baby!“ ersetzt.

Nomen est omen, und so wurde aus einem eher unscheinbaren Eberhard Ginger the one and only George Jones und statt Gymnastik macht man jetzt Tae Boe. Ich finde es schon phänomenal, was sich aus einer stinknormalen …gäähhhnnn… Gymnastiksendung machen lässt, wenn man sie in „Sports-Entertainment-Show“ umbenennt.

Passend zu der Hektik unserer Zeit sind auch die einzelnen Übungen schneller geworden. Das mag mit der Grund sein, weshalb Frauchen und ich noch so die einen oder anderen Koordinationsprobleme haben. Während ich zu Eberhard Gingers Zeiten in aller Seelenruhe …gäähhnnn… auf meinen Übungseinsatz warten konnte, muss ich mich heute sputen …sausss…  um nach Frauchens Kampfsportkick, der mich jedes Mal durchs halbe Wohnzimmer schleudert …mauuu…, wieder rechtzeitig an meinem Absprungplatz zu sein, wenn sie erneut ein Knie nach oben zieht. Bin ich nämlich zu langsam, ist ihr Knöchel schon zu hoch oben und ich kann mich nicht mehr so gut an ihn dranhängen …ufff.. krall… „Aaahhh!!!“ An diesem Punkt der Übung- Frauchens Schmerzensschreie- bin ich immer ganz froh, wenn der liebe George den DJ anhält, die Musik lauter zu machen.

Nachbarn sind schließlich für morgentliche Schreie nicht so zu begeistern wie der gute George, dem diese stets ein entzücktes „Now she`s got the groove“ entlocken.

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater