Archiv für den Tag: 6. Juni 2019

Optimist vs. Pessimist

Dieses ständige „Du musst dich ändern“, nervt. Besonders deshalb, weil all die Dinge, die vor Jahren noch „so besonders“ waren, seit Neuestem auf dieser blöden Änderungsliste stehen. Das nimmt schon solch schlimme Auswüchse an, dass man einem zu Lebzeiten „Gestandenen Mannsbild“ mit der Größe von 1,90 m und einem Gewicht von 250 Kg, bei seinem Ableben, statt ihn zu betrauern, vorwirft, für die gängigen Krematorien Öfen schlichtweg zu dick zu sein. Du musst dich ändern, geht in diesem Falle nicht, deshalb: Nix Feuerbestattung – Erdbestattung angesagt – selber schuld …pffhhh… Warum ist man immer selber schuld, wenn den anderen an einem was nicht passt?…

„Ach Herr Cater, nicht aufregen. Im Leben ist es wie bei einem Schneider. Er ist nicht Schuld daran, wenn aus den ganzen, von seinem Kunden gewollten Änderungen kein Maßanzug wird.“ …Wie meinst du das Groß-Tantchen?…

„Ob Maßanfertigung oder Änderungsschneiderei, im Leben ist alles eine Sache der Wahrnehmung. Diese richtet sich danach auf welchem der beiden möglichen Grundpfeiler man sich sein Leben aufbaut.“ …???…

Der erste Grundpfeiler – der Maßanzug des Optimisten

Er besteht aus Liebe und Wertschätzung.

Auf ihn wirken positive Emotionen ein.

Durch Neugierde und das Machen von Erfahrungen, fördert er Aktivität. Man will etwas tun, etwas erreichen.

Er prägt die Wahrnehmung auf die eigene Entwicklung. „Wohin könnte mich mein Weg noch führen?“

Der zweite Grundpfeiler- die Änderungsschneiderei des Pessimisten

Er besteht aus Hass und Abwertung.

Auf ihn wirken negative Emotionen ein.

Durch Misstrauen und Erinnerung, fördert er Passivität. Man möchte etwas haben, etwas bekommen.

Er prägt die Wahrnehmung auf die Entwicklung anderer. „Was bedeutet das für mich?“

Entwicklung vs. Veränderung

Entwicklung bringt Veränderung und Veränderung bringt im besten Fall auch Entwicklung – aber eben nur im besten Fall.

Während der Optimist im nicht besten Fall, das Ganze unter „Neue Erfahrung“ ablegt und neugierig nach vorne blickt, um die nächste Herausforderung in Angriff zu nehmen, verlangt der Pessimist trotzig von seinem Gegenüber „Du musst dich verändern!“ Blöd nur, dass aus dem Anzug eines anderen, trotz aller Besuche in der Änderungsschneiderei kein Maßanzug mehr werden wird. Und warum ist das so?

Alles eine Sache der Wahrnehmung

Einzig unsere Wahrnehmung entscheidet darüber welchen der zwei Grundpfeiler des Lebens wir nutzen. Wir können nur das sehen, auf das wir unsere Wahrnehmung konzentrieren.

Deshalb gilt:

  1. Wer liebt, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die er mag.
  2. Wer wertschätzt, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die ihm von Nutzen sind.
  3. Wer hasst, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die er nicht mag.
  4. Wer abwertet, richtet seine Wahrnehmung auf Dinge, die er nicht versteht.

…Zwischen Liebe und Hass, genau wie zwischen Wertschätzung und Abwertung, gibt es im Leben viele Nuancen. Irgendwie logisch, dass wir alle in unserer Wahrnehmung, je nach Lage der Dinge, mal den einen oder den anderen Grundpfeiler nutzen. An und für sich auch nicht weiter verwerflich. Aber der Moment, in dem wir von einem anderen verlangen „ändere dich!“, sollte uns in Zukunft ein Denkanstoß sein, einmal darauf zu achten, worauf wir unsere Wahrnehmung in diesem Moment eigentlich gerade ausrichten. Im umgekehrten Fall, hilft es, dem Gegenüber zu helfen in einem etwas zu sehen, dass er mag und sich die Zeit zu nehmen ihm zu erklären, was er nicht versteht…beides kann eine echte Herausforderung sein, aber was tut man nicht alles dafür sich zu entwickeln…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater