Archiv für den Tag: 16. Mai 2019

Symbole – warum sie für unser Leben wichtig sind

Heute war für Frauchen mal wieder ein Tag voller Erinnerungen oder anders ausgedrückt – Abstauben unter erschwerten Bedingungen. Wie das zusammenpasst? Ganz einfach. Normaler weise gehört Frauchen zu der Kategorie „Schnellabstauber“, doch an den sogenannten Gefühlsdusseltagen, wird ihr diese Arbeit zum zeitlichen Verhängnis. Irgendwie scheint sie dann jeder noch so kleine Gegenstand an irgendjemand oder irgendetwas zu erinnern. Statt Opas Bild einfach nur vom wöchentlichen Staub zu befreien, hört man sie tief seufzen und ihm erzählen, dass sie ihn gerade heute wieder sehr vermisst. Mit den Worten: „Ach wie schön war es damals als wir noch alle zusammen waren…“, schwenkt der Staublappen dann weiter zum großen Familienfoto von Ur-Omas acht Geschwistern nebst Eltern – das kann dauern! Aber auch an der Vase von Groß-Tantchen, Omas Brosche oder einer meiner aus dem Nichts auftauchenden Spielmäuse, scheint sie eine Art Safety-Car Runde des Abstaubens einzulegen. Ganz nach dem Motto: „Rettet die Erinnerungen!“

„Na, was macht dein Frauchen gerade?“ …Hallo Ur-Oma…, die hat heute wieder Gefühlsdusseltag…gäähn… „Lass sie doch. Du hast zu deinen Lebzeiten doch auch mit dem Pulli deines Frauchens in deinem Körbchen gelegen, wenn sie mal wieder etwas länger weg war und sie dir gefehlt hat.“ …Schon, aber warum macht man sowas eigentlich?… „Das liegt an unserem Schutzbedürfnis.“ …???…

Symbole geben uns das Gefühl beschützt zu sein

Unser Leben ist ständigen Veränderungen unterlegen. Zum einen macht uns die Ungewissheit wohin diese Veränderungen führen Angst, zum anderen machen uns die Situationen in die sie führen auch oft unzufrieden.

Ebenso gibt es Situationen, in denen wir das Gefühl haben, nichts tun oder anstehende Verluste nicht verhindern zu können. Manchmal fühlen wir uns auch einfach nicht geliebt oder wertgeschätzt.

Symbole helfen uns in solchen Situationen ein Gefühl zu entwickeln, dass wir nicht ganz allein sind und auch in für uns schwierigen Situationen Hilfe bekommen. Sie geben uns immer wieder das Gefühl, dass am Ende alles gut wird und unterstützen uns dabei unsere Ängste zu überwinden.

Symbole finden ihre Verwendung in allen Lebensbereichen

Symbole der unterschiedlichsten Art, sollen uns im Besten Falle vor z.B.  Unfällen, Liebeskummer oder Krankheit schützen. Sie sollen helfen unsere Ängste zu überwinden und unser Leben langfristig gut zu meistern.

Auch dienen sie uns dazu, unüberwindbar scheinende Grenzen zu überwinden, unerreichbar scheinende Ziele zu erreichen und unendlich lang erscheinende Zeiten zu überstehen.

Symbole erhalten die Hoffnung

Egal ob ein uns nahestehender Mensch schwer erkrankt und nicht mehr wie gewohnt am Leben teilhaben kann, oder ein Familienmitglied bzw. guter Freund stirbt – schwere Verluste machen uns sprachlos, da sie uns die Hoffnung auf ein gutes Ende nehmen.

Auch Streit innerhalb der Familie, Partnerschaft oder Freundschaft, hinterlassen allzu oft ein Gefühl der Leere, Angst und Verzweiflung in uns.

In all diesen Lebenssituationen helfen uns Symbole eine ganz eigene Form der Kommunikation zu finden. Sie trägt die Hoffnung für uns in sich, dass Abschiede nicht gänzlich mit Stille und Einsamkeit verbunden sind und auch in den verfahrensten zwischenmenschlichen Beziehungen, irgendwann wieder Kommunikation möglich sein wird, sofern man das möchte.

Symbole helfen uns zu lernen, wie man sich Hoffnung schafft und erhält.

Symbole dienen der Kommunikation und unserem Lernen

Ein Strauß roter Rosen oder ein Töpfchen Glücksklee sagen oft mehr als tausend Worte. Symbole, deren Bedeutung allgemeingültig ist, verwenden wir wie eine Art Bildsprache: „Ich liebe Dich!“ oder „Viel Glück!“ Ein Vergissmeinnicht ersetzt oft das unangenehme bitten müssen und eine Schachtel „Merci“ unterstützt all jene, die ein Danke nur schwer über die Lippen bringen.

Doch Symbole sind auch gute Lehrer. In unsicheren Situationen lehren sie uns Geduld zu entwickeln. Begegnungen, die wir nicht gleich einordnen können, lehren sie uns Zeit zu geben. Unseren Zweifeln lehren sie uns Hoffnung entgegenzusetzen und helfen uns trotz Verzögerungen, die Freude nicht verlieren zu lassen.

Symbole speichern Erinnerung und Wissen

Individuelle Symbole dienen unserer Erinnerung an Menschen, Orte oder unsere Wünsche. Sie stärken uns darin immer wieder neu beginnen zu können, da sie uns an die Versprechen anderer erinnern, nie allein zu sein, bei dem was wir tun. Sie erinnern uns an das was wir können und helfen uns neues zu erfahren, indem sie unseren Blick auf das Leben schärfen. Ob eine Urkunde oder eine Medaille für erreichte Ziele, oder ein Amulett von der Großmutter als Zeichen der Liebe – es erinnert uns daran was wir bereits geschafft oder erhalten haben und zeigt uns, dass wir es wieder schaffen können und immer noch haben.

Symbole stärken unser Handeln

Sich gegen Neid und Missgunst durchsetzen, im Streit behaupten, Dinge auf sich zukommen lassen können oder durch den Glauben an sich selbst erfolgreich zu werden, bei all dem helfen uns Symbole, indem sie unseren Willen stärken und damit das Vertrauen in uns und andere, dass wir zur rechten Zeit am rechten Ort das richtige zu tun werden.

Sie zeigen uns den Weg, wie wir unsere Lösungen finden, unsere Sorgen verringern und gleichzeitig an unseren Schwächen wachsen können, indem sie uns stets daran erinnern, dass es, egal wo in unserem Leben wir stehen, immer einen Hoffnungsschimmer gibt.

„Na ja, und weil dieser Hoffnungsschimmer im Leben nicht immer so leicht zu erkennen ist, gibt es eben die Symbole, die wir notfalls eben auch in der Hosentasche mit uns herumtragen können und sie somit immer griffbereit sind.“

…Also muss ich mir an Gefühlsdusseltagen um Frauchen keine Sorgen machen, Ur-Oma?… „Nein, musst du nicht, mein Lieber. Diese Tage sind für dein Frauchen wie für ein Auto die Tankstelle. Sie füllt damit ihre Energien wieder auf und du wirst sehen, es wird nicht lange dauern und sie steht mit Oma in der Küche und sie backen lachend und schwatzend wieder einen leckeren Kuchen für uns alle.“ …schnüfff…ich glaub` ich kann ihn schon riechen…Kuchen – ein Symbol ganz nach meinem Geschmack…schleck…

In diesem Sinne,

Euer Herr Cater